PV-Wirtschaftlichkeit nach EEG und GModG § 23 – Rechner, Anleitung und Beispiel

PV-Auslegung VDI 6012 v7.36.1
v20261013a

📊 Grunddaten zum Objekt

⚡ PV-Anlagen-Auslegung

Auto-Berechnung: kWp = nutzbare Dachfläche × spez. Leistung (≈ 168 W/m² Modulfläche).
Solarpflicht (NRW/BY/BW Neubau): mindestens 25 % der Bruttodachfläche müssen als PV-Modulfläche belegt werden. Der höhere der beiden Werte (technisches Optimum vs. Pflicht-Mindestmaß) wird angesetzt.
Manuelle Eingabe überschreibt die Auto-Berechnung; Batterie skaliert dann automatisch mit (≈ 1 kWh pro kWp) — solange du sie nicht selbst änderst.

🔧 Betriebskosten

💰 Erträge & Förderung

🏦 Finanzierung

Kumulierter Cashflow über 25 Jahre

Energiebilanz pro Jahr

Häufige Fragen

Was berechnet der PV-Wirtschaftlichkeitsrechner?
Der Rechner bewertet die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik-Anlage über 25 Jahre: Investitionskosten, jährliche Erträge aus Eigenverbrauch und Einspeisung, Betriebskosten, Kapitalrendite (ROI), Amortisationszeit und Gesamtgewinn über die Nutzungsdauer.
Wie viel Strom erzeugt meine PV-Anlage?
In Deutschland erzeugt 1 kWp PV-Leistung ca. 850–1.100 kWh/Jahr, abhängig von Standort, Dachausrichtung und Neigung. Optimum: Süd-Ausrichtung, 30–35° Neigung. Ost/West-Ausrichtung erzeugt ca. 15–20 % weniger, verteilt den Ertrag aber gleichmäßiger über den Tag.
Wie groß sollte meine PV-Anlage sein?
Faustregel: 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Ein 4-Personen-Haushalt (4.500 kWh/a) → 5 kWp. Mit Wärmepumpe (+3.000–5.000 kWh) und E-Auto (+2.500 kWh): 10–15 kWp. Die maximale Anlagengröße richtet sich nach der verfügbaren Dachfläche (ca. 5–6 m² pro kWp).
Lohnt sich ein Batteriespeicher?
Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch von ca. 30 % auf 50–70 %, vermeidet also den Bezug von teurem Netzstrom (ca. 35 ct/kWh) statt günstiger Einspeisevergütung (ca. 8 ct/kWh). Bei aktuellen Speicherpreisen (500–800 €/kWh) amortisiert sich der Speicher in ca. 8–12 Jahren.
Was ist die Einspeisevergütung?
Die Einspeisevergütung ist der gesetzlich festgelegte Preis, den Sie für ins Netz eingespeisten PV-Strom erhalten (EEG-Vergütung). Aktuell: ca. 8,0 ct/kWh für Anlagen ≤ 10 kWp, ca. 7,0 ct/kWh für 10–40 kWp. Die Vergütung wird für 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr garantiert.
Was kostet eine PV-Anlage?
Komplettpreis inkl. Installation: ca. 1.200–1.800 €/kWp (ohne Speicher). Eine 10-kWp-Anlage kostet ca. 12.000–18.000 €. Batteriespeicher (10 kWh): zusätzlich 5.000–8.000 €. KfW-Förderung: Kredit 270 (zinsgünstig), keine direkten Zuschüsse mehr für PV seit 2023.
Wie wird die Eigenverbrauchsquote berechnet?
Eigenverbrauchsquote = selbst genutzter PV-Strom / gesamte PV-Erzeugung × 100 %. Ohne Speicher bei Standard-Lastprofil: ca. 25–35 %. Mit Speicher: 50–70 %. Mit Wärmepumpe und E-Auto (hoher Verbrauch, teilweise tagsüber): bis 80 %.
Was bedeutet die Degradation?
PV-Module verlieren pro Jahr ca. 0,3–0,5 % ihrer Leistung (Degradation). Nach 25 Jahren erzeugt die Anlage noch ca. 85–90 % der ursprünglichen Leistung. Die Herstellergarantie deckt meist 80 % nach 25 Jahren ab. Der Rechner berücksichtigt die Degradation in der Ertragsberechnung.
Welche Dachausrichtung ist optimal?
Süd: 100 % Ertrag (Optimum). Südost/Südwest: ca. 95 %. Ost/West: ca. 80–85 %. Nord: ca. 55–65 % (selten wirtschaftlich). Die optimale Dachneigung beträgt 30–35° für Süd, bei Ost/West sind flachere Neigungen (10–20°) etwas besser.
Muss ich Steuern auf PV-Erträge zahlen?
Seit 2023 sind PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern von der Einkommensteuer befreit. Auch die Mehrwertsteuer auf Kauf und Installation entfällt (0 % USt). Bei größeren Anlagen oder Mehrfamilienhäusern gelten andere Regeln — steuerliche Beratung empfohlen.

