Wärmepumpe berechnen – Auslegung, COP und Jahresarbeitszahl mit Beispiel

So funktioniert eine Wärmepumpe: 3D-Explosionszeichnung

Ventilator, Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger, Expansionsventil, 4-Wege-Umschaltventil, Umwälzpumpe und Regelung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe: Gerät auseinanderziehen, Bauteile anklicken und den Kältemittelkreislauf in vier Schritten verfolgen — Verdampfen, Verdichten, Verflüssigen, Entspannen. Die Auslegung für Ihr Gebäude folgt direkt darunter.

Wärmepumpen-Auslegung VDI 4645 v7.36.1
v20261013a
🌬️Luft / Wasser
🌊Sole / Wasser
💧Wasser/Wasser (Brunnen)
📐Anhang — Dimensionierung

Auslegung Wärmeerzeuger

Außentemp.h/aLast kWVL/RL sollWP kWGas kWCOPη Kessel (Hi)

❄️
Abtauung aktiv
—
COP ▼
Parameter — Luft/Wasser
Temperaturen
Quelltemperatur Tc3 °C
Außenlufttemperatur
Heiztemperatur Th35 °C
Vorlauftemperatur Heizkreis
Heizleistung Q̇h10 kW
Gewünschte Heizwärmeleistung
Reale Verlustparameter
ΔT Verdampfer5 K
Temperaturdifferenz Quelle → Kältemittel
ΔT Verflüssiger5 K
Temperaturdifferenz Kältemittel → Heizkreis
ηis Verdichter0.72
Isentroper Verdichterwirkungsgrad
ηmech Motor/Umrichter0.95
Elektrisch-mechanischer Wirkungsgrad
Paux Nebenantriebe0.30 kW
Ventilator (Luft/Wasser)
Druckverlust HX2.0 %
Relativer Druckverlust in Wärmeübertragern
ηII Gütegradberechnet
Ausgabe: COPreal / COPCarnot,eff
❄️ Abtauung (Luft/Wasser)
Relative Luftfeuchtigkeit80 %
Höhere Feuchte → häufigere Vereisung
AbtaumethodeHeißgas
Heißgas-Umkehr vs. Elektrisch
Berechnete Abtau-Parameter
Abtauanteil Zeit
—
Intervall / Dauer
—
Qh-Verlust durch Abtau
—
Vereisungsrisiko
—
Betriebszyklus pro Stunde
Abtau 9min
Leistungszahlen (COP)
COP Carnot
—
Th/(Th–Tc)
Ideale Obergrenze
COP Carnot eff.
—
Tcond/(Tcond–Tevap)
Mit ΔT Wärmeübertrager
COP Real
—
Q̇h/Pel,ges
Alle Verluste
COP + Abtauung
—
inkl. Abtauverluste
Inkl. Abtauverluste
JAZ Schätzung
—
∑Qh/∑Pel Saison
Jahresarbeitszahl
T-s Diagramm
Kreislauf-Schema
Energieflüsse (kW)
🔥 Heizwärme Q̇h—
❄️ Quellwärme Q̇c—
⚡ Verdichterarbeit Pcomp,el—
🔩 Nebenantriebe Paux—
♨️ Verdichterverluste—
🔌 Gesamtstrom Pel,ges—
❄️ Abtau-Energieverlust—
🏠 Netto-Heizwärme Q̇h,netto—
Verlustquellen — Exergetische Analyse
Verdampfer ΔT-Verlust
—
Irreversibilität WÜ
—
Verflüssiger ΔT-Verlust
—
Irreversibilität WÜ
—
Verdichter-Irreversibilität
—
ηis < 1
—
Drossel-/Expansionsverlust
—
Isenthalp statt isentrop
—
Motor/Umrichter-Verlust
—
1 – ηmech
—
Nebenantriebe
—
Ventilator, Pumpe
—
Druckverluste HX
—
Sättigungstemp.-Absenkung
—
COP-Reduktion gesamt
—
vs. Carnot-Ideal
—
❄️ Abtauverlust
—
Zeitanteil × Q̇h
—
Kreisprozess-Zustände
PunktBezeichnungPhaseT (°C)ProzessIrreversibel?
Verlustmechanismen
Verdampfer / Verflüssiger
Endliche ΔT nötig für Wärmeübertragung. Jedes K mehr erhöht den effektiven Temperaturhub.
Verdichter ηis
Reale Verdichtung erzeugt Entropie. ηis ≈ 0.6–0.8 typisch.
Drossel (EEV)
Isenthalpe Drosselung statt reversibler Expansion. Exergieverlust 8–29%.
Druckverluste
Druckverluste in HX senken Sättigungstemperatur, erhöhen effektiven Hub.
Motor / Umrichter
Kupfer-/Eisenverluste im Motor, Schaltverluste im Umrichter. ηmech ≈ 0.90–0.97.
Quellenspezifisch
Luft/Wasser: Ventilator nötig, Abtauung bei T < 5°C. JAZ ~3.4.
❄️ Abtauung
Vereisung bei Tevap < 0 °C + hoher Feuchte. Verlust: 5–25% des COP.
JAZ vs. COP
Prüfpunkt-COP überschätzt die Jahresarbeitszahl. Abtauung, Taktbetrieb etc. senken die JAZ.

