Wärmepumpe im Bestand: Der Leitfaden von der Heizlast bis zur Förderung
Eine Wärmepumpe hebt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser mit Strom auf ein nutzbares Temperaturniveau. Wie viel Strom sie dafür braucht, hängt vor allem von einer Größe ab: der Vorlauftemperatur, die das Heizsystem im Haus verlangt. Je niedriger diese Temperatur, desto höher die Arbeitszahl und desto niedriger die Stromkosten. Ob ein bestehendes Gebäude für eine Wärmepumpe geeignet ist, entscheidet deshalb nicht das Baujahr, sondern die Frage, ob Heizflächen und Hülle mit moderaten Vorlauftemperaturen auskommen.
Für Eigentümer ist das die zentrale Weichenstellung der nächsten Jahre: Die Wärmeversorgung wird im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das seit dem 29.07.2026 das GEG ablöst, in § 42 ff. geregelt, und die Förderung für den Heizungstausch setzt eine fachgerechte Planung voraus. Für Planer und Handwerker ist entscheidend, dass die Auslegung auf einer belastbaren Grundlage steht. Diese Grundlage ist die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831. Wer sie überspringt und die Wärmepumpe nach Faustformel oder nach der Leistung des alten Kessels wählt, riskiert ein zu großes Gerät mit häufigem Takten oder ein zu kleines Gerät mit teurem Heizstab-Betrieb.
Dieser Leitfaden folgt dem Ablauf einer sauberen Planung. Er beginnt bei der Eignungsprüfung, führt über die Heizlast zur Auslegung mit COP und Jahresarbeitszahl, behandelt Heizflächen und hydraulischen Abgleich als Voraussetzung für niedrige Vorlauftemperaturen und zeigt, wie Gebäudehülle, Lüftung und Wärmebrücken die Heizlast senken. Danach folgen Strombezug, Photovoltaik und Kühlung, die gesetzlichen Regeln des GModG zur Heizung, die Förderung als Verweis auf die zuständigen Programme und schließlich Kosten und Wirtschaftlichkeit.
Jeder Abschnitt verweist auf die passenden Werkzeuge und Fachseiten dieser Site: Rechner zur freien Nutzung mit Anleitung und Beispiel, Leistungsbeschreibungen des Ingenieurbüros, Blog-Beiträge aus der Praxis und die Einzelseiten zu den Paragrafen des GModG mit Wortlaut und Erläuterung. Die Rechner nutzen dieselben Rechenwege wie die Bilanz nach DIN V 18599:2018-09, der Rechennorm des GModG; ab 2027 tritt die DIN/TS 18599:2025-10 als Vergleichsstand hinzu.
Fördersätze und Beträge nennt dieser Leitfaden bewusst nicht. Sie ändern sich mit jeder Reform und stehen auf den Programmseiten zu KfW und BAFA, die aus den Förderabschnitten heraus verlinkt sind. Verlassen Sie sich bei Förderfragen ausschließlich auf diese Seiten und die dort genannten Quellen.
Passt eine Wärmepumpe in mein Haus?
Die Eignung im Bestand entscheidet sich an der Vorlauftemperatur, die Heizkörper und Hülle im kältesten Fall verlangen. Diese Seiten führen durch die erste Einschätzung, bevor gerechnet wird.
- Wärmepumpe im Bestand: Eignung, Vorlauftemperatur, KostenWas die Vorlauftemperatur entscheidet, welche Heizkörper bleiben können und wie das Ingenieurbüro die Eignung prüft.
- Wärmepumpe im Altbau in 2 Minuten verstandenGeführte Erstprüfung in sechs Schritten: Vorlauftemperatur, Heizkörper, Gerätegröße, Kosten, ohne Fachtext.
- Wärmepumpe im Altbau: Wann funktioniert das?Praxisbeitrag mit dem 55-Grad-Test am eigenen Heizsystem und der raumweisen Heizlast als Entscheidungsbasis.
- Wärmepumpe, Kapazitätsmarkt und serielles Sanieren 2026Einordnung der Rahmenbedingungen 2026 für Eigentümer: Planungsgrundlagen im GModG, Strommarkt, serielle Sanierung.
- Energieberatung Wohngebäude: Ablauf, Bericht, KostenBestandsaufnahme vor Ort und Bilanz nach DIN V 18599 als Rahmen, in dem die Wärmepumpen-Frage geklärt wird.
Heizlast zuerst
Die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 legt die Leistung der Wärmepumpe, die Auslegung der Heizflächen und die Einstellwerte des Abgleichs fest. Sie ist der Ausgangspunkt jeder weiteren Berechnung.
- Heizlastberechnung DIN EN 12831: Rechner, Anleitung, BeispielNorm-Heizlast raumweise oder für das Gebäude berechnen, mit Normaußentemperatur, Transmission und Lüftung.
- Heizlastberechnung und Wärmepumpen-Auslegung DIN EN 12831Vom Heizlastnachweis zu Bivalenzpunkt, Vorlauftemperatur und Jahresarbeitszahl als Leistung des Ingenieurbüros.
- Grundriss- und Zonierungs-Editor für DIN 18599 und HeizlastGrundriss erfassen, Räume und Hüllflächen zonieren; die Geometrie fließt direkt in Heizlast und Bilanz.
- Verbrauchshistorie: Monatswerte je EnergieträgerGemessene Verbräuche als Plausibilitätsprüfung für die berechnete Heizlast und die spätere Jahresarbeitszahl.
Auslegung, COP und Jahresarbeitszahl
Der COP beschreibt die Effizienz in einem Betriebspunkt, die Jahresarbeitszahl (JAZ) das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom über das ganze Jahr. Beide hängen von Wärmequelle und Vorlauftemperatur ab.
- Wärmepumpen-Rechner für COP, JAZ und StromkostenJahresarbeitszahl im Bin-Verfahren nach DIN EN 14825 für Luft-, Sole- und Wasser-Wärmepumpen mit Stromkostenprognose.
- Brauchwasser-Auslegung nach DIN 4708Speichergröße und Warmwasserbedarf bestimmen; Trinkwarmwasser ist bei Wärmepumpen der Betriebsfall mit der höchsten Temperatur.
- Bauphysik-Grundlagen: Formeln und DIN V 18599Die Rechenwege hinter den Rechnern, einschließlich Monatsbilanz und Anlagenbewertung nach DIN V 18599.
- § 60a GModG: Prüfung und Optimierung von WärmepumpenGesetzliche Pflicht zur Betriebsprüfung eingebauter Wärmepumpen, Wortlaut und Erläuterung.
Heizflächen und hydraulischer Abgleich
Niedrige Vorlauftemperaturen setzen ausreichend große Heizflächen und einen Abgleich der Heizkreise voraus. Flächenheizung, richtig dimensionierte Heizkörper und eine passend eingestellte Pumpe sind die Stellschrauben.
- Flächenheizung auslegen und hydraulisch abgleichen (DIN EN 1264)Heizkreise, Verlegeabstand und Vorlauftemperatur für Fußboden- und Wandheizung, mit Ventileinstellung je Kreis.
- Heizkreispumpe dimensionierenFörderstrom und Förderhöhe der Umwälzpumpe aus Heizlast, Spreizung und Rohrnetz bestimmen.
- Hydraulischer Abgleich: Verfahren B, Nachweis und FörderungAblauf nach Verfahren A oder B, raumweise Heizlast, Ventilvoreinstellung und Nachweis nach VdZ-Formular.
- § 60c GModG: Hydraulischer Abgleich und HeizungsoptimierungWann der Abgleich gesetzlich verlangt wird und welche weiteren Maßnahmen zur Heizungsoptimierung dazugehören.
- § 63 GModG: Raumweise Regelung der RaumtemperaturAnforderung an Einzelraumregelung, die bei Wärmepumpen mit der Hydraulik zusammen geplant werden muss.
- § 64 GModG: Umwälzpumpe, ZirkulationspumpeVorgaben für Umwälz- und Zirkulationspumpen im Heiz- und Warmwassersystem.
- § 69 GModG: Wärmeverteilungs- und WarmwasserleitungenDämmpflicht für Verteilleitungen und Armaturen, die Verluste im Netz und damit die nötige Vorlauftemperatur begrenzt.
- Anlage 8 GModG: Wärmedämmung von Rohrleitungen und ArmaturenMindestdämmdicken je Leitungsdurchmesser nach Anlage 8 als Nachschlag für die Verteilung.
Hülle, Lüftung und Wärmebrücken
Jede Kilowattstunde, die die Hülle weniger verliert, senkt Heizlast und Vorlauftemperatur. Dämmung, Fenster, Lüftungskonzept und Wärmebrücken gehören deshalb zur Wärmepumpen-Planung dazu.
- U-Wert nach DIN EN ISO 6946: Rechner, Anleitung, BeispielWärmedurchgangskoeffizient Schicht für Schicht berechnen und mit den GModG-Höchstwerten vergleichen.
- Anlage 7 GModG: Höchstwerte der U-Werte bei ÄnderungGrenzwerte für Außenbauteile bei Sanierungsmaßnahmen im Bestand, Wortlaut und Erläuterung.
- Lüftungskonzept DIN 1946-6: Rechner, Anleitung, BeispielNotwendigkeit lüftungstechnischer Maßnahmen prüfen und Lüftungsstufen bestimmen; Lüftungswärmeverluste gehen in die Heizlast ein.
- § 28 GModG: Anrechnung mechanisch betriebener LüftungsanlagenWie Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung in der Bilanz angerechnet werden.
- Wärmebrücken DIN 4108 Bbl. 2: Rechner, Anleitung, BeispielWärmebrückenzuschlag und Gleichwertigkeitsnachweis, mit Wirkung auf Transmissionsverluste und Heizlast.
- Sanieren: Reihenfolge und Förderung verstehenIn fünf Schritten geführt: Womit anfangen, was bringt am meisten, wann wird beantragt.
- Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): Kosten, Bonus, AblaufMaßnahmen-Reihenfolge für Hülle und Anlagentechnik, in die der Heizungstausch eingebettet wird.
Strom, Photovoltaik und Kühlung
Eine Wärmepumpe verschiebt den Energiebezug auf Strom. Eigene PV-Erzeugung, Energiemanagement und die Möglichkeit zur Kühlung im Sommer verändern die Wirtschaftlichkeit und die Bilanz.
- PV-Wirtschaftlichkeit nach EEG: Rechner, Anleitung, BeispielErtrag, Eigenverbrauch, Autarkie, Speicher und Amortisation über 25 Jahre, mit Wärmepumpe als Verbraucher.
- PV-Dachbelegung und StringplanModulbelegung des Dachs, Stringplan, Batteriepuffer und Vehicle-to-Home als Vorstufe der Wirtschaftlichkeit.
- HEMS-SimulatorEigenverbrauchsquote und Autarkiegrad simulieren, wenn Wärmepumpe, Speicher und Ladepunkt gesteuert zusammenspielen.
- § 23 GModG: Anrechnung von Strom aus erneuerbaren EnergienUnter welchen Bedingungen PV-Strom in der Bilanz nach DIN V 18599 angerechnet wird.
- Kühllastberechnung nach VDI 2078: Rechner, Anleitung, BeispielKühllast für Räume und Gebäude mit Taupunktprüfung, wenn die Wärmepumpe im Sommer über Flächen kühlen soll.
- CO₂-Bilanz GebäudeTreibhausgasemissionen aus Heizung, Warmwasser und Strom nach Energieträger, vor und nach dem Wechsel.
Gesetz: Was das GModG zur Heizung sagt
Das GModG regelt in Teil 4 die Anforderungen an Heizungsanlagen. Die Einzelseiten geben Wortlaut und Erläuterung der Paragrafen wieder, die für die Entscheidung zwischen Wärmepumpe und anderen Wärmeerzeugern maßgeblich sind.
- § 42 GModG: Grundsatz der WärmeversorgungGrundnorm für die Wärmeversorgung neuer und bestehender Gebäude, an der sich alle Erzeugerregeln ausrichten.
- § 42a GModG: Grüngas- und GrünheizölquoteQuotenregel für gasförmige und flüssige Brennstoffe, die den Weiterbetrieb fossiler Kessel an Bedingungen knüpft.
- § 43 GModG: Einbau einer Gas-, Heizöl- oder FlüssiggasheizungVoraussetzungen, unter denen fossile Heizungen noch eingebaut werden dürfen, als Gegenstück zur Wärmepumpe.
- Gas- und Ölheizungen im GModG: die Bio-Treppe ab 2029Praxiseinordnung des steigenden Anteils klimafreundlicher Brennstoffe und was das für die Wärmepumpen-Entscheidung heißt.
- § 44 GModG: Einbau einer solarthermischen AnlageRegeln für Solarthermie, die als Ergänzung zur Wärmepumpe oder als Alternative im Hybridsystem in Frage kommt.
- § 46 GModG: Einbau einer StromdirektheizungAbgrenzung der Stromdirektheizung von der Wärmepumpe und die Bedingungen für ihren Einbau.
- § 110 GModG: Anforderungen an Heizungs-, Kühl- und RaumlufttechnikÜbergreifende Anlagenanforderungen, die bei Wärmepumpen mit Kühlfunktion und Lüftung zusammen gelten.
Förderung: Wo die aktuellen Sätze stehen
Dieser Leitfaden nennt keine Fördersätze. Die aktuellen Programme, Bedingungen und Antragswege stehen auf den Förderseiten; der WP-Förderrechner arbeitet mit dem dort hinterlegten Rechtsstand.
- WP-Förderrechner für den HeizungstauschFörderung für den Heizungstausch nach dem aktuellen Rechtsstand der BEG-Reform ermitteln, mit allen Boni-Bedingungen.
- KfW-Förderprogramme 2026 im ÜberblickAlle KfW-Programme für Neubau, Sanierung und Heizungstausch mit Bedingungen; die Quelle der Wahrheit dieser Site.
- BAFA-Förderung 2026: EinzelmaßnahmenZuschüsse für Hülle, Anlagentechnik, Heizungsoptimierung und Energieberatung, die den Heizungstausch flankieren.
- Fördermittel-Assistent (KfW)Antragsablauf in der richtigen Reihenfolge, Fristen und abhakbare Unterlagen-Checkliste.
- Fördermittelberatung BEG, KfW und BAFASystematik der BEG, Zuschuss gegen Kredit und die Rolle des Energie-Effizienz-Experten im Antrag.
- TFAQ BEG EM 7.0, Kapitel 8: HeizungstechnikTechnische Mindestanforderungen an geförderte Wärmepumpen und Heizungen nach den TFAQ, Stand Version 7.0.
- § 89 GModG: FördermittelSchnittstelle zwischen Gesetz und Förderung, Wortlaut und Erläuterung.
- § 90 GModG: Geförderte Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer EnergienWelche Maßnahmen das Gesetz als förderfähig zur Nutzung erneuerbarer Energien benennt.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Investition, Stromkosten und Förderung ergeben erst zusammen ein Bild. Diese Werkzeuge rechnen die Wärmepumpe als Teil des gesamten Vorhabens durch.
- Sanierungs-WirtschaftlichkeitIst-Zustand gegen Sanierungsvarianten mit Wärmepumpe vergleichen: Energiekosten, Amortisation, Kapitalwert.
- TGA-Kostenschätzung nach DIN 276 (KG 400)Parametrisches Mengengerüst für Heizung, Sanitär, Lüftung und Elektro als Kostenrahmen der Anlagentechnik.
- TGA-Vorplanungsbericht (Leistungsphase 2)Anlagenkonzept, Kostenrahmen und Variantenvergleich als Entscheidungsgrundlage vor der Ausführungsplanung.
- Leistbarkeits-Check: Kann ich mir mein Vorhaben leisten?Acht Schritte zu Ampel, Varianten und Finanzplan für Sanierung oder Neubau.
- Finanzierung der energetischen SanierungFörderkredite und Bankdarlehen kombinieren und Raten über die Laufzeit planen.
- Wirtschaftlichkeit-Grundlagen: Formeln der ToolsRechenwege für Finanzierung, Amortisation, CO₂-Bilanz und HEMS-Simulation zum Nachvollziehen.
- Energetische Fachplanung und Baubegleitung (BEG/KfW)Kontrolle von Dämmung, Luftdichtheit und Anlagentechnik bei der Umsetzung, einschließlich Inbetriebnahme der Wärmepumpe.
Häufige Fragen
Funktioniert eine Wärmepumpe auch in einem unsanierten Altbau?
Das entscheidet nicht das Baujahr, sondern die Vorlauftemperatur, die das Heizsystem am kältesten Tag braucht. Kommt das Haus mit den vorhandenen Heizkörpern bei moderaten Vorlauftemperaturen aus, ist eine Wärmepumpe technisch möglich. Ein einfacher Praxistest ist, die Vorlauftemperatur des bestehenden Kessels im Winter auf etwa 55 °C zu begrenzen und zu prüfen, ob alle Räume warm werden. Sicherheit gibt erst die raumweise Heizlast.
Warum ist die Heizlastberechnung so wichtig?
Die Heizlast nach DIN EN 12831 bestimmt die nötige Leistung der Wärmepumpe und zeigt raumweise, ob die vorhandenen Heizflächen ausreichen. Ein zu groß gewähltes Gerät taktet häufig und verschleißt schneller, ein zu kleines Gerät heizt an kalten Tagen mit dem Heizstab und verbraucht unnötig Strom. Die Leistung des alten Kessels ist kein Maßstab, weil Kessel im Bestand meist deutlich überdimensioniert sind.
Was ist der Unterschied zwischen COP und Jahresarbeitszahl?
Der COP ist der Leistungsfaktor in einem festen Betriebspunkt, etwa bei einer bestimmten Außen- und Vorlauftemperatur nach Prüfnorm. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom über ein ganzes Jahr am konkreten Gebäude. Eine JAZ von 3 bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärme werden. Für die Stromkosten zählt die JAZ, nicht der COP aus dem Datenblatt.
Muss ich für eine Wärmepumpe alle Heizkörper gegen Fußbodenheizung tauschen?
Nein. Entscheidend ist, dass die Heizflächen die raumweise Heizlast bei niedriger Vorlauftemperatur abdecken. Oft reicht es, einzelne zu kleine Heizkörper zu vergrößern und die Anlage hydraulisch abzugleichen. Eine Flächenheizung erlaubt die niedrigsten Vorlauftemperaturen und damit die höchste Arbeitszahl, ist aber keine Voraussetzung.
Ist der hydraulische Abgleich Pflicht?
Der hydraulische Abgleich ist die Voraussetzung dafür, dass jeder Heizkörper den vorgesehenen Volumenstrom erhält und die Vorlauftemperatur niedrig bleiben kann. § 60c GModG regelt, wann der Abgleich gesetzlich verlangt wird, und die Förderprogramme setzen ihn beim Heizungstausch voraus. Grundlage ist in beiden Fällen die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831.
Wie wirken sich Dämmung und Lüftung auf die Wärmepumpe aus?
Jede Verbesserung der Hülle senkt die Heizlast und erlaubt eine niedrigere Vorlauftemperatur; damit sinkt der Strombedarf der Wärmepumpe und das Gerät kann kleiner ausfallen. Ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 stellt sicher, dass die Lüftungswärmeverluste in der Heizlast richtig angesetzt sind. Die Reihenfolge der Maßnahmen legt der Sanierungsfahrplan fest.
Lohnt sich Photovoltaik zusammen mit einer Wärmepumpe?
Photovoltaik senkt die Stromkosten der Wärmepumpe vor allem in den Übergangsmonaten, wenn Ertrag und Heizbedarf zusammenfallen; im Kernwinter deckt sie nur einen kleinen Teil. Wie groß der Nutzen ist, hängt von Dachfläche, Speicher und Energiemanagement ab und lässt sich mit dem PV-Rechner und dem HEMS-Simulator gebäudebezogen durchrechnen. Für die Anrechnung in der Bilanz gilt § 23 GModG.
Wo finde ich die aktuellen Fördersätze für den Heizungstausch?
Dieser Leitfaden nennt bewusst keine Sätze oder Beträge, weil sie sich mit jeder Reform ändern. Die geltenden Bedingungen stehen auf der Seite zu den KfW-Programmen und den BAFA-Zuschüssen; der WP-Förderrechner arbeitet mit dem dort hinterlegten Rechtsstand. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden und setzt eine fachgerechte Planung mit Heizlast und hydraulischem Abgleich voraus.