Gebäude-Ökobilanz berechnen nach DIN EN 15978 und QNG – Rechner, Anleitung und Beispiel

Ökobilanz (LCA) DIN EN 15978 v7.36.1
v20261015a
Geben Sie die Gebäudegeometrie ein — alle Bauteilflächen werden automatisch berechnet.

Gebäudegeometrie

Wählen Sie für jedes Bauteil den Aufbau. Die Materialien und Schichten werden automatisch zugeordnet.

Außenwand

16 cm

Dach / Oberste Geschossdecke

24 cm

Bodenplatte / Kellerdecke

12 cm

Innenwände

Geschossdecken

Fensteranteil und -typ bestimmen. Die Fensterfläche wird aus der Wandfläche berechnet.

Fenster

25%

Haustür

Wählen Sie die technischen Anlagen. Die Materialmengen werden automatisch aus der Datenbank zugeordnet.

📊 Endenergiebedarf (für B6-Phase)

🔥 Heizung

🌬️ Lüftung

☀️ Photovoltaik & Speicher

🚿 Warmwasser

⚙️ Großgeräte & Sonderbauteile (KG 400, QNG Schritt 2)

Anlagenteile, die der Sockelbetrag nicht abdeckt und deshalb einzeln zu erfassen sind — Tabellen 8–11 des Anhangs 3.1.1. Dazu zählen Wärmeerzeuger, Pufferspeicher (auch Edelstahl), Schornsteine, Tanks, Lüftungsgeräte, PV, Batteriespeicher und Aufzüge. Die Austauschzyklen sind vorbelegt, bleiben aber änderbar.
Bitte zuerst Gebäudedaten eingeben.

Häufige Fragen

Was ist eine Ökobilanz (LCA)?
Die Ökobilanz (Life Cycle Assessment) bewertet die Umweltwirkungen eines Gebäudes über den gesamten Lebenszyklus: von der Rohstoffgewinnung über Herstellung und Nutzung bis zum Rückbau. Bewertet werden vor allem Treibhausgasemissionen (GWP) und Primärenergiebedarf (PE).
Was bedeuten die Lebenszyklusphasen A, B, C, D?
A1–A3: Herstellung (Rohstoffe, Transport, Produktion). B4: Ersatz/Instandsetzung im Lebenszyklus. B6: Betrieblicher Energieeinsatz (Heizung, Strom). C3–C4: Entsorgung (Abfallbehandlung, Deponierung). D: Gutschriften für Recycling oder Energierückgewinnung.
Was ist der QNG-Grenzwert?
Für Wohngebäude verlangt das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) feste Anforderungswerte je Siegelstufe: QNG-PLUS höchstens 24 kg CO₂-Äqu./(m²·a) und 96 kWh PENRT/(m²·a), QNG-PREMIUM höchstens 20 kg und 64 kWh, jeweils je m² Nettoraumfläche und Jahr über 50 Jahre. Gerechnet werden Herstellung (A1–A3), Ersatz (B4), Betrieb (B6) und Entsorgung (C3–C4); Gutschriften aus Modul D werden nur getrennt ausgewiesen. Für Nichtwohngebäude wird der Anforderungswert projektspezifisch hergeleitet. Die KfW-Förderstufe „Klimafreundlicher Neubau mit QNG“ setzt das Siegel voraus.
Was sind graue Emissionen?
Graue Emissionen sind die Treibhausgasemissionen, die bei Herstellung, Transport, Ersatz und Entsorgung von Baustoffen und Anlagen entstehen, also alles außer dem Betrieb (Heizung, Warmwasser, Strom). Je sparsamer ein Gebäude im Betrieb ist, desto größer wird ihr Anteil an der Gesamtbilanz.
Wie viele Materialien enthält die Datenbank?
Die Datenbank des Rechners enthält über 400 Materialien mit GWP- und PE-Werten für Herstellung (A), Entsorgung (C) und Gutschriften (D). Die Daten stammen aus der ÖKOBAUDAT des Bundes. Enthalten sind Baustoffe von Mauerwerk über Dämmstoffe und Holz bis zur Haustechnik.
Was ist der Primärenergiefaktor?
Der Primärenergiefaktor gibt an, wie viel Primärenergie für die Bereitstellung von 1 kWh Endenergie nötig ist. Strom: 1,8 (hoher Umwandlungsverlust im Kraftwerk). Holz: 0,2 (nachwachsend). Gas/Öl: 1,1. Umweltwärme: 0,0. Ein niedriger Faktor ist günstiger.
Wie berechne ich die CO₂-Emissionen meiner Heizung?
CO₂ = Endenergieverbrauch × Emissionsfaktor. Nach Anlage 9 GModG gelten zum Beispiel: Erdgas 240 g/kWh, Heizöl 310 g/kWh, Strom aus dem Netz 560 g/kWh, Holz 20 g/kWh. Bei einer Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 4 entfallen auf jede kWh Heizwärme 560 / 4 = 140 g.
Kann Holzbau die Ökobilanz verbessern?
Ja. Holz bindet beim Wachsen CO₂; in der Herstellungsphase A hat es deshalb negative GWP-Werte (biogener Kohlenstoff). In der Datenbank liegen Nadelschnittholz, Konstruktionsvollholz und Brettschichtholz bei etwa −670 bis −770 kg CO₂/m³ in Phase A, Transportbeton C20/25 bis C30/37 bei etwa +230 bis +280 kg CO₂/m³. In Phase C (Verbrennung) wird das gebundene CO₂ wieder frei.
Was ist die Nettoraumfläche (NRF)?
Die NRF nach DIN 277 ist die Summe aller nutzbaren Raumflächen abzüglich der Konstruktionsflächen (Wände, Stützen). Sie dient als Bezugsgröße für den QNG-Grenzwert. Faustregel: NRF ≈ 85 % der Bruttogrundfläche (BGF).
Wie lange ist der Betrachtungszeitraum?
Für das QNG-Siegel beträgt der Betrachtungszeitraum 50 Jahre. Bauteile, deren Nutzungsdauer kürzer ist, werden im Modul B4 ersetzt, mit Herstellung und Entsorgung jedes Austauschs. Maßgeblich sind die Nutzungsdauern der BNB-Tabelle.

Was ist eine Gebäude-Ökobilanz?

Eine Gebäude-Ökobilanz (Life Cycle Assessment, LCA) erfasst die Umweltwirkungen eines Gebäudes über seinen gesamten Lebenszyklus: Herstellung der Bauprodukte, Ersatz verschlissener Bauteile, Energieverbrauch im Betrieb, Rückbau und Entsorgung. Methodische Grundlage ist DIN EN 15978 auf Gebäudeebene; die Kennwerte der einzelnen Bauprodukte stammen aus Umweltproduktdeklarationen (EPD) nach DIN EN 15804.

Bewertet werden zwei Indikatoren: das Treibhauspotenzial GWP in kg CO2-Äquivalent und der nicht erneuerbare Primärenergiebedarf PENRT in kWh, jeweils je Quadratmeter Bezugsfläche und Jahr. Nach den QNG-Bilanzierungsregeln ist die Bezugsfläche die Nettoraumfläche NRF(R) nach DIN 277:2021-08 und der Betrachtungszeitraum 50 Jahre.

Der Rechner unten bildet genau diese Systematik ab: Er leitet aus Geometrie, Bauteilaufbauten, Fenstern und Anlagentechnik die Materialmengen ab, bewertet sie mit generischen ÖKOBAUDAT-Datensätzen und ergänzt den Betrieb aus dem Endenergiebedarf. Das Ergebnis erscheint als GWP und PENRT je m²NRF und Jahr, getrennt nach Lebenszyklusmodulen und Kostengruppen.

Wann brauche ich eine Ökobilanz? (Anlass, Pflicht, Norm)

QNG-Siegel. Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude verlangt für Wohngebäude feste Anforderungswerte je Siegelstufe. Nach QNG-Handbuch Anlage 3 (ANF1-WG2) gilt für QNG-PLUS höchstens 24 kg CO2-Äq./(m²NRF·a) GWP und 96 kWh/(m²NRF·a) PENRT, für QNG-PREMIUM höchstens 20 kg CO2-Äq./(m²NRF·a) und 64 kWh/(m²NRF·a). Für Nichtwohngebäude gibt es keine festen Grenzwerte; der Anforderungswert wird projektspezifisch aus LCA-Klasse, PV-Referenz, Referenz-Betriebsenergie, Aufzügen und Nutzerstrom je Zone hergeleitet (Anhang 3.2.1.2).

Förderung. Die Förderstufe „Klimafreundlicher Neubau mit QNG" der KfW setzt das Siegel und damit die Ökobilanz voraus; auch die Grundstufe stellt Anforderungen an die Lebenszyklusbilanz. Die Konditionen ändern sich, deshalb nennen wir hier keine Sätze: Details auf /kfw/programme/.

Gesetzliche Pflicht. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) führt mit § 88b die Ermittlung der Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen ein: ab dem 1. Januar 2028 für neu zu errichtende Gebäude mit mehr als 1.000 m² Nutzfläche, ab dem 1. Januar 2030 für alle neu zu errichtenden Gebäude. Das Ergebnis wird als Masse in kg CO2-Äquivalent je m² Bilanzbezugsfläche und Jahr angegeben (§ 7 Absatz 5), die Bilanzierungsregeln liefert Anhang A der DIN SPEC 91606:2026-07. Der Bericht zur Treibhausgas-Bilanz ist Teil des Energieausweises und darf nur von Personen mit entsprechender Fortbildung ausgestellt werden (§ 88c). Mehr zum Gesetz unter /wissen/geg/, zum europäischen Rahmen unter /wissen/epbd/.

LCA vs. Energiebilanz vs. CO2-Bilanz des Betriebs

Die drei Begriffe werden ständig verwechselt; sie beantworten aber verschiedene Fragen.

BilanzFrageNormErgebnis
Energiebilanz (GModG-Nachweis)Wie viel Energie braucht das Gebäude im Betrieb?DIN V 18599:2018-09Endenergie, Primärenergie QP, H'T
CO2-Bilanz des BetriebsWie viel Treibhausgas verursacht dieser Energieverbrauch?Emissionsfaktoren je Energieträgerkg CO2-Äq./(m²·a), nur Modul B6
Ökobilanz (LCA)Wie viel Treibhausgas und Primärenergie verursacht das Gebäude insgesamt, einschließlich Bau, Ersatz und Rückbau?DIN EN 15978 / DIN EN 15804, QNG-BilanzregelnGWP und PENRT je m²NRF·a über 50 Jahre

Die Energiebilanz ist also ein Baustein der Ökobilanz, nicht ihr Ersatz. Der Endenergiebedarf aus der DIN V 18599 geht als Modul B6 in die LCA ein und wird dort mit Emissions- und Primärenergiefaktoren bewertet. Alles, was vor der Schlüsselübergabe und nach dem Rückbau anfällt, sieht die Energiebilanz nicht. Je effizienter ein Neubau im Betrieb ist, desto größer wird der Anteil dieser „grauen" Emissionen an der Gesamtsumme.

Bilanzgrenzen und Module

DIN EN 15978 gliedert den Lebenszyklus in Module. Für den QNG-Nachweis von Wohngebäuden werden nicht alle gerechnet, sondern ein festgelegter Ausschnitt:

  • A1–A3 Herstellung: Rohstoffgewinnung, Transport zum Werk, Produktion. Bezugsgröße sind die eingebauten Mengen.
  • B4 Ersatz: Bauteile, deren Nutzungsdauer kürzer ist als der Betrachtungszeitraum, werden erneuert. Jede Erneuerung zählt einmal Herstellung (A1–A3) und einmal Entsorgung (C3–C4) des ausgebauten Bauteils. Maßgeblich ist die BNB-Tabelle „Nutzungsdauern von Bauteilen", Stand 24.02.2017; Ersatzmaßnahmen werden bis einschließlich des 49. Jahres angesetzt.
  • B6 Betrieb: Energiebedarf für Heizung, Warmwasser und Lüftung (B6.1) sowie Nutzerstrom (B6.3). Für Wohngebäude gilt eine Pauschale von 20 kWh/(m²·a) Haushaltsstrom; bei Nichtwohngebäuden kommen Aufzüge und zentrale Dienste (B6.2) hinzu und der Nutzerstrom wird je Nutzungszone angesetzt.
  • C3–C4 Entsorgung: Abfallbehandlung und Beseitigung am Lebensende.
  • D Gutschriften: Recycling- und Verwertungspotenziale jenseits der Systemgrenze. Sie werden getrennt ausgewiesen und gehen nicht in die QNG-Summe ein.

Nicht Teil der QNG-Bilanz sind unter anderem Bauprozess (A4–A5), Instandhaltung und Reparatur (B2–B3), Wasserverbrauch (B7) sowie Rückbau und Transport (C1–C2). Vor jedem Vergleich mit einer Bilanz nach anderem Regelwerk sind Module und Zeitraum abzugleichen.

Technische Anlagen (KG 400): Die QNG-Regeln erlauben für die Anlagentechnik einen Sockelbetrag je m²NRF und Jahr, abhängig vom energetischen Standard, ergänzt um den Einzelnachweis großer Geräte wie Wärmeerzeuger, Speicher, Lüftungsgerät und PV-Anlage. Der Rechner unten bildet beide Schritte ab und lässt den Modus umschalten.

Was die Datenbasis (ÖKOBAUDAT) kann und nicht kann

Die ÖKOBAUDAT des Bundes ist die maßgebliche Datengrundlage für QNG-konforme Bilanzen. Sie enthält generische Datensätze (Durchschnittswerte mit Sicherheitsaufschlag), Durchschnitts-EPD von Verbänden und produktspezifische EPD einzelner Hersteller, alle gegliedert nach den Modulen der DIN EN 15804.

Was sie leistet: Für praktisch jedes Bauprodukt liegt ein Kennwert je Masse, Fläche oder Volumen vor, mit dem sich eine Vorbilanz im Entwurf rechnen lässt. Was sie nicht leistet: Sie kennt Ihr konkretes Produkt nicht. Generische Werte liegen bewusst auf der sicheren Seite. Wer knapp über dem Anforderungswert liegt, gewinnt oft Spielraum, indem er für die Hauptmassen (Beton, Mauerwerk, Dämmung, Fenster) produktspezifische EPD einsetzt.

Zwei Grenzen des Rechners unten sind offen benannt: Die eingebetteten Datensätze sind generische Werte ohne dokumentierte ÖKOBAUDAT-Ausgabe, und Schichten ohne Zuordnung werden gekennzeichnet und nicht bilanziert. Für einen Zertifizierungsnachweis müssen Datensatz-Ausgabe und Datenqualitätsebene je Schicht belegt sein.

Welche Eingaben der Rechner braucht

Der Rechner führt in vier Schritten durch die Eingabe; bei einem angelegten Projekt sind Geometrie, Hüllflächen und Endenergie aus dem CAD-Editor und dem Gebäudeprofil vorbelegt.

  1. Gebäude: Gebäudekategorie (Wohngebäude oder Nichtwohngebäude), Betrachtungszeitraum (50 Jahre nach QNG; 30 und 100 Jahre nur zum Vergleich), Stand der Bilanz (Entwurf oder As-built), QNG-Stufe PLUS, PREMIUM oder „kein QNG", Strommix-Szenario und der Modus der KG-400-Bilanzierung. Bei Nichtwohngebäuden zusätzlich LCA-Klasse K1 bis K6, Anforderungsniveau, Dachaufsichtsfläche, Referenz-Betriebsenergie B6.1, Aufzüge und dominante Nutzungszone. Woher: Bauantrag, Nutzungskonzept, Energiebilanz nach DIN V 18599.
  2. Geometrie: Länge, Breite, Geschosshöhe, Zahl der beheizten Geschosse, Keller (Bodenplatte oder unterkellert) mit Kellerhöhe, Dachform und Dachneigung. Daraus werden alle Bauteilflächen abgeleitet. Die NRF(R) nach DIN 277 tragen Sie aus dem Flächennachweis ein; bleibt das Feld leer, schätzt der Rechner sie als 85 % der Bruttogrundfläche.
  3. Konstruktion: je ein Aufbau für Außenwand, Dach oder oberste Geschossdecke, Bodenplatte oder Kellerdecke, Innenwände und Geschossdecken, dazu die Dämmstärke per Schieberegler. Woher: Baubeschreibung, Wandaufbau aus dem U-Wert-Rechner.
  4. Fenster und Türen: Fensteranteil an der Wandfläche, Rahmenwerkstoff (Kunststoff, Holz, Holz-Aluminium, Aluminium), Zweifach- oder Dreifachverglasung, Anzahl und Fläche der Haustüren. Woher: Fensterliste des Architekten.
  5. Heizung und TGA: spezifische Endenergie in kWh/(m²·a) aus dem Wärmeschutznachweis oder per Auto-Berechnung nach DIN V 18599, Wärmeerzeuger (Wärmepumpe Luft, Sole oder Wasser in Leistungsklassen, Gas- oder Öl-Brennwert, Pellets, Fernwärme), Wärmeübergabe, Lüftungsanlage mit oder ohne Wärmerückgewinnung, PV-Fläche, PV-Leistung in kWp, Batteriespeicher, Warmwasserbereitung, Pufferspeicher und Schornstein. Woher: Anlagenplanung, PV-Dachplan.
Erstellen Sie die Ökobilanz (LCA) Ihres Gebäudes nach DIN EN 15978. Berechnung von Treibhausgasemissionen (GWP) und Primärenergie (PE) über die Module A1–A3, B4, B6 und C3–C4, Gutschriften D getrennt. Über 400 Materialien aus der ÖKOBAUDAT. Prüfung der QNG-Anforderungswerte (PLUS ≤ 24, PREMIUM ≤ 20 kg CO₂/(m²·a)), Voraussetzung für die KfW-Förderstufe mit QNG.

Beispielrechnung

Ein freistehendes Einfamilienhaus, Wohngebäude, NRF(R) 150 m², Betrachtungszeitraum 50 Jahre, Ziel QNG-PLUS. Die Zahlen sind bewusst rund und dienen nur dazu, den Rechenweg zu zeigen; die Emissionsfaktoren sind Beispielannahmen, im Rechner wählen Sie das Strommix-Szenario.

Schritt 1, graue Emissionen der Baukonstruktion (KG 300). Der Rechner summiert über alle Schichten Masse × GWP-Kennwert je Modul:

ModulGWP gesamt [kg CO2-Äq.]Rechenweg
A1–A3 Herstellung60.000Summe Masse × Kennwert A1–A3
B4 Ersatz15.000Fenster, Putze, Dachdeckung u. a. nach BNB-Nutzungsdauer: je Erneuerung 1 × A1–A3 + 1 × C3–C4
C3–C4 Entsorgung12.000Summe Masse × Kennwert C3–C4
Summe KG 30087.00087.000 ÷ 150 m² ÷ 50 a = 11,6 kg/(m²·a)

Schritt 2, Anlagentechnik (KG 400). Sockelbetrag nach QNG-Tabelle für den energetischen Standard des Gebäudes, im Beispiel 1,3 kg CO2-Äq./(m²·a); die PV-Anlage wird zusätzlich einzeln bilanziert, ihr Eigennutzungsanteil trägt im Beispiel 0,3 kg/(m²·a) bei.

Schritt 3, Betrieb (B6). Heizwärme und Warmwasser 45 kWh/(m²·a) Nutzenergie, Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3 → Strombezug 15 kWh/(m²·a). Nutzerstrom pauschal 20 kWh/(m²·a). Summe Strom 35 kWh/(m²·a), das sind 5.250 kWh/a. Die PV-Anlage deckt davon im Beispiel 2.250 kWh/a selbst, also 15 kWh/(m²·a); der Eigenverbrauch wird mit dem Faktor 0 bewertet. Netzbezug 35 − 15 = 20 kWh/(m²·a). Mit einem angenommenen Emissionsfaktor von 0,4 kg CO2-Äq./kWh: 20 × 0,4 = 8,0 kg/(m²·a).

Schritt 4, Summe und Bewertung. 11,6 + 1,3 + 0,3 + 8,0 = 21,2 kg CO2-Äq./(m²NRF·a). Das liegt unter dem PLUS-Wert von 24, aber über dem PREMIUM-Wert von 20. Der PENRT wird auf demselben Weg mit Primärenergiefaktoren gerechnet und gegen 96 bzw. 64 kWh/(m²NRF·a) geprüft. Modul D (im Beispiel eine Gutschrift aus Recycling und Stromexport) erscheint als eigene Zeile und bleibt außerhalb der Summe.

Der typische Befund: Beim Wärmepumpenhaus mit PV stammt mehr als die Hälfte des Ergebnisses aus der Konstruktion. Wer auf PREMIUM will, muss an die Massen und an die Datensätze der großen Posten.