Häufige Fragen

Was simuliert der Wärmepumpen-Simulator?
Der Simulator berechnet den realen Kreisprozess einer Wärmepumpe mit COP-Berechnung unter Berücksichtigung von Abtauverlusten (Luft-WP), Quellendimensionierung (Sole/Wasser), Heizkurvenoptimierung und elektrischem Verbrauch über verschiedene Betriebspunkte.
Was ist der COP?
COP (Coefficient of Performance) ist das Verhältnis von abgegebener Heizleistung zu aufgenommener elektrischer Leistung im Momentanbetrieb. COP 4 bedeutet: 1 kWh Strom erzeugt 4 kWh Wärme. Der COP hängt stark von der Temperaturhub (Spreizung Quelle/Senke) ab.
Was ist die JAZ?
Die JAZ (Jahresarbeitszahl) ist der über ein ganzes Jahr gemittelte COP: JAZ = Heizwärme gesamt / Stromverbrauch gesamt. Typisch: Luft-WP JAZ 3,0–4,0, Sole-WP JAZ 4,0–5,0, Wasser-WP JAZ 4,5–5,5. Für die KfW-Förderung ist eine JAZ ≥ 2,7 Voraussetzung.
Was sind Abtauverluste?
Luft-Wärmepumpen vereisen den Verdampfer bei Temperaturen um 0–7 °C und hoher Luftfeuchtigkeit. Die Abtauung (Umkehrbetrieb oder Heißgas) kostet Energie und reduziert den COP um 5–15 %. Der Simulator berechnet den Abtaufaktor basierend auf Außentemperatur und Vereisungsintensität.
Wie groß muss die Wärmepumpe sein?
Die Wärmepumpe sollte die Norm-Heizlast bei der niedrigsten Quellentemperatur abdecken. Richtwert: Heizlast + 10 % Reserve. Überdimensionierung vermeiden — eine zu große WP taktet häufig und arbeitet im ineffizienten Teillastbereich. Bei Luft-WP wird oft ein Bivalenzpunkt definiert.
Was ist der Bivalenzpunkt?
Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der die Wärmepumpe allein die Heizlast nicht mehr decken kann und ein zweiter Wärmeerzeuger (Heizstab, Gaskessel) zugeschaltet wird. Bei monovalentem Betrieb: Bivalenzpunkt = Norm-Außentemperatur. Bei bivalentem: typisch −5 bis −7 °C.
Sole oder Luft — welche Wärmequelle ist besser?
Sole/Erdreich: konstante Quellentemperatur (0–10 °C), höherer COP, keine Abtauverluste, aber teure Erdsondenbohrung (ca. 5.000–15.000 €). Luft: niedrigere Investition, einfache Installation, aber variabler COP (−7 °C → COP 2,5; +7 °C → COP 4,5) und Abtauverluste.
Was ist eine Heizkurve?
Die Heizkurve steuert die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Steilheit und Parallelverschiebung bestimmen das Heizverhalten. Flache Heizkurve (z. B. 30/25 °C bei −10 °C) für Fußbodenheizung → hoher COP. Steile Heizkurve (60/45 °C) für Radiatoren → niedriger COP.
Wie kann ich den COP verbessern?
Niedrigere Vorlauftemperatur (Fußbodenheizung statt Radiatoren), höhere Quellentemperatur (Sole statt Luft), hydraulischen Abgleich durchführen, Heizkurve optimieren, Taktung minimieren (Pufferspeicher), und im Sommer Warmwasser per Wärmepumpe statt Heizstab erzeugen.
Was kostet eine Wärmepumpe?
Luft-Wasser-WP: ca. 12.000–20.000 € (Gerät + Installation). Sole-Wasser-WP mit Erdsonde: ca. 20.000–35.000 €. Wasser-Wasser-WP: ca. 18.000–28.000 €. Abzüglich KfW-Förderung (458): 30–70 % Zuschuss. Betriebskosten: ca. 800–1.500 €/a Strom für ein EFH.

Was berechnet ein Wärmepumpen-Rechner?

Ein Wärmepumpen-Rechner beantwortet drei Fragen: Wie viel Wärme liefert die Anlage je Kilowattstunde Strom (Leistungszahl COP), wie effizient arbeitet sie über ein ganzes Heizjahr (Jahresarbeitszahl JAZ) und was kostet der Betrieb. Die physikalische Grundlage ist der Kreisprozess: Die Wärmepumpe hebt Wärme von der Quelle (Außenluft, Erdreich, Grundwasser) auf das Temperaturniveau des Heizkreises. Je kleiner dieser Temperaturhub, desto weniger Strom braucht der Verdichter.

Der Rechner unten bildet diesen Kreisprozess nach. Ausgangspunkt ist der Carnot-COP Th/(Th − Tc) mit absoluten Temperaturen in Kelvin. Davon zieht das Modell die realen Verluste ab: Temperaturdifferenzen an Verdampfer und Verflüssiger, den isentropen Verdichterwirkungsgrad, den Wirkungsgrad von Motor und Umrichter, Druckverluste in den Wärmeübertragern und die Hilfsenergie für Ventilator, Sole- oder Brunnenpumpe. Bei Luft/Wasser-Geräten kommen die Abtauverluste dazu, die bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt und hoher Luftfeuchte entstehen.

Für die Jahresarbeitszahl rechnet das Werkzeug nicht mit einem einzigen Betriebspunkt, sondern im Jahresverfahren mit Temperaturklassen (Bin-Methode) nach DIN EN 14825, Referenzklima „durchschnittlich": Jeder Außentemperatur von −10 bis +15 °C ist eine Stundenzahl zugeordnet, für jede Klasse werden Heizlast, Vorlauftemperatur nach Heizkurve, COP, Taktverluste und Abtauung bestimmt. JAZ = Summe Wärme / Summe Strom. Das ist eine Abschätzung im Stil der VDI 4650, kein VDI-4650-Nachweis und kein Ersatz für das Herstellerkennfeld.

Wann brauche ich die Auslegung? (Anlass, Pflicht, Norm)

Die Auslegung steht vor jeder Entscheidung für eine Wärmepumpe: beim Heizungstausch im Bestand, beim Neubau, bei der Prüfung einer Hybridlösung und bei jedem Förderantrag, der eine Mindest-Jahresarbeitszahl verlangt. Grundlage ist immer die Heizlast nach DIN EN 12831-1, denn die Heizleistung der Wärmepumpe wird nicht nach dem Typenschild des alten Kessels gewählt, sondern nach dem berechneten Bedarf des Gebäudes am kältesten Tag. Alte Kessel waren fast immer deutlich überdimensioniert; wer diese Leistung übernimmt, baut eine taktende Anlage.

Die Heizlast ermitteln Sie mit dem Heizlast-Rechner raumweise oder für das ganze Gebäude. Der Wert wandert als Heizleistung Q̇h in den Wärmepumpen-Rechner. Die VDI 4645 beschreibt die Planung und Dimensionierung von Wärmepumpenanlagen in Wohngebäuden; die Prüfbedingungen, unter denen Hersteller ihre COP-Werte angeben (zum Beispiel A2/W35, A−7/W35, B0/W35, W10/W35), legt die DIN EN 14511 fest. Die Nachweise nach GModG rechnen die Wärmepumpe im Rahmen der DIN V 18599:2018-09 mit ihrem eigenen Verfahren (Teil 5), das von einer Kurzabschätzung abweichen kann.

COP vs. JAZ vs. SCOP

Diese drei Kennzahlen werden ständig verwechselt, obwohl sie Verschiedenes beschreiben.

  • COP (Coefficient of Performance) ist eine Momentaufnahme: Heizleistung geteilt durch elektrische Leistungsaufnahme an einem definierten Betriebspunkt. Ein COP 4 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme werden. Der Wert im Datenblatt gilt nur für den genannten Prüfpunkt nach DIN EN 14511, meist A2/W35 oder B0/W35.
  • SCOP (Seasonal COP) ist der saisonale Wert nach DIN EN 14825 unter Normklima und Normlast. Er ermöglicht den Vergleich zweier Geräte auf gleicher Grundlage, sagt aber nichts über Ihr Gebäude, Ihre Heizkurve oder Ihre Heizflächen aus.
  • JAZ (Jahresarbeitszahl) ist der Wert für die konkrete Anlage im konkreten Haus: gesamte abgegebene Wärme eines Jahres geteilt durch den gesamten Strombezug, inklusive Hilfsenergie und gegebenenfalls Heizstab und Warmwasser. Die JAZ entscheidet über die Stromkosten und ist die Größe, die Förderbedingungen abfragen.

Der Rechner zeigt beides nebeneinander: den COP im gewählten Betriebspunkt (Carnot, Carnot effektiv, real, real mit Abtauung) und die JAZ-Schätzung aus dem Jahresverfahren. Die JAZ des Werkzeugs gilt für den reinen Heizbetrieb ohne Trinkwarmwasser und für monovalenten Betrieb ohne Heizstab.

Wärmepumpe im Altbau: Vorlauftemperatur, Heizkörper, hydraulischer Abgleich

Die Vorlauftemperatur ist der Haupthebel. Sie bestimmt den Temperaturhub und damit direkt den COP. Als Faustwert gilt: Jedes Kelvin weniger Vorlauftemperatur verbessert die Effizienz um rund zwei bis drei Prozent. Eine Flächenheizung mit 35 °C und ein Heizkörpersystem mit 55 °C liegen an derselben Wärmequelle um eine ganze JAZ-Stufe auseinander. Verschieben Sie im Rechner den Regler „Heiztemperatur Th" und beobachten Sie, wie COP und JAZ reagieren.

Im Altbau heißt das nicht automatisch Fußbodenheizung. Bestandsheizkörper sind oft überdimensioniert und liefern bei 45 bis 50 °C noch genug Leistung, wenn die Heizlast des Raumes bekannt ist. Die raumweise Heizlast zeigt, welche Räume kritisch sind; dort reicht häufig der Tausch einzelner Heizkörper gegen größere oder Niedertemperatur-Typen. Wie sich Heizflächen bei niedriger Temperatur verhalten, erklärt die Seite Wärmepumpe im Bestand verstehen.

Die niedrige Vorlauftemperatur funktioniert nur mit dem hydraulischen Abgleich nach Verfahren B: Jeder Heizkörper erhält genau den Volumenstrom, den seine Raumheizlast erfordert. Ohne Abgleich bleiben entfernte Räume kalt, die Heizkurve wird angehoben und die JAZ sinkt. Wird das Gebäude später gedämmt, sinken Heizlast und nötige Vorlauftemperatur weiter; die Auslegung sollte diesen Zielzustand mitdenken.

Bivalenz und Warmwasser

Monovalent heißt: Die Wärmepumpe deckt die Norm-Heizlast allein, auch bei Norm-Außentemperatur. Bivalent heißt: Unterhalb des Bivalenzpunktes hilft ein zweiter Erzeuger, meist der eingebaute Elektro-Heizstab, seltener der bestehende Kessel. Ein Bivalenzpunkt unter null Grad erlaubt eine kleinere Wärmepumpe, die in der Übergangszeit weniger taktet; der Heizstab übernimmt dann nur wenige Stunden im Jahr. Der Rechner rechnet monovalent, die Wärmepumpe ist auf die eingestellte Heizleistung ausgelegt. Den Bivalenzpunkt und den Heizstabanteil legen wir in der Anlagenplanung fest.

Trinkwarmwasser verlangt Speichertemperaturen, die deutlich über der Heizkreistemperatur liegen. Diese Stunden mit hohem Temperaturhub drücken die reale Jahresarbeitszahl der Gesamtanlage. Die JAZ des Rechners gilt für das Heizen; für die Gesamt-JAZ mit Warmwasser ist die Auslegung des Speichers, der Legionellenschaltung und des Anteils Warmwasser am Wärmebedarf zu berücksichtigen.

Zur Einordnung: Wärmepumpen sind im Heizungstausch förderfähig. Die Bedingungen, darunter die geforderte Mindest-Jahresarbeitszahl, und die aktuellen Programme finden Sie im Förderrechner Wärmepumpe und auf /kfw/programme/.

Welche Eingaben der Rechner braucht

  • Wärmepumpentyp (Reiter): Luft/Wasser, Sole/Wasser (Erdkollektor oder Erdsonde) oder Wasser/Wasser (Brunnen). Der Typ setzt Vorgaben für Quelltemperatur, Hilfsenergie und Verdichterwirkungsgrad, die Sie anschließend anpassen können.
  • Quelltemperatur Tc: bei Luft die Außentemperatur (−15 bis +25 °C), bei Sole die Austrittstemperatur des Kollektors, bei Brunnenanlagen die Grundwassertemperatur. Für den Auslegungspunkt nehmen Sie die Norm-Außentemperatur Ihres Standorts aus der Heizlastberechnung; Sole liegt in der Auslegung typisch um 0 °C, Grundwasser ganzjährig etwa 8 bis 12 °C.
  • Heiztemperatur Th: Vorlauftemperatur des Heizkreises am Auslegungstag (25 bis 65 °C). Quelle: Heizkurve der Anlage oder die Heizflächenprüfung aus der raumweisen Heizlast.
  • Heizleistung Q̇h: die Gebäudeheizlast nach DIN EN 12831 (2 bis 50 kW), aus dem Heizlast-Rechner oder der Heizlastberechnung des Büros.
  • Reale Verlustparameter: ΔT Verdampfer und ΔT Verflüssiger (Temperaturdifferenz Quelle → Kältemittel → Heizkreis), ηis des Verdichters, ηmech von Motor und Umrichter, Hilfsenergie Paux (Ventilator, Sole- oder Brunnenpumpe) und relativer Druckverlust der Wärmeübertrager. Voreingestellt sind typische Werte je Typ; wer ein Datenblatt hat, gleicht ηis so ab, dass der COP im Prüfpunkt nach DIN EN 14511 getroffen wird.
  • Abtauung (nur Luft/Wasser): relative Luftfeuchte (40 bis 100 %) und Abtaumethode Heißgas-Umkehr oder elektrisch. Die Feuchte am Standort liefern Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes; 80 % ist ein üblicher Winterwert.
  • Anhang Dimensionierung: Nennheizleistung, COP im Betriebspunkt, Spreizung der Quelle und Spreizung Vorlauf/Rücklauf. Daraus folgen Quellwärme, elektrische Leistung, Luft- bzw. Solevolumenstrom und Rohr- oder Kanaldimensionen.

Als Ergebnis erhalten Sie die COP-Kette, die JAZ-Schätzung, den Vergleich der drei Wärmequellen mit Strombedarf und Stromkosten pro Jahr sowie einen PDF-Bericht. Die Werte werden im Projekt gespeichert und stehen dem Wärmeschutznachweis und der Ökobilanz zur Verfügung.

Simulieren Sie den realen Kreisprozess Ihrer Wärmepumpe. Berechnung und Prognose von COP und Jahresarbeitszahl (JAZ) unter Berücksichtigung von Abtauverlusten, Quellendimensionierung und Heizkurvenoptimierung. Vergleich von Luft-, Sole- und Wasser-Wärmepumpen nach VDI 4645. Grundlage für die KfW-Förderung (JAZ ≥ 2,7).

Beispielrechnung

Ein saniertes Einfamilienhaus hat eine Gebäudeheizlast von 8 kW und einen Heizwärmebedarf von 16.000 kWh im Jahr (das entspricht 2.000 Vollbenutzungsstunden). Verglichen werden zwei Heizsysteme an derselben Luft/Wasser-Wärmepumpe: Heizkörper mit 50 °C Vorlauf und eine Flächenheizung mit 35 °C.

GrößeHeizkörper 50 °CFlächenheizung 35 °C
Heizwärmebedarf Qh16.000 kWh/a16.000 kWh/a
Jahresarbeitszahl (Annahme)3,24,0
Strombedarf = Qh / JAZ16.000 / 3,2 = 5.000 kWh/a16.000 / 4,0 = 4.000 kWh/a
Stromkosten bei 0,32 €/kWh (Rechenannahme des Rechners)1.600 €/a1.280 €/a

Die um 15 K niedrigere Vorlauftemperatur spart in diesem Beispiel 1.000 kWh Strom im Jahr, also ein Fünftel. Der Carnot-Vergleich zeigt, woher der Effekt kommt: Bei 0 °C Quelle und 50 °C Vorlauf beträgt der theoretische COP 323 K / 50 K = 6,5, bei 35 °C Vorlauf 308 K / 35 K = 8,8. Die realen Werte liegen nach Abzug der Verluste bei etwa 40 bis 50 Prozent davon; der Rechner weist diesen Gütegrad als ηII aus.

Setzen Sie den eigenen Stromtarif ein; der Rechner rechnet in der Vergleichstabelle mit 0,32 €/kWh und 1.800 Vollbenutzungsstunden. Der Heizwärmebedarf stammt aus der Energiebilanz oder aus dem bereinigten Verbrauch der letzten Jahre.

Typische Fehler

  • Heizleistung nach dem alten Kessel gewählt. Folge: Die Wärmepumpe ist zu groß, taktet in der Übergangszeit und verschleißt. Abhilfe: Heizlast nach DIN EN 12831 rechnen, am realen Verbrauch plausibilisieren.
  • Datenblatt-COP als JAZ gelesen. Folge: Stromkosten werden um ein Drittel und mehr unterschätzt. Abhilfe: COP gilt für einen Prüfpunkt; die JAZ über das Jahresverfahren mit der eigenen Vorlauftemperatur schätzen.
  • Vorlauftemperatur aus Vorsicht hoch angesetzt. Folge: Jedes unnötige Kelvin kostet zwei bis drei Prozent Effizienz. Abhilfe: Heizflächen raumweise prüfen, kritische Heizkörper tauschen, Heizkurve so flach wie möglich einstellen.
  • Hydraulischer Abgleich ausgelassen. Folge: Einzelne Räume bleiben kalt, die Heizkurve wird angehoben, die JAZ sinkt. Abhilfe: Abgleich nach Verfahren B auf Basis der raumweisen Heizlast.
  • Abtauung bei Luft/Wasser ignoriert. Folge: Der COP um den Gefrierpunkt liegt real deutlich unter dem Rechenwert ohne Abtauung. Abhilfe: Luftfeuchte und Abtaumethode im Rechner setzen, bei feuchtem Standort Reserve einplanen.
  • Warmwasser vergessen. Folge: Die Gesamt-JAZ der Anlage fällt niedriger aus als die Heiz-JAZ. Abhilfe: Speicherauslegung, Ladetemperatur und Warmwasseranteil in der Anlagenplanung berücksichtigen.
  • Sperrzeiten und Pufferspeicher pauschal behandelt. Folge: Entweder Unterversorgung in der Sperrzeit oder unnötige Speicherverluste und erhöhte Systemtemperatur. Abhilfe: Sperrzeitzuschlag nach Netzbetreiber, Puffer nur bei nachgewiesenem Bedarf.
  • Erdreich- und Brunnenquelle ohne Standortprüfung. Folge: Kollektor zu klein, Sole friert ein, oder die wasserrechtliche Erlaubnis fehlt. Abhilfe: Bodenart, Entzugsleistung und Genehmigung vor der Entscheidung klären.

Was eine professionelle Berechnung kostet

Der Aufwand hängt vom Gebäude und vom Auftrag ab. Treiber sind die Datenlage (liegen Pläne und Bauteilaufbauten vor oder muss vor Ort aufgenommen werden), die Anzahl der Räume und Heizflächen, die Frage, ob nur die Gebäudeheizlast oder die raumweise Heizlast mit Heizflächenprüfung gebraucht wird, sowie der gewünschte Umfang: Auslegung der Wärmepumpe allein, mit hydraulischem Abgleich nach Verfahren B, mit Schallprognose für die Außeneinheit oder eingebettet in einen Sanierungsfahrplan. Nichtwohngebäude mit mehreren Zonen und Lüftungsanlagen liegen deutlich über einem Einfamilienhaus. Wir nennen den Preis nach einem kurzen Gespräch über Ihr Gebäude auf Anfrage.

Berechnung beauftragen

Sie erhalten die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831, die Prüfung der vorhandenen Heizflächen bei abgesenkter Vorlauftemperatur, die Auslegung der Wärmepumpe mit Bivalenzpunkt und Warmwasser sowie eine belastbare JAZ-Abschätzung für den Förderantrag, auf Wunsch mit hydraulischem Abgleich. Die Ergebnisse legen wir als Bericht im Projekt ab. Details zur Leistung stehen unter Heizlast und Wärmepumpen-Auslegung; Ihre Anfrage nehmen wir über die Kontaktseite entgegen, deutschlandweit digital aus Brüggen am Niederrhein.

Normen und Quellen

  • DIN EN 12831-1 — Energetische Bewertung von Gebäuden, Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast, Teil 1: Raumheizlast
  • DIN EN 14825 — Luftkonditionierer, Flüssigkeitskühlsätze und Wärmepumpen mit elektrisch angetriebenen Verdichtern: Prüfung und Leistungsbemessung unter Teillastbedingungen, Berechnung der saisonalen Arbeitszahl (Bin-Verfahren, SCOP)
  • DIN EN 14511 — Prüfbedingungen und Leistungsangaben für Wärmepumpen (Prüfpunkte wie A2/W35, B0/W35, W10/W35)
  • VDI 4650 Blatt 1 — Berechnung der Jahresarbeitszahl von Wärmepumpenanlagen, Kurzverfahren
  • VDI 4645 — Planung und Dimensionierung von Wärmepumpenanlagen in Wohngebäuden
  • DIN V 18599:2018-09, Teil 5 — Endenergiebedarf von Heizsystemen, Rechennorm für den Nachweis nach GModG
  • Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) — Anforderungen an Heizungsanlagen, siehe /wissen/geg/
Dipl.-Ing. Rolf Krause

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