Was berechnet ein PV-Wirtschaftlichkeitsrechner?

Ein PV-Wirtschaftlichkeitsrechner stellt einer Photovoltaik-Anlage über ihre Nutzungsdauer Geld gegenüber: auf der einen Seite die Investition in Module, Wechselrichter, Montage und gegebenenfalls Speicher, auf der anderen Seite den jährlichen Nutzen aus vermiedenem Netzstrombezug und aus der Einspeisevergütung, abzüglich der laufenden Betriebskosten. Aus dieser Gegenüberstellung entstehen die vier Kennzahlen, auf die es ankommt: Amortisationszeit, Gesamtgewinn, Rendite und Autarkiegrad.

Der Rechner unten arbeitet als Jahressimulation über 25 Jahre. Jedes Jahr wird der Ertrag mit der Degradation der Module abgemindert, der Strompreis mit der angenommenen Steigerung fortgeschrieben, die Einspeisevergütung nur innerhalb ihrer Laufzeit gutgeschrieben und eine eventuelle Kreditrate abgezogen. Der kumulierte Cashflow beginnt beim eingesetzten Eigenkapital im Minus; das Jahr, in dem er die Nulllinie überschreitet, ist die Amortisationszeit. Die Rendite bezieht den Gesamtgewinn auf das Eigenkapital und die 25 Jahre — eine statische Betrachtung ohne Abzinsung, die für die Kaufentscheidung ausreicht, aber keine dynamische Investitionsrechnung ersetzt.

Der Ertrag selbst wird aus drei Größen gebildet: der Anlagenleistung in kWp, dem spezifischen Ertrag in kWh je kWp und Jahr für den Standort sowie zwei Abminderungsfaktoren für Ausrichtung und Neigung. Der Rechner setzt für Süd 1,00, für Südost und Südwest 0,95 und für Ost oder West 0,85; zwischen 25° und 45° Dachneigung gibt es keinen Abschlag, flachere und steilere Dächer werden anteilig abgemindert. Das sind Erfahrungswerte für Deutschland, keine Normwerte.

Wann brauche ich die Rechnung? (Kaufentscheidung, Speicher, Wärmepumpe)

Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung ist keine Pflicht, sondern die Grundlage für drei typische Entscheidungen. Erstens die Kaufentscheidung selbst: Lohnt die Anlage bei meinem Verbrauch, meinem Dach und meinem Angebot, und wie empfindlich reagiert das Ergebnis, wenn der Strompreis nicht wie angenommen steigt. Zweitens die Speicherfrage: Ein Batteriespeicher verschiebt Solarstrom vom Mittag in den Abend und hebt die Eigenverbrauchsquote — er kostet aber Geld, das die verschobenen Kilowattstunden erst wieder hereinholen müssen. Drittens die Kopplung mit einer Wärmepumpe oder einem Elektrofahrzeug, die den Jahresstromverbrauch und damit die sinnvolle Anlagengröße deutlich verändert.

Dazu kommt der Neubau. Mehrere Landesbauordnungen verlangen eine Solarpflicht mit einem Mindestanteil der Dachfläche; der Rechner übernimmt diesen Anteil aus dem Gebäudesteckbrief und setzt die Anlagengröße nicht darunter an. Und im Wärmeschutznachweis darf Strom aus gebäudenah erzeugter Photovoltaik nach GModG § 23 auf den Primärenergiebedarf angerechnet werden — die hier ausgelegte Anlagenleistung wird deshalb in den Projektspeicher geschrieben und steht dem Wärmeschutznachweis zur Verfügung.

Ertrag vs. Eigenverbrauch vs. Rendite — die häufigste Verwechslung

Der Ertrag in kWh sagt, wie viel Strom die Anlage erzeugt. Die Eigenverbrauchsquote sagt, welcher Anteil dieses Ertrags im Haus verbraucht wird statt ins Netz zu fließen. Der Autarkiegrad sagt umgekehrt, welchen Anteil des Hausverbrauchs die Anlage deckt. Die Rendite hängt fast ausschließlich an der Eigenverbrauchsquote, weil jede selbst verbrauchte Kilowattstunde den vollen Bezugspreis spart, jede eingespeiste nur den aktuellen EEG-Satz einbringt — und der liegt deutlich unter dem Bezugspreis.

Daraus folgt eine Regel, die viele Angebote ignorieren: Eine größere Anlage erhöht den Ertrag, senkt aber die Eigenverbrauchsquote, weil der Mittagsüberschuss wächst und der Hausverbrauch nicht mitwächst. Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote eines Haushalts mit üblichem Lastprofil grob bei einem Viertel bis einem Drittel, mit Speicher etwa doppelt so hoch. Der Rechner übernimmt beide Quoten als Eingabe, damit Sie sie an Ihr Lastprofil anpassen können.

Merksatz: Speicher-Nutzen je Jahr = verschobene Kilowattstunden × (Bezugspreis − EEG-Satz). Nur diese Differenz bezahlt den Speicher, nicht der ganze Strompreis.

PV und Wärmepumpe

Die Wärmepumpe ist der größte Stromverbraucher im Haus und verändert die PV-Rechnung an zwei Stellen. Erstens steigt der Jahresstromverbrauch um den Strombedarf der Wärmepumpe: Heizwärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl, dazu das Warmwasser. Diese Zahl liefert der Wärmepumpen-Rechner aus der Heizlast; tragen Sie die Summe unten als Jahresstromverbrauch ein, nicht nur den Haushaltsstrom.

Zweitens passen Erzeugung und Verbrauch zeitlich schlecht zusammen: Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, die Anlage liefert den meisten im Sommer. Ein Speicher überbrückt Stunden, keine Jahreszeiten. Realistisch deckt die Photovoltaik den Warmwasserbetrieb im Sommer und den Heizbetrieb in der Übergangszeit; der Kernwinter bleibt Netzstrom. Setzen Sie die Eigenverbrauchsquote deshalb mit Wärmepumpe nicht automatisch höher an — der Absolutwert des Eigenverbrauchs steigt, die Quote bezogen auf den Ertrag nur maßvoll. Wie sich die Anlagenkette insgesamt verhält, erklärt die Seite Wärmepumpe verstehen.

Dachbelegung und Stringplan

Dieser Rechner arbeitet auf der Ebene kWp und Dachfläche: Aus der verfügbaren Fläche leitet er eine Modulanzahl ab und rechnet mit rund 2,5 m² je Modul einschließlich Abständen und einer Modulleistung von 420 Wp. Welche Module tatsächlich auf die Dachfläche passen, wie Gauben, Schornstein und Dachfenster die Belegung beschneiden, wie Verschattung den Ertrag einzelner Strings drückt und wie die Strings auf den Wechselrichter verteilt werden, berechnet der PV-Dachplan auf der Geometrie aus dem CAD-Editor. Legen Sie zuerst das Dach, dann rechnen Sie hier mit der belegbaren Leistung.

Welche Eingaben der Rechner braucht

Die Felder sind in fünf Gruppen geordnet. Vorbelegte Werte sind Startwerte, keine Empfehlung.

Grunddaten zum Objekt

  • Jahresstromverbrauch (kWh/Jahr) — aus der Jahresabrechnung des Versorgers, mit Wärmepumpe und Elektroauto zuzüglich deren Bedarf.
  • Strompreis aktuell (€/kWh brutto) und jährliche Strompreissteigerung (%) — Arbeitspreis aus der Abrechnung; die Steigerung ist eine Annahme, prüfen Sie das Ergebnis mit einem niedrigeren Wert.
  • Dachausrichtung, Dachneigung (Grad), verfügbare Dachfläche (m²), PLZ — aus dem Gebäudesteckbrief oder dem Dachplan; die Neigung steht in der Bauzeichnung oder ergibt sich aus Firsthöhe und Hausbreite.

Anlagen-Auslegung

  • PV-Anlagenleistung (kWp) — aus dem Angebot oder aus dem Dachplan; Faustwert 1 kWp je 1.000 kWh Jahresverbrauch, nach oben durch die Dachfläche begrenzt.
  • Investitionskosten (€/kWp), Speicherkapazität (kWh) und Speicherkosten (€), Wechselrichter, Montage, Zusatzkosten — aus dem Angebot des Installateurs; ohne Angebot bleiben es Annahmen, die Sie als solche behandeln sollten.

Betriebskosten

  • Wartung, Versicherung, Reparaturrücklage, Zählergebühren (€/Jahr) — Versicherung aus dem Wohngebäude- oder PV-Vertrag, Zählergebühr aus dem Netzbetreiberpreisblatt, Rücklage vor allem für den Wechselrichtertausch nach etwa der halben Laufzeit.

Erträge

  • Einspeisevergütung (Cent/kWh) und Laufzeit (Jahre) — der aktuelle EEG-Satz für Ihre Anlagengröße und Ihren Inbetriebnahmemonat; die Vergütung gilt für 20 Jahre zuzüglich Inbetriebnahmejahr.
  • Erwarteter spezifischer Ertrag (kWh/kWp/Jahr) — für den Standort; Ausrichtung und Neigung rechnet der Rechner selbst ein.
  • Eigenverbrauchsquote ohne und mit Speicher (%) — aus Ihrem Lastprofil; der Rechner nimmt die Quote mit Speicher, sobald eine Speicherkapazität eingetragen ist.
  • Degradation (%/Jahr) — aus dem Moduldatenblatt (Leistungsgarantie).

Finanzierung und Steuer

  • Eigenkapitalanteil (%), Kreditzinssatz, Kreditlaufzeit — aus dem Finanzierungsangebot; der Rechner bildet daraus eine Annuität.
  • Förderungen/Zuschüsse (€) — nur eintragen, was bewilligt ist; ob eine Anlage förderfähig ist, steht auf /kfw/programme/ und /bafa/zuschuesse/.
  • MwSt-Befreiung, Abschreibung — der Nullsteuersatz gilt für die meisten Anlagen auf Wohngebäuden; ob eine Abschreibung überhaupt in Frage kommt, klärt Ihr Steuerberater.
Berechnen Sie die Wirtschaftlichkeit Ihrer PV-Anlage über 25 Jahre. Ermittlung von Eigenverbrauchsquote, Einspeisevergütung, Amortisationszeit und Gesamtrendite. Berücksichtigung von Batteriespeicher, Modul-Degradation und Strompreissteigerung. Optimale Auslegung nach Dachfläche, Ausrichtung und Verbrauchsprofil.

Beispielrechnung

Ein Einfamilienhaus mit 5.000 kWh Jahresstromverbrauch, Süddach mit 35° Neigung. Alle Beträge sind Annahmen für das Rechenbeispiel, keine Marktpreise — Ihr Angebot ersetzt sie.

GrößeAnnahmeHerkunft
Anlagenleistung8 kWp (19 Module × 420 Wp)Dachfläche 50 m²
Spezifischer Ertrag950 kWh/kWp·aStandort Niederrhein
Faktoren Ausrichtung / Neigung1,00 / 1,00Süd, 35°
Bezugspreis0,35 €/kWhStromrechnung (angenommen)
Investition ohne Speicher13.000 € (angenommen)8 × 1.200 €/kWp + 3.400 € Wechselrichter, Montage, Zusatz
Betriebskosten300 €/a (angenommen)Wartung, Versicherung, Rücklage, Zähler
Eigenverbrauchsquote30 % ohne / 50 % mit 8-kWh-SpeicherLastprofil Haushalt

Schritt 1: Jahresertrag

Ertrag = 8 kWp × 950 kWh/kWp·a × 1,00 × 1,00 = 7.600 kWh/a im ersten Jahr.

Schritt 2: Eigenverbrauch, Einspeisung, Autarkie

ohne Speichermit Speicher
Eigenverbrauch = Ertrag × Quote7.600 × 0,30 = 2.280 kWh7.600 × 0,50 = 3.800 kWh
Einspeisung = Ertrag − Eigenverbrauch5.320 kWh3.800 kWh
Autarkiegrad = Eigenverbrauch / Verbrauch2.280 / 5.000 = 46 %3.800 / 5.000 = 76 %
Ersparnis = Eigenverbrauch × 0,35 €/kWh798 €/a1.330 €/a

Schritt 3: Jahresnutzen und Amortisation (ohne Speicher)

Jahresnutzen = Ersparnis + Einspeiseerlös − Betriebskosten = 798 € + 5.320 kWh × EEG-Satz − 300 € = 498 € + Einspeiseerlös. Die statische Amortisation im ersten Jahr ist 13.000 € geteilt durch diesen Jahresnutzen. Tragen Sie den aktuellen EEG-Satz im Rechner oben ein; er liefert die exakte Zahl und rechnet zusätzlich die Strompreissteigerung und die Degradation Jahr für Jahr mit. Schon der Handwert zeigt: Den größeren Teil des Nutzens trägt der Eigenverbrauch, nicht die Einspeisung.

Schritt 4: Was der Speicher bringt

Der Speicher verschiebt 3.800 − 2.280 = 1.520 kWh von der Einspeisung in den Eigenverbrauch. Sein Jahresnutzen ist 1.520 kWh × (0,35 €/kWh − EEG-Satz), also weniger als 532 €. Kostet der Speicher angenommen 4.000 €, liegt seine eigene Amortisation bei über 7,5 Jahren, bevor Strompreissteigerung und Kapazitätsverlust der Batterie berücksichtigt sind. Entscheidend ist also die Differenz zwischen Bezugspreis und EEG-Satz, nicht der Speicherpreis allein.

Schritt 5: Degradation im Jahr 25

Mit 0,5 %/a Degradation liefert die Anlage im 25. Jahr noch (1 − 0,005)24 = 0,887 des Anfangsertrags, also rund 6.740 kWh. Über 25 Jahre summiert sich der Ertrag auf etwa 179.000 kWh; damit rechnet der Rechner die Gesamtbilanz und die CO2-Einsparung.

Typische Fehler

  • Anlage nach Dachfläche statt nach Verbrauch ausgelegt. Folge: hoher Ertrag, niedrige Eigenverbrauchsquote, die Rendite fällt. Abhilfe: Verbrauch einschließlich geplanter Wärmepumpe oder Elektroauto zuerst festlegen, dann die Leistung.
  • Eigenverbrauchsquote aus dem Prospekt übernommen. Folge: Ersparnis um ein Drittel überschätzt. Abhilfe: Quote aus dem eigenen Tagesprofil ableiten, im Zweifel den niedrigeren Wert rechnen.
  • Speicher mit dem vollen Strompreis bewertet. Folge: Speicheramortisation scheinbar halbiert. Abhilfe: nur die Differenz Bezugspreis minus EEG-Satz je verschobener Kilowattstunde ansetzen.
  • Strompreissteigerung als sichere Rendite gerechnet. Folge: Das Ergebnis lebt von einer Prognose. Abhilfe: einmal mit 0 % rechnen — bleibt die Anlage dann wirtschaftlich, ist die Entscheidung robust.
  • Wechselrichtertausch vergessen. Folge: eine Ersatzinvestition nach etwa der halben Laufzeit fehlt in der Bilanz. Abhilfe: Reparaturrücklage im Rechner entsprechend eintragen.
  • Wärmepumpenstrom als Sommerverbrauch behandelt. Folge: Autarkie überschätzt, Netzbezug im Winter unterschätzt. Abhilfe: Eigenverbrauchsquote mit Wärmepumpe nur moderat anheben, Winterbezug einplanen.
  • Verschattung nicht geprüft. Folge: Ertragsfaktor 1,00 für ein Dach, das mittags im Baumschatten liegt. Abhilfe: Belegung und Strings im PV-Dachplan prüfen, spezifischen Ertrag abmindern.
  • Einspeisevergütung über 25 Jahre gerechnet. Folge: fünf Jahre Erlös, die es nicht gibt. Abhilfe: Laufzeit 20 Jahre eintragen — der Rechner streicht die Vergütung danach.

Was eine professionelle Berechnung kostet

Der Aufwand richtet sich nach der Datenlage und der Fragestellung, deshalb nennen wir den Preis auf Anfrage. Günstig ist eine Anlage auf einem Wohnhaus mit Standard-Lastprofil, vorliegendem Angebot und einfacher Dachgeometrie. Aufwendiger wird es, wenn ein gemessenes Lastprofil aus dem Smart Meter ausgewertet, eine Wärmepumpe oder ein Elektrofahrzeug in die Simulation aufgenommen, eine Verschattungsanalyse mit Stringplanung erstellt oder die Anlage in den Wärmeschutznachweis und die Gebäudebilanz nach DIN V 18599 eingerechnet werden soll. Bei Nichtwohngebäuden kommen Lastgangdaten, Netzanschlussfragen und steuerliche Gestaltung dazu.

Berechnung beauftragen

Sie erhalten eine nachvollziehbare Wirtschaftlichkeitsrechnung mit dokumentierten Annahmen, Sensitivitäten für Strompreis und Eigenverbrauch, einer Empfehlung zu Anlagengröße und Speicher sowie — auf Wunsch — der Einbindung in Heizlast, Wärmepumpenauslegung und Gebäudebilanz. Die Einordnung in die Kosten der gesamten Anlagentechnik beschreibt die Seite TGA-Kosten; Anfragen nehmen wir über Kontakt entgegen, deutschlandweit und digital.

Normen und Quellen

  • EEG — Erneuerbare-Energien-Gesetz: Einspeisevergütung, Vergütungsdauer, Anlagenklassen (der jeweils aktuelle Satz ist im Rechner einzutragen).
  • GModG § 23 — Gebäudemodernisierungsgesetz: Anrechnung von Strom aus gebäudenah erzeugten erneuerbaren Energien auf den Primärenergiebedarf.
  • DIN V 18599-9:2018-09 — End- und Primärenergiebedarf stromproduzierender Anlagen, Photovoltaik in der Gebäudebilanz.
  • DIN EN 15316-4-6 — Energetische Bewertung von Gebäuden, Photovoltaiksysteme.
  • VDI 6012 — Regenerative und dezentrale Energiesysteme für Gebäude, Photovoltaik.
  • DIN VDE 0100-712 — Errichten von Niederspannungsanlagen, Photovoltaik-Stromversorgungssysteme.
  • VDE-AR-N 4105 — Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz, Anmeldung und Netzanschluss.
  • DIN EN 62446-1 — Prüfung, Dokumentation und Instandhaltung netzgekoppelter PV-Systeme.
  • § 12 Abs. 3 UStG — Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden.
Dipl.-Ing. Rolf Krause

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