Typische Fehler

  • Falsche Bezugsfläche. Wohnfläche oder BGF statt NRF(R) nach DIN 277. Folge: Der Kennwert verschiebt sich um 10 bis 20 %, je nach Richtung sieht das Gebäude besser oder schlechter aus, als es ist. Abhilfe: NRF(R) aus dem Flächennachweis eintragen, nicht die 85-%-Schätzung stehen lassen.
  • Nutzungsdauern geschätzt. Wer Holz, Dämmung oder Fenster mit „gefühlten" 30 Jahren ansetzt, verdoppelt deren Herstellungsemissionen über B4. Folge: Holzbauten fallen scheinbar durch. Abhilfe: BNB-Tabelle Stand 24.02.2017 anwenden, wie es das QNG-Handbuch vorschreibt; der Rechner meldet, ob die Tabelle geladen ist.
  • Endenergie absolut statt spezifisch. 24.000 kWh/a im Feld für kWh/(m²·a) lässt Modul B6 explodieren. Folge: Bilanz um ein Vielfaches zu hoch. Abhilfe: Wert aus dem Wärmeschutznachweis je m² übernehmen oder die Auto-Berechnung nach DIN V 18599 nutzen.
  • Modul D in die Summe gerechnet. Recyclinggutschriften mindern das Ergebnis scheinbar um mehrere kg. Folge: Der Nachweis wird von der Zertifizierungsstelle zurückgewiesen. Abhilfe: D nur nachrichtlich ausweisen; die QNG-Summe umfasst A1–A3, B4, B6 und C3–C4.
  • PV-Export als Gutschrift verbucht. Der ins Netz gespeiste Strom senkt die Bilanz nicht; nur der Eigenverbrauch wird mit Faktor 0 bewertet. Abhilfe: Eigennutzungsanteil realistisch ansetzen oder den QNG-Rechenwert verwenden, der Rechner trennt beides.
  • Anlagentechnik doppelt. Sockelbetrag plus vollständige Einzelnachweise aller Komponenten. Folge: KG 400 zählt zweimal. Abhilfe: Modus im Rechner bewusst wählen: Sockel plus Großgeräte, nur Sockel oder nur Einzelnachweis.
  • Entwurfsbilanz als Nachweis abgegeben. Materialwechsel in der Ausführung ändern das Ergebnis. Abhilfe: Bilanz als As-built fortschreiben, wie es die EPBD vorsieht.

Was eine professionelle Berechnung kostet

Eine zertifizierungsfähige Ökobilanz bieten wir auf Anfrage an; der Aufwand hängt weniger von der Gebäudegröße ab als von der Datenlage. Treiber sind die Vollständigkeit des Mengengerüsts (CAD-Modell oder Kostenberechnung nach DIN 276 vorhanden, oder Aufmaß aus Plänen), die Zahl der Bauteilaufbauten und Sonderkonstruktionen, die Beschaffung produktspezifischer EPD, die Gebäudeart (Nichtwohngebäude verlangen die projektspezifische Herleitung des Anforderungswerts) und die Zahl der Entwurfsvarianten. Eine Energiebilanz nach DIN V 18599 muss vorliegen oder wird mit beauftragt.

Berechnung beauftragen

Sie erhalten die Ökobilanz nach DIN EN 15978 und den QNG-Bilanzierungsregeln mit dokumentiertem Mengengerüst, Datensatz-Nachweis je Schicht, Nutzungsdauern nach BNB-Tabelle, Modulaufstellung und Bewertung gegen den Anforderungswert, bei Nichtwohngebäuden einschließlich der Herleitung des projektspezifischen Werts. Auf Wunsch begleiten wir die Optimierung im Entwurf und die Dokumentation für die Zertifizierungsstelle. Leistungsbeschreibung unter /leistungen/qng/ und /leistungen/oekobilanz-qng/, Anfrage über /ueber-uns/kontakt/. Das Ergebnis legen wir auf Wunsch im Gebäudepass ab.

Normen und Quellen

  • DIN EN 15978 – Nachhaltigkeit von Bauwerken – Bewertung der umweltbezogenen Qualität von Gebäuden – Berechnungsmethode
  • DIN EN 15804 – Nachhaltigkeit von Bauwerken – Umweltproduktdeklarationen – Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte
  • DIN 277:2021-08 – Grundflächen und Rauminhalte im Hochbau (Nettoraumfläche NRF)
  • DIN V 18599:2018-09 – Energetische Bewertung von Gebäuden (Modul B6, Betriebsenergie)
  • QNG-Handbuch, Anlage 3 „Anforderungen des Bundes" mit Anhang 3.1.1 (LCA-Bilanzregeln Wohngebäude) und Anhang 3.2.1.2 (Anforderungswert Nichtwohngebäude)
  • BBSR: Nutzungsdauern von Bauteilen für Lebenszyklusanalysen nach BNB, Stand 24.02.2017
  • ÖKOBAUDAT des BMWSB/BBSR, Datengrundlage nach DIN EN 15804
  • Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), § 7 Absatz 5, § 85 Absatz 1 Nummer 17, § 88b und § 88c; DIN SPEC 91606:2026-07
  • Richtlinie (EU) 2024/1275 (EPBD), Anhang III – Lebenszyklus-Treibhauspotenzial
Dipl.-Ing. Rolf Krause

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