Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 – Rechner, Anleitung und Beispiel

Lüftungskonzept DIN 1946-6 v7.36.1
v20261013a

⚡ Energiestandard

Bestand
n50 > 4,0
GModG
n50 ≤ 3,0
EH 85
n50 ≤ 2,0
EH 55
n50 ≤ 1,5
EH 40
n50 ≤ 1,0
Passiv
n50 ≤ 0,6

🔧 Lüftungssystem

🪟
Fensterlüftung
Standard, ohne Gerät
🏢
Zentral
Zentralgerät
📦
Dezentral
Einzelgeräte
Wärmerückgewinnung Aktiviert

🌡️ Klimadaten

Räume
0
Zuluft
0 m³/h
Abluft
0 m³/h
Bilanz
±0
Verlust
0 kWh
Ersparnis
0 €

🏠 Grundriss

Zuluft
Abluft
Überström
Zentral

📊 Heizenergie-Vergleich

❌ Ohne WRG

0
kWh/Jahr
= 0 €

✅ Mit WRG 85%

0
kWh/Jahr
= 0 €

💰 Einsparung

0 €
pro Jahr

📋 Räume

Raum WEEtage m² Typ V̇ Gerät
🏠

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Lüftungskonzept DIN 1946-6 · Berechnung nach aktuellem Normenstand

Häufige Fragen

Was ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6?
Das Lüftungskonzept prüft, ob eine lüftungstechnische Maßnahme notwendig ist. Bei neuen, dichten Gebäuden reicht die Infiltration (undichte Stellen) nicht mehr aus, um die Mindestlüftung zum Feuchteschutz zu gewährleisten — dann sind Lüftungsmaßnahmen Pflicht.
Welche Lüftungsstufen gibt es?
DIN 1946-6 definiert vier Stufen: Lüftung zum Feuchteschutz (Mindestlüftung, auch bei Abwesenheit), Reduzierte Lüftung (zeitweise Abwesenheit), Nennlüftung (Normalbetrieb bei Anwesenheit) und Intensivlüftung (erhöhter Bedarf, z. B. Kochen, Wäschetrocknung).
Was ist Wärmerückgewinnung (WRG)?
Wärmerückgewinnung überträgt die Wärme der Abluft auf die kalte Zuluft. Moderne Geräte erreichen einen Wärmebereitstellungsgrad von 75–95 %. Das spart 30–50 % der Heizenergie, die sonst durch Lüftungswärmeverluste verloren ginge.
Brauche ich eine Lüftungsanlage im Neubau?
In den meisten Fällen ja. Der Nachweis nach DIN 1946-6 zeigt fast immer, dass bei neuen, luftdichten Gebäuden (n50 ≤ 1,5 1/h) die natürliche Infiltration nicht ausreicht. Ohne Lüftungsmaßnahme droht Schimmelbildung durch zu hohe Raumluftfeuchte.
Was kostet eine Lüftungsanlage?
Dezentrale Einzelraumlüfter: ca. 300–600 € pro Gerät (2–4 Stück pro Wohnung). Zentrale Lüftungsanlage mit WRG: ca. 5.000–10.000 € für ein Einfamilienhaus. Die BAFA fördert beides mit 15 % (+ 5 % iSFP-Bonus).
Was ist der Unterschied zwischen zentraler und dezentraler Lüftung?
Zentrale Anlagen haben ein Gerät mit Kanalnetz zu allen Räumen — gleichmäßige Luftverteilung und hohe WRG-Effizienz, aber aufwändige Installation. Dezentrale Geräte sitzen direkt in der Außenwand jedes Raums — einfacher Einbau, aber je Gerät geringere WRG-Effizienz.
Wie wird der Volumenstrom berechnet?
Der Außenluftvolumenstrom berechnet sich aus der Nutzfläche, Raumhöhe und Personenanzahl. Richtwert: 30 m³/h pro Person oder ca. 0,5-facher Luftwechsel pro Stunde. Die DIN 1946-6 gibt raumweise Mindestvolumenströme vor.
Muss ich mit Lüftungsanlage noch Fenster öffnen?
Nein, bei korrekt dimensionierter Anlage ist Fensterlüftung nicht nötig — aber natürlich erlaubt. Im Sommer kann Fensterlüftung sinnvoll sein, wenn die Anlage die Kühlung nicht übernimmt. Im Winter sollten Fenster geschlossen bleiben, damit die WRG wirkt.
Was ist der Feuchteschutz-Volumenstrom?
Der Feuchteschutz-Volumenstrom ist die Mindestlüftung, die auch bei Abwesenheit gewährleistet sein muss, um Schimmelbildung zu verhindern. Er beträgt ca. 40–60 % des Nennvolumenstroms und muss nutzerunabhängig sichergestellt werden.
Wie viel Energie spart eine Lüftung mit WRG?
Der Rechner berechnet die Einsparung nach der Formel: Q_WRG = V̇ × 0,34 × ΔT × Heizstunden / 1000. Typisch: 2.000–4.000 kWh/a bei einem Einfamilienhaus — das entspricht 200–400 € Heizkosten bei Gasheizung oder 600–1.200 € bei Strom.

Was ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6?

Ein Lüftungskonzept beantwortet eine einzige Frage: Kommt in ein Gebäude auch dann genug Außenluft, wenn niemand ein Fenster öffnet? DIN 1946-6 nennt das die Lüftung zum Feuchteschutz. Sie muss nutzerunabhängig funktionieren, also auch nachts, im Urlaub und bei Mietern, die nie stoßlüften.

Dazu stellt die Norm zwei Größen gegenüber: den erforderlichen Außenluftvolumenstrom der Nutzungseinheit, der aus Nutzfläche und Wärmeschutzniveau folgt, und die Infiltration, also die Luft, die durch Undichtheiten der Hülle ohnehin nachströmt. Reicht die Infiltration nicht aus, ist eine lüftungstechnische Maßnahme erforderlich.

Diese Maßnahme kann eine freie Lüftung über Außenwand-Luftdurchlässe oder Schächte sein oder eine ventilatorgestützte Lüftung, zentral oder dezentral, mit oder ohne Wärmerückgewinnung. Das Lüftungskonzept legt die Notwendigkeit fest und wählt das System; die Auslegung der Volumenströme je Raum folgt danach. Der Rechner unten bildet beide Schritte ab.

Die vier Lüftungsstufen

StufeZweckMuss nutzerunabhängig sein?
Lüftung zum Feuchteschutz (FL)Bauschutz bei Abwesenheit, verhindert Tauwasser und SchimmelJa, immer
Reduzierte Lüftung (RL)Mindestanforderung an Hygiene bei zeitweiser AbwesenheitNach Norm bei bestimmten Systemen
Nennlüftung (NL)Normalbetrieb bei Anwesenheit, Auslegungsfall der AnlageNein, aktives Lüften darf mitwirken
Intensivlüftung (IL)Lastspitzen durch Kochen, Duschen, Wäschetrocknen, viele GästeNein

Für die Notwendigkeitsprüfung zählt nur die erste Stufe, für die Auslegung einer Anlage die Nennlüftung.

Wann brauche ich ein Lüftungskonzept? (Anlass, Pflicht, Norm)

Neubau: Bei jedem neu errichteten Wohngebäude ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 zu erstellen. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) verlangt eine dauerhaft luftdichte Hülle und zugleich den für Gesundheit und Beheizung erforderlichen Mindestluftwechsel. Beides zusammen geht bei heutigen Luftdichtheiten praktisch nur mit einer geplanten Lüftung.

Sanierung: DIN 1946-6 fordert das Konzept auch bei Modernisierungen, sobald der Eingriff die Luftdichtheit spürbar erhöht. Der in der Norm genannte Umfang ist erreicht, wenn in Ein- und Mehrfamilienhäusern mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht wird oder bei Einfamilienhäusern mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet wird. Der Fenstertausch im Altbau ohne Lüftungskonzept ist der klassische Weg in den Schimmelschaden.

Nachweise: Wärmeschutznachweis, Effizienzhaus-Antrag und Baugenehmigung fragen nach dem Lüftungskonzept. Eine Lüftungsanlage ist förderfähig; Details auf /kfw/programme/ und /bafa/zuschuesse/.

Haftung: Wer Fenster oder Dach plant, muss auf die Lüftung hinweisen. Das dokumentierte Konzept belegt das.

Lüftungskonzept vs. Lüftungsanlage vs. Blower-Door (Abgrenzung)

Drei Begriffe werden ständig verwechselt, dabei beschreiben sie drei verschiedene Dinge.

  • Lüftungskonzept: die rechnerische Prüfung nach DIN 1946-6, ob eine Maßnahme nötig ist, und die Wahl des Lüftungssystems. Ein Dokument, keine Technik. Das Ergebnis kann lauten: Fensterlüftung genügt.
  • Lüftungsanlage: ein mögliches Ergebnis des Konzepts. Sie ist nicht automatisch Pflicht. Auch Außenwand-Luftdurchlässe in den Fensterrahmen oder eine Abluftanlage nach DIN 18017-3 können die Anforderung erfüllen.
  • Blower-Door-Test: die Messung der Luftdichtheit nach DIN EN ISO 9972 am fertigen Gebäude. Sie liefert den n50-Wert, der in die Infiltrationsrechnung eingeht, ersetzt aber weder Konzept noch Anlage. Im GModG gelten Grenzwerte für n50: 3,0 h-1 ohne und 1,5 h-1 mit raumlufttechnischer Anlage.

Die Reihenfolge ist Konzept, Auslegung, Ausführung, Messung.

Lüftung und Wärmepumpe: Wärmerückgewinnung in der Energiebilanz

Lüftungswärmeverluste sind bei einem gut gedämmten Gebäude der größte verbleibende Posten. Jede Anlage, die Außenluft ohne Wärmerückgewinnung einbläst, heizt diese Luft von der Außentemperatur auf Raumtemperatur auf. Mit Wärmerückgewinnung (WRG) überträgt ein Wärmeübertrager den größten Teil dieser Wärme von der Abluft auf die Zuluft. Die Wärmebereitstellungsgrade heutiger Zentralgeräte liegen nach Herstellerangabe im Bereich von etwa 75 bis 95 Prozent, dezentrale Pendellüfter darunter.

In der Rechennorm DIN V 18599:2018-09 wirkt die WRG auf den Lüftungsanteil des Heizwärmebedarfs. Teil 2 bilanziert die Lüftungswärmeverluste, Teil 6 beschreibt die Wohnungslüftungsanlagen mit ihren Kennwerten und dem Hilfsstrom der Ventilatoren. Das Ergebnis erscheint im Primärenergiebedarf und damit direkt in der Effizienzhaus-Stufe und im Energieausweis. Der Rechner unten schreibt Systemwahl und WRG-Grad in das Gebäudeprofil, damit die Bilanz in der Wärmeschutz-Eingabe mit denselben Werten rechnet.

Für die Wärmepumpe zählt ein zweiter Effekt: Die Heizlast nach DIN EN 12831-1 enthält einen Lüftungsanteil; WRG senkt ihn, damit die Heizleistung und die Vorlauftemperatur, und hebt die Jahresarbeitszahl. Nachvollziehbar im Heizlast-Rechner, beschrieben unter Heizlast und Wärmepumpen-Auslegung.

Feuchteschutz und Schimmel: die Raumebene

Ein Haushalt gibt täglich mehrere Liter Wasserdampf an die Raumluft ab, durch Atmen, Kochen, Duschen und Wäsche. Bei dichter Hülle ohne geplante Lüftung steigt die relative Luftfeuchte, und an den kältesten Oberflächen, an Wärmebrücken, Fensterlaibungen und hinter Schränken an Außenwänden, wächst Schimmel bereits oberhalb von 80 Prozent relativer Feuchte an der Oberfläche, ohne sichtbares Tauwasser.

DIN 4108-2 fordert deshalb einen Mindestwärmeschutz, der zusammen mit dem Mindestluftwechsel die Oberflächentemperatur hoch genug hält. Guter Wärmeschutz mit schlechter Lüftung führt zu Schimmel, gute Lüftung mit schlechter Wärmebrücke ebenso (siehe Wärmebrücken-Nachweis).

Auf der Raumebene ordnet das Konzept jedem Raum eine Rolle zu: Wohnen, Schlafen und Kinderzimmer erhalten Zuluft, Küche, Bad und WC Abluft, Flure sind Überströmräume. Die Luft wandert von den trockenen zu den feuchten Räumen; Türspalte oder Überströmelemente halten den Weg offen.

Welche Eingaben der Rechner braucht

Der Rechner arbeitet in zwei Ebenen. Die erste ist die Notwendigkeitsprüfung, die zweite die raumweise Auslegung mit Energievergleich.

Notwendigkeit (Fensterlüftung)

  • Energiestandard (Bestand, GModG, EH 85, EH 55, EH 40, Passivhaus): setzt eine passende Vorbelegung für Luftdichtheit und WRG. Aus dem Bauantrag oder dem Sanierungsziel.
  • Nutzfläche ANE in m² der Nutzungseinheit, also der Wohnung, nicht des Gebäudes. Aus dem Grundriss oder dem Gebäudeprofil; das Werkzeug belegt sie aus dem Projekt vor.
  • Wärmeschutzniveau: hoher Wärmeschutz (Neubau, saniert) oder niedriger Wärmeschutz (Bestand). Daraus folgt der Faktor fWS der Norm.
  • Luftdichtheit n50 in h-1: gemessen per Blower-Door oder als Planungswert aus dem gewählten Standard.

Auslegung (zentral oder dezentral)

  • Lüftungssystem: Fensterlüftung, Zentralgerät mit Kanalnetz oder dezentrale Einzelgeräte in der Außenwand.
  • Wärmerückgewinnung: ein- oder ausschalten und den Wärmebereitstellungsgrad in Prozent aus dem Gerätedatenblatt eintragen.
  • Räume: Name, Geschoss, Raumtyp (Zuluft, Abluft, Überström), Fläche und Höhe; das Volumen rechnet das Werkzeug. Je Raum die Volumenströme für reduzierte, Nenn- und Intensivlüftung in m³/h, vorbelegt nach Raumtyp und anpassbar. Dazu Gerät und Überströmweg.
  • Klimadaten: Innentemperatur, mittlere Außentemperatur der Heizzeit, Heizstunden je Jahr und Energiepreis in €/kWh für den Energievergleich. Der Standort liefert Außentemperatur und Heizstunden; der Energiepreis kommt aus der letzten Abrechnung.
  • Grundriss: optional ein Plan als JPG, PNG oder PDF, auf dem Sie Zuluft-, Abluft- und Überströmpunkte setzen und verbinden. Der PDF-Bericht übernimmt das Bild.

Räume lassen sich aus dem Projekt übernehmen, wenn das Gebäude im CAD-Editor angelegt ist.

Erstellen Sie ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6. Der Rechner prüft die Notwendigkeit lüftungstechnischer Maßnahmen und berechnet den erforderlichen Außenluftvolumenstrom in vier Lüftungsstufen. Vergleich von zentraler und dezentraler Lüftung mit Wärmerückgewinnung (WRG). Berechnung der jährlichen Energieeinsparung durch WRG in kWh und Euro.

Beispielrechnung

Ein neues Einfamilienhaus mit einer Nutzungseinheit, Nutzfläche 120 m², mittlere Raumhöhe 2,5 m, hoher Wärmeschutz, Planungswert der Luftdichtheit n50 = 1,5 h-1.

Schritt 1: erforderlicher Außenluftvolumenstrom zum Feuchteschutz

DIN 1946-6 gibt den Volumenstrom der Nutzungseinheit als Funktion der Nutzfläche an:

qv,ges,NE,FL = fWS · (−0,001 · ANE² + 1,15 · ANE + 20)

Mit fWS = 0,30 für hohen Wärmeschutz: qv,ges,NE,FL = 0,30 · (−14,4 + 138 + 20) = 0,30 · 143,6 ≈ 43 m³/h. Bezogen auf das Luftvolumen von 300 m³ entspricht das einem Luftwechsel von rund 0,14 h-1.

Schritt 2: wirksame Infiltration

Die Infiltration folgt aus dem Luftvolumen, der Luftdichtheit, einem Wirksamkeitsfaktor und der Umrechnung von der Messdruckdifferenz 50 Pa auf die Auslegungsdruckdifferenz 2 Pa:

qv,Inf,wirk = VNE · n50 · fwirk · (Δp / 50 Pa)n

Der Rechner setzt fwirk = 0,45 und n = 0,666 an; die Norm staffelt den Wirksamkeitsfaktor nach Lage, Geschosszahl und Windgebiet. Damit: 300 · 1,5 · 0,45 · (2/50)0,666 = 202,5 · 0,117 ≈ 24 m³/h.

Schritt 3: Vergleich

FallfWSn50FeuchteschutzInfiltrationErgebnis
Neubau, 120 m²0,301,543 m³/h24 m³/hMaßnahme erforderlich
Altbau, 120 m², unsaniert0,404,557 m³/h71 m³/hInfiltration reicht

Im Neubau deckt die Infiltration nur gut die Hälfte des Feuchteschutzes; eine lüftungstechnische Maßnahme ist erforderlich. Im undichten Altbau reicht die Infiltration, solange Fenster und Dach unverändert bleiben. Werden dort die Fenster getauscht, sinkt n50, und das Ergebnis kippt.

Schritt 4: Auslegung und Energievergleich

Gewählt wird ein Zentralgerät mit 85 Prozent Wärmerückgewinnung. Die Nennlüftung ergibt sich raumweise: vier Zulufträume (Wohnen, Schlafen, zwei Kinderzimmer) mit je 30 m³/h, also 120 m³/h Zuluft, und drei Ablufträume (Küche 40, Bad 40, WC 20 m³/h), also 100 m³/h Abluft. Die Bilanz ist mit +20 m³/h leicht zuluftlastig; der Rechner rechnet mit dem größeren Wert 120 m³/h weiter, für die Ausführung gleicht man Zu- und Abluft an.

Lüftungswärmeverlust ohne WRG bei 20 °C innen, 4 °C mittlerer Außentemperatur und 5.500 Heizstunden:

Q = V̇ · 0,34 Wh/(m³·K) · ΔT · t = 120 · 0,34 · 16 · 5.500 / 1.000 ≈ 3.590 kWh/a

Mit 85 Prozent WRG verbleiben 3.590 · 0,15 ≈ 540 kWh/a, die Ersparnis beträgt rund 3.050 kWh/a. Multipliziert mit dem eingetragenen Energiepreis zeigt der Rechner die Ersparnis in Euro; mit dem Vorgabewert 0,12 €/kWh sind das etwa 370 € im Jahr. Das ist eine Auslegungsrechnung mit konstantem Nennvolumenstrom; die Monatsbilanz nach DIN V 18599 mit Infiltration, Betriebszeiten und Hilfsstrom liefert der Wärmeschutznachweis.

Typische Fehler

  • Gebäude statt Nutzungseinheit. Die Feuchteschutzformel gilt je Wohnung und ist wegen des quadratischen Glieds nicht linear. Wer ein Mehrfamilienhaus mit der Gesamtfläche rechnet, erhält einen zu kleinen Volumenstrom. Abhilfe: jede Wohnung einzeln rechnen; das Werkzeug warnt, sobald das Projekt mehrere Einheiten meldet.
  • Fenstertausch ohne Konzept. Neue Fenster senken n50 von über 4 auf unter 2 h-1; die Infiltration fällt unter den Feuchteschutz. Folge: Schimmel in den Schlafzimmerecken im ersten Winter. Abhilfe: Konzept vor der Fensterbestellung, Außenwand-Luftdurchlässe oder Abluftanlage mit einplanen.
  • Optimistischer Planungs-n50. Wer mit 0,6 h-1 rechnet und 2,5 baut, hat das Konzept auf falscher Grundlage. Abhilfe: mit dem Planungswert des Standards rechnen, per Blower-Door messen, Konzept bei Abweichung nachführen.
  • Überströmwege vergessen. Dichte Zimmertüren ohne Spalt oder Überströmelement unterbrechen den Luftweg von Zuluft zu Abluft. Folge: Zulufträume werden überdrückt, Ablufträume ziehen Falschluft aus dem Treppenhaus. Abhilfe: Türspalt oder Überströmer in jedem Raum eintragen und in der Ausführung kontrollieren.
  • Bilanz nicht ausgeglichen. Deutlich mehr Zuluft als Abluft drückt feuchte Raumluft in die Konstruktion, deutlich mehr Abluft zieht Kaltluft durch Undichtheiten und kann bei raumluftabhängigen Feuerstätten gefährlich werden. Abhilfe: Zu- und Abluft im Rechner auf wenige m³/h angleichen; bei Feuerstätten den Schornsteinfeger einbinden.
  • WRG-Wirkungsgrad aus dem Prospekt. Herstellerwerte gelten für Prüfbedingungen, oft ohne Hilfsstrom und ohne Frostschutzbetrieb. Abhilfe: den Wert aus dem Datenblatt nach dem in DIN V 18599-6 vorgesehenen Kennwert verwenden, bei Unsicherheit konservativ eintragen.
  • Feuchteschutz mit Nennlüftung verwechselt. Der Feuchteschutz ist die kleinste Stufe; wer eine Anlage darauf auslegt, baut sie zu klein. Abhilfe: Auslegung auf Nennlüftung.

Was eine professionelle Berechnung kostet

Der Aufwand richtet sich weniger nach der Gebäudegröße als nach der Datenlage. Die Notwendigkeitsprüfung einer Wohnung ist mit Nutzfläche, Wärmeschutzniveau und Luftdichtheit schnell erledigt. Aufwändiger wird es, wenn Pläne fehlen, mehrere Nutzungseinheiten mit verschiedenen Grundrissen zu rechnen sind oder ein Bestandsgebäude mit Feuerstätten, innenliegenden Bädern nach DIN 18017-3 und gemischten Sanierungsständen zu bewerten ist.

Ein zweiter Treiber ist die Tiefe der Auslegung: nur Systemwahl oder zusätzlich raumweise Volumenströme, Geräteauswahl, Überströmwege und Luftführungsplan für den Installateur. Zusammen mit dem Wärmeschutznachweis (Wohngebäude bis 8 Wohneinheiten zum Festpreis von 490 €) entfällt die doppelte Datenaufnahme; das Lüftungskonzept als Einzelleistung erstellen wir auf Anfrage. Die Kosten der Anlage selbst schätzt das Werkzeug TGA-Kosten nach DIN 276.

Berechnung beauftragen

Sie erhalten das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 als PDF mit Notwendigkeitsprüfung je Nutzungseinheit, Systemwahl, raumweiser Volumenstromtabelle für alle vier Lüftungsstufen und Luftführungsplan; die Werte übernehmen wir in den Wärmeschutznachweis und in den Gebäudepass. Wir arbeiten deutschlandweit digital auf Basis Ihrer Pläne und Fotos, ein Ortstermin ist nur bei unklarer Bausubstanz nötig.

Anfragen über die Wärmeschutz-Eingabe oder direkt über Kontakt. Für den Wärmepumpen-Fall lohnt die Kombination mit der Heizlast und Wärmepumpen-Auslegung.

Normen und Quellen

  • DIN 1946-6:2019-12 Raumlufttechnik – Teil 6: Lüftung von Wohnungen
  • DIN 18017-3 Lüftung von Bädern und Toilettenräumen ohne Außenfenster – Teil 3: Lüftung mit Ventilatoren
  • DIN 4108-2 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 2: Mindestanforderungen an den Wärmeschutz
  • DIN 4108-7 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden
  • DIN EN ISO 9972 Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden – Differenzdruckverfahren (Blower-Door)
  • DIN V 18599:2018-09, Teil 2 (Nutzenergiebedarf für Heizen und Kühlen) und Teil 6 (Wohnungslüftungsanlagen)
  • DIN EN 12831-1 Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast (Lüftungsanteil)
  • Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG): Anforderungen an Dichtheit und Mindestluftwechsel, siehe /wissen/geg/
Dipl.-Ing. Rolf Krause

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