Wo bleibt eigentlich der Sprit? — Wirkungsgrad von E-Auto und Verbrenner
Häufige Fragen
Wie viel von einem Liter Benzin kommt wirklich an den Rädern an?
In realer Mischfahrt rund 18 bis 25 Prozent. Etwa ein Drittel der Energie verlässt das Auto als Abgaswärme, ein weiteres Drittel muss der Kühler abführen. Der Rest geht an Reibung, Nebenaggregate, Leerlauf und den Antriebsstrang verloren.
Warum ist der Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors so niedrig?
Weil er eine Wärmemaschine ist. Er muss Kraftstoff verbrennen, um Druck zu erzeugen, und dabei entsteht zwangsläufig Wärme, die niemand nutzt. Das ist Physik, kein Konstruktionsfehler — der Wirkungsgrad ist nach oben begrenzt.
Wie hoch ist der Wirkungsgrad eines Elektroautos?
Ab Steckdose gerechnet, also einschließlich der Ladeverluste, kommen rund 78 Prozent an den Rädern an. Ein Elektromotor ist keine Wärmemaschine: Er wandelt Strom direkt in Drehung um, dabei fällt kaum Wärme an.
Wie viel Diesel entspricht ein E-Auto mit 18 kWh je 100 km?
Im geladenen Strom steckt die Energie von rund 1,8 Litern Diesel. Ein Dieselfahrzeug muss für dieselbe Strecke etwa 5,5 Liter tanken. Die Differenz von rund 3,7 Litern fährt niemand — sie wird als Abwärme über Auspuff und Kühler abgegeben.
Wie viel CO₂ und Schadstoffe stecken in 5,5 Litern Diesel?
Rund 14,5 Kilogramm CO₂, dazu nach Abgasnorm Euro 6 bis zu 8 Gramm Stickoxide, 50 Gramm Kohlenmonoxid, 0,5 Gramm Feinstaub und 9 Gramm Kohlenwasserstoffe je 100 Kilometer. Für die Verbrennung saugt der Motor dabei etwa 72 Kubikmeter Luft an — den Inhalt eines Wohnzimmers.
Wie viel bringt die Rekuperation?
In gemischter Fahrt kommen rund 20 Prozent der Radenergie beim Bremsen zurück in die Batterie. Aus den 78 Prozent der reinen Kette werden damit etwa 91 Prozent wirksam nutzbare Energie. Ein Verbrennungsmotor gewinnt beim Bremsen nichts zurück — dort wird die Bewegungsenergie vollständig zu Wärme und Bremsstaub.
Warum verbraucht ein Elektroauto im Winter mehr?
Weil ihm die Abwärme fehlt. Ein Verbrenner heizt den Innenraum nebenbei mit Motorwärme, die er ohnehin loswerden muss. Das E-Auto muss die Heizwärme eigens erzeugen. Eine Wärmepumpe im Fahrzeug mildert das deutlich.
Welche Schadstoffe entstehen neben CO₂?
Stickoxide, Feinstaub, Kohlenmonoxid, unverbrannte Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Ammoniak aus der Abgasnachbehandlung sowie Ozon als Folgeprodukt. Sie entstehen dort, wo das Fahrzeug fährt — an der Schule, in der Fußgängerzone, im Stau.
Ist ein Elektroauto damit emissionsfrei?
Nein, es ist emissionsfrei an der Stelle, wo es fährt. Der Strom wird anderswo erzeugt, die Batterieherstellung kostet Energie und Rohstoffe, Reifen- und Bremsabrieb bleiben. Der physikalische Abstand beim Wirkungsgrad ist aber so groß, dass er auch nach allen Abzügen bestehen bleibt.
Wie stark verbessert eine eigene PV-Anlage die Bilanz?
Erheblich, weil der geladene Strom dann nicht aus dem Netzmix stammt. Genau an dieser Stelle wird das Auto Teil des Hausenergiesystems — der Mobilitäts- und Energieberater rechnet das mit Ihrer Anlage, Ihrem Speicher und Ihrem Hausanschluss durch.