Digitaler Gebäudepass (Tectarium) – Funktionen, Nutzen und Zugang
tectarium — Digitaler Gebäudepass
Ein Ausweis fürs Gebäude — ein Leben lang
Der digitale Gebäudepass ist das dauerhafte Konto Ihres Gebäudes: Er bündelt Baudaten, Energiekennwerte, Dokumente, Wartungen und geplante Sanierungen an einem Ort und behält seine Gültigkeit über jeden Eigentümerwechsel hinweg. Jedes Gebäude erhält eine unveränderliche Gebäude-ID und einen QR-Pass — vergleichbar mit einem Personalausweis, nur für Ihr Haus.
Herzstück ist der Building Trust Index (BTI): eine nachvollziehbare Bewertung aus sieben Säulen (Dokumentation, Technik, Energie, Wartung, Sanierung, Datenqualität, Zukunftsfähigkeit). Acht KI-Agenten halten den Pass aktuell, erkennen Lücken und zeigen konkret, welcher Schritt den Wert am meisten hebt — vom Förderantrag bis zur Wärmepumpe.
So entsteht ein lückenloses Stammbuch Ihres Gebäudes, das für Sanierung, Finanzierung, Verkauf und die Weitergabe an die nächste Generation gleichermaßen taugt.
Besonders wichtig für die Bank: Kreditinstitute müssen den energetischen Zustand von Immobilien heute belegen — für die Beleihung, für Förderkredite und für ihre eigenen ESG- und EU-Taxonomie-Pflichten. Der Gebäudepass liefert genau diese bankfähige, nachvollziehbare Datengrundlage: geprüfte Kennwerte, dokumentierte Modernisierungen und der Building-Risk-Wert beschleunigen die Kreditentscheidung und können den Weg zu besseren Konditionen und grünen Finanzierungen ebnen.
An ID for your building — for a lifetime
The digital building passport is your building's permanent account: it brings construction data, energy figures, documents, maintenance and planned refurbishments together in one place and stays valid across every change of ownership. Every building receives an unchangeable Building ID and a QR passport — like an ID card, but for your house.
At its core is the Building Trust Index (BTI): a transparent rating built from seven pillars (documentation, building technology, energy, maintenance, refurbishment, data quality, future readiness). Eight AI agents keep the passport up to date, spot gaps and show exactly which step raises the value most — from a subsidy application to a heat pump.
The result is a complete life record of your building, equally suited to refurbishment, financing, sale and handover to the next generation.
Especially important for the bank: lenders today must evidence the energy condition of a property — for mortgage lending, for subsidised loans and for their own ESG and EU-Taxonomy obligations. The building passport provides exactly this bank-ready, verifiable data basis: audited figures, documented modernisations and the Building Risk score speed up the credit decision and can open the door to better terms and green financing.
Häufige Fragen zum digitalen Gebäudepass
21 Antworten rund um Gebäude-ID, Building Trust Index, KI-Agenten, Datenschutz, Bankfähigkeit und Energieausweis. Lieber erzählt als erklärt? Tectarium: der Gebäudepass als Rundgang durch das antike Rom.
1. Was ist der digitale Gebäudepass überhaupt?
Der Gebäudepass ist das digitale Konto Ihres Gebäudes: eine strukturierte, dauerhafte Akte, die alle relevanten Informationen — Baudaten, Energiekennwerte, Dokumente, Wartungen, Sanierungen und Bewertungen — an einem Ort zusammenführt. Anders als ein loser Ordner ist er lebendig: Er rechnet, bewertet und schlägt die nächsten sinnvollen Schritte vor.
2. Für wen ist der Gebäudepass gedacht?
Für Eigentümer (Überblick, Werterhalt, Sanierungsplanung), Käufer und Verkäufer (nachvollziehbarer Zustand statt Bauchgefühl), Hausverwaltungen (Wartungs- und Pflichtfristen) sowie Banken und Berater, die eine belastbare Datengrundlage brauchen.
3. Was ist die Gebäude-ID?
Jedes Gebäude erhält eine unveränderliche Kennung im Format DG-JJJJ-NNNNNNNN. Sie identifiziert das Gebäude eindeutig und bleibt über den gesamten Lebenszyklus bestehen — auch wenn Eigentümer, Adresse oder Nutzung wechseln. Die Gebäude-Identität ist damit bewusst von der Eigentümer-Identität getrennt.
4. Was bedeutet „lebenslang" — bleibt der Pass beim Verkauf erhalten?
Ja. Der Pass gehört zum Gebäude, nicht zur Person. Beim Verkauf geht die gepflegte Historie an den neuen Eigentümer über — Modernisierungen, Belege und Bewertungen bleiben erhalten. So wächst über Jahrzehnte ein lückenloses Stammbuch, das den Wert des Hauses transparent und glaubwürdig macht.
5. Was ist der Building Trust Index (BTI)?
Der BTI ist eine Gebäudebewertung von 0 bis 100 nach einem offenen, erklärbaren Regelwerk. Jeder Punkt ist nachvollziehbar hergeleitet — Sie sehen genau, welche Angabe wie viele Punkte bringt. Er verdichtet den Zustand des Gebäudes in einer Ampel und macht Fortschritte über die Zeit sichtbar.
6. Aus welchen Säulen setzt sich der BTI zusammen?
Aus sieben gewichteten Säulen: Dokumentation (20 %), Technik (20 %), Energie (15 %), Datenqualität (15 %), Wartung (10 %), Sanierung (10 %) und Zukunftsfähigkeit (10 %). Zusätzlich werden daraus drei Blickwinkel gebildet: Trust (Verlässlichkeit der Daten), Health (technischer Zustand) und Future (Zukunftsfähigkeit).
7. Ist der BTI eine Art Schufa- oder Bonitätsscore?
Nein — ausdrücklich nicht. Der BTI bewertet das Gebäude, nicht die Kreditwürdigkeit einer Person. Er sagt nichts über Einkommen oder Zahlungsverhalten aus, sondern über Dokumentationsstand, Technik, Energie und Pflegezustand des Objekts. Das Regelwerk ist offengelegt, kein geheimer Algorithmus.
8. Was ist der Unterschied zwischen Status und Potenzial?
Der BTI ist zweistufig: Der Status zeigt, wo das Gebäude heute steht. Das Potenzial zeigt, wie viele Punkte jede geplante Maßnahme voraussichtlich bringt — z. B. Fassadendämmung, neue Heizung, Fenster oder PV. So sehen Sie auf einen Blick, welcher Schritt sich am meisten lohnt.
9. Was machen die acht KI-Agenten?
Jeder Agent kümmert sich um einen Bereich: Sanierung (Reihenfolge der Maßnahmen), Förderung (BAFA/KfW/Steuer), Finanzierung, Wartung (Fristen), Dokumente (Vollständigkeit), Gebäudewert, CO₂ und Gebäudezwilling (Konsistenz). Sie erkennen Lücken, überwachen Fristen und liefern konkrete Empfehlungen.
10. Was ist das „Gebäude-Cockpit"?
Das Cockpit ist die aktive Ebene über den Daten. Es beantwortet drei Fragen: „Wie geht es meinem Gebäude heute?", „Was sollte ich als Nächstes tun?" und „Welche Chancen und Risiken kommen in den nächsten Jahren?" — statt roher Zahlen bekommen Sie priorisierte Handlungsempfehlungen.
11. Wie kommen meine Daten in den Pass?
Auf drei Wegen: über das Gebäudeprofil (Steckbrief mit Räumen, Fenstern, Anlagen), über Dokumenten-Upload (die KI liest belegbare Werte aus PDFs aus) und über die automatischen Berechnungen (Heizlast, Wärmepumpen-Auslegung, Energiebilanz). Jeder Wert wird mit seiner Herkunft gespeichert.
12. Was bedeutet das Vier-Augen-Prinzip bei der Freigabe?
Von KI oder aus Dokumenten gemeldete Werte werden zunächst als Vorschlag geführt. Erst nach ausdrücklicher Freigabe werden sie zum offiziellen Wert des Gebäudes — und lösen dann Folgeaufgaben und eine neue Bewertung aus. So wird nichts unbemerkt verändert; jeder maßgebliche Wert ist geprüft.
13. Was ist das Zwei-Pässe-Prinzip?
Es gibt zwei Ansichten: den Eigentümerpass (vollständig, nur für Sie) und den anonymen Gebäudepass (öffentlicher QR-Link, zeigt nur die von Ihnen freigegebenen Felder). So können Sie den Gebäudezustand nachweisen, ohne persönliche Daten preiszugeben.
14. Wer sieht meine Adresse und meinen Namen?
Niemand im öffentlichen Pass. Adresse und Eigentümerdaten erscheinen grundsätzlich nicht im anonymen Gebäudepass — sichtbar ist dort nur die Gebäude-ID und die freigegebenen Kennwerte. Die Trennung von Gebäude- und Eigentümer-Identität ist der Datenschutz-Kern des Systems.
15. Wie sicher sind meine Daten?
Jeder Wert trägt eine Vertrauensstufe und eine Herkunft (Provenance). Werte durchlaufen definierte Zustände (Entwurf → Gemeldet → Geprüft → Freigegeben), Änderungen werden versioniert und sind rückverfolgbar. Das Konzept orientiert sich an gängigen Standards für Nachvollziehbarkeit und Datenschutz.
16. Ersetzt der Gebäudepass den amtlichen Energieausweis?
Nein. Der amtliche Energieausweis ist gesetzlich geregelt und nur mit einer echten DIBt-Registriernummer rechtsgültig. Der Gebäudepass ergänzt ihn: Er kann einen registrierten Energieausweis als offizielles Dokument einbinden und stellt darüber hinaus die vollständige Gebäudebewertung bereit.
17. Kann der Pass einen Energieausweis erstellen?
Ja. Aus dem Gebäudeprofil wird ein Bedarfs- oder Verbrauchsausweis nach DIN 18599 berechnet. Für die amtliche Gültigkeit wird er über die Schnittstelle beim DIBt registriert und erhält eine offizielle Nummer. Ohne diese Nummer bleibt die Bewertung ein interner Kennwert und ist als vorläufig gekennzeichnet.
18. Wie hilft der Pass bei einer Sanierung?
Der Sanierungsagent schlägt Maßnahmen in sinnvoller Reihenfolge vor (mit Blick auf GModG-Zielwerte), der Förderagent prüft passende BAFA-/KfW-/Steuer-Programme, und der Finanzierungsagent stellt ein bankfähiges Investitionsmodell auf. Nach getaner Maßnahme aktualisiert sich die Bewertung — mit der Rechnung als Nachweis.
19. Warum ist der Gebäudepass für meine Bank wichtig?
Banken müssen den energetischen Zustand einer Immobilie zunehmend belegen — für die Beleihungsprüfung, für die Vergabe von Förder- und Sanierungskrediten und für ihre eigenen ESG- und EU-Taxonomie-Berichtspflichten. Fehlen belastbare Daten, wird die Prüfung langsamer, vorsichtiger und teurer.
Der Gebäudepass liefert eine bankfähige, nachvollziehbare Datengrundlage: geprüfte Energiekennwerte, dokumentierte Modernisierungen mit Belegen, die Versionshistorie und den eigens für Institute gedachten Building-Risk-Wert (niedrig = geringes Risiko). Das kann die Kreditentscheidung beschleunigen und den Zugang zu besseren Konditionen und grünen Finanzierungen (z. B. KfW) erleichtern. Über den anonymen Pass lässt sich der Zustand nachweisen, ohne persönliche Daten offenzulegen.
20. Was ist der Wallet-Pass?
Der Gebäudepass lässt sich als Karte in Apple oder Google Wallet ablegen — mit Gebäude-ID, aktuellem BTI, Version und QR-Code. Sobald eine neue Freigabe die Version anhebt, aktualisiert sich der Wallet-Pass automatisch. Voraussetzung sind die entsprechenden Wallet-Zertifikate (in Vorbereitung).
21. Wie fange ich an und wer betreut das?
Sie legen zunächst ein Gebäudeprofil an (Steckbrief mit Räumen, Fenstern und Anlagen); daraus entstehen automatisch Berechnungen, Bewertung und Pass. Bei der Ersteinrichtung und der fachlichen Freigabe unterstützt Sie das Ingenieurbüro Rolf Krause — sprechen Sie uns unter energieberatung@rolfkrause.com an.
Frequently asked questions about the digital building passport
21 answers on the Building ID, Building Trust Index, AI agents, privacy, bank readiness and the energy certificate. Prefer a story? Tectarium: the building passport as a walk through ancient Rome (German).
1. What exactly is the digital building passport?
The building passport is your building's digital account: a structured, permanent file that brings together all relevant information — construction data, energy figures, documents, maintenance, refurbishments and ratings — in one place. Unlike a loose folder it is alive: it calculates, rates and proposes the next sensible steps.
2. Who is the building passport for?
For owners (overview, value retention, refurbishment planning), buyers and sellers (a documented condition instead of gut feeling), property managers (maintenance and statutory deadlines) as well as banks and consultants who need a reliable data basis.
3. What is the Building ID?
Every building receives an unchangeable identifier in the format DG-YYYY-NNNNNNNN. It identifies the building uniquely and remains in place throughout its entire life cycle — even when owner, address or use change. The building identity is deliberately kept separate from the owner's identity.
4. What does "lifelong" mean — does the passport survive a sale?
Yes. The passport belongs to the building, not to a person. On sale the maintained history passes to the new owner — modernisations, evidence and ratings are preserved. Over decades a complete life record grows that makes the value of the house transparent and credible.
5. What is the Building Trust Index (BTI)?
The BTI is a building rating from 0 to 100 based on an open, explainable rule set. Every point is traceably derived — you see exactly which entry earns how many points. It condenses the building's condition into a traffic light and makes progress over time visible.
6. Which pillars make up the BTI?
Seven weighted pillars: documentation (20 %), building technology (20 %), energy (15 %), data quality (15 %), maintenance (10 %), refurbishment (10 %) and future readiness (10 %). From these, three viewpoints are formed: Trust (reliability of the data), Health (technical condition) and Future (future readiness).
7. Is the BTI a kind of credit score?
No — explicitly not. The BTI rates the building, not a person's creditworthiness. It says nothing about income or payment behaviour, but about the documentation status, technology, energy and upkeep of the property. The rule set is disclosed — not a secret algorithm.
8. What is the difference between status and potential?
The BTI is two-stage: the status shows where the building stands today. The potential shows how many points each planned measure is likely to add — e.g. façade insulation, a new heating system, windows or PV. You see at a glance which step pays off most.
9. What do the eight AI agents do?
Each agent covers one area: refurbishment (sequence of measures), subsidies (BAFA/KfW/tax), financing, maintenance (deadlines), documents (completeness), building value, CO₂ and building twin (consistency). They detect gaps, monitor deadlines and deliver concrete recommendations.
10. What is the "building cockpit"?
The cockpit is the active layer above the data. It answers three questions: "How is my building doing today?", "What should I do next?" and "Which opportunities and risks lie ahead in the coming years?" — instead of raw numbers you get prioritised recommendations for action.
11. How does my data get into the passport?
In three ways: via the building profile (a data sheet with rooms, windows, systems), via document upload (the AI reads verifiable figures from PDFs) and via the automatic calculations (heating load, heat-pump sizing, energy balance). Every value is stored together with its origin.
12. What does the four-eyes principle mean at approval?
Values reported by the AI or from documents are first held as a proposal. Only after explicit approval do they become the building's official value — and only then do they trigger follow-up tasks and a new rating. Nothing is changed unnoticed; every relevant value is checked.
13. What is the two-passport principle?
There are two views: the owner passport (complete, for you only) and the anonymous building passport (public QR link, showing only the fields you have released). This lets you prove the building's condition without disclosing personal data.
14. Who can see my address and name?
No one in the public passport. Address and owner data never appear in the anonymous building passport — only the Building ID and the released figures are visible there. Separating building identity from owner identity is the privacy core of the system.
15. How secure is my data?
Every value carries a trust level and an origin (provenance). Values pass through defined states (draft → reported → verified → approved), changes are versioned and traceable. The concept follows established standards for traceability and data protection.
16. Does the building passport replace the official energy certificate?
No. The official energy certificate is regulated by law and only legally valid with a genuine DIBt registration number. The building passport complements it: it can embed a registered energy certificate as an official document and, beyond that, provides the full building rating.
17. Can the passport create an energy certificate?
Yes. A demand or consumption certificate per DIN 18599 is calculated from the building profile. For official validity it is registered with the DIBt via the interface and receives an official number. Without this number the rating remains an internal figure and is marked as preliminary.
18. How does the passport help with a refurbishment?
The refurbishment agent proposes measures in a sensible order (with an eye on GModG target values), the subsidy agent checks matching BAFA/KfW/tax programmes, and the financing agent draws up a bankable investment model. Once a measure is done, the rating updates — with the invoice as evidence.
19. Why is the building passport important for my bank?
Banks increasingly must evidence the energy condition of a property — for the lending assessment, for granting subsidised and refurbishment loans, and for their own ESG and EU-Taxonomy reporting obligations. Without reliable data the assessment becomes slower, more cautious and more expensive.
The building passport delivers a bank-ready, verifiable data basis: audited energy figures, documented modernisations with evidence, the version history and the purpose-built Building Risk score (low = low risk). This can speed up the credit decision and ease access to better terms and green financing (e.g. KfW). Via the anonymous passport the condition can be proven without disclosing personal data.
20. What is the wallet pass?
The building passport can be stored as a card in Apple or Google Wallet — with Building ID, current BTI, version and QR code. As soon as a new approval raises the version, the wallet pass updates automatically. This requires the corresponding wallet certificates (in preparation).
21. How do I get started and who supports it?
You first create a building profile (a data sheet with rooms, windows and systems); from this, calculations, rating and passport are generated automatically. For the initial setup and the professional approval you are supported by Ingenieurbüro Rolf Krause — get in touch at energieberatung@rolfkrause.com.
Was ist der digitale Gebäudepass?
Der digitale Gebäudepass ist die strukturierte, fortschreibbare Akte eines einzelnen Gebäudes. Er führt Stammdaten, Geometrie, Bauteile, Anlagentechnik, Energiekennwerte, Nachweise, Dokumente und die Chronik der Maßnahmen an einem Ort zusammen und hält für jede Angabe fest, woher sie stammt, wie belastbar sie ist und wann sie zuletzt geändert wurde.
Jedes Gebäude erhält eine unveränderliche Gebäude-ID im Format DG-JJJJ-NNNNNNNN. Sie bleibt über den gesamten Lebenszyklus bestehen, auch wenn Eigentümer, Adresse oder Nutzung wechseln. Der Pass gehört zum Gebäude, nicht zur Person: Beim Verkauf geht die gepflegte Historie an den neuen Eigentümer über, die personenbezogenen Daten des bisherigen Eigentümers wandern nicht mit.
Geöffnet wird der Pass ohne Software-Installation im Browser: der Eigentümer mit seiner PIN, alle anderen über einen QR-Code oder Kurzlink mit einem Rollen-Code, den der Eigentümer vergibt, befristet und jederzeit widerruft. Den Zustand des Gebäudes verdichtet der Building Trust Index (BTI), eine Bewertung von 0 bis 100 nach einem offengelegten Regelwerk. Das Werkzeug unten ist der Gebäudepass selbst, so wie ihn dieses Büro für seine Projekte führt.
Welches Problem löst der Gebäudepass?
Die Unterlagen eines Gebäudes liegen in der Praxis verstreut: der Energieausweis im Ordner des Vorbesitzers, die Heizungsrechnung beim Installateur, der Dämmnachweis im Bauantrag von 2009, die Wartungsprotokolle in der Hausverwaltung. Bei jedem Anlass wird dieselbe Suche wiederholt, und was nicht gefunden wird, muss neu erhoben oder geschätzt werden.
Solche Anlässe häufen sich. Beim Verkauf fragt der Käufer nach Baujahr der Anlagen, Sanierungsstand und Ausweisklasse. Bei der Finanzierung muss die Bank den energetischen Zustand für Beleihung und ihre eigene Berichterstattung belegen. Beim Förderantrag verlangt der Energieeffizienz-Experte U-Werte, Flächen und Nachweise. Und die EU-Gebäuderichtlinie (EU) 2024/1275 bringt mit dem Renovierungspass, dem elektronischen Energieausweis und den nationalen Gebäudedatenbanken neue Pflichten, die geordnete digitale Gebäudedaten voraussetzen.
Der Gebäudepass beantwortet diese Fragen aus einem Datenbestand. Der Energieausweis liegt nicht als Dateianhang, sondern als Datensatz mit seinen Eingangsgrößen vor; ein Wärmeschutznachweis, eine Heizlast oder ein Renovierungspass entstehen aus denselben Gebäudedaten. Wer heute strukturiert dokumentiert, rekonstruiert später nichts.
Für wen ist der Gebäudepass gedacht?
Eigentümer
Sie sehen auf einer Seite, wo Ihr Gebäude steht, welche Unterlagen fehlen und welcher Schritt sich als Nächstes lohnt. Der BTI zeigt den Status und das Potenzial jeder geplanten Maßnahme. Sie allein entscheiden, wer welche Bereiche sieht, und Sie sehen je Freigabe den Zweck, die Gültigkeit und die Zahl der Zugriffe.
Hausverwaltungen
Die Verwaltung führt Wartungen, Prüffristen, Verbrauchshistorie, Mängel und Mietverhältnisse im Pass und trägt Dokumente ein. Der Wartungs- und Prüfpass ersetzt die Zettelwirtschaft über Aktenordner und Postfächer, und die Chronik dokumentiert Beschlüsse und Maßnahmen gegenüber der Eigentümergemeinschaft.
Immobilienmakler
Ein Rollen-Code mit dem Präfix MKL- gilt in der Vorgabe 30 Tage und öffnet die Passkarte für das Exposé: Energieausweisdaten, Flächen, Grundrisse, Chronik, Renovierungspass und eine Wert-Bandbreite. Kosten, Förderung und Verkehrswert liegen auf der Bankstufe und bleiben verborgen. Käuferfragen werden beantwortet, bevor sie den Verkauf verzögern.
Banken und Finanzierer
Die Bankstufe zeigt zusätzlich Wert, Förderung, Finanzierung und Sanierungsbedarf, in der Vorgabe 90 Tage. Geprüfte Energiekennwerte, dokumentierte Modernisierungen mit Belegen und die Versionshistorie liefern die Datengrundlage für Beleihungsprüfung, Förder- und Sanierungskredite und die eigene ESG-Berichterstattung. Der BTI bewertet das Gebäude, nicht die Kreditwürdigkeit einer Person.
Planer und Energieberater
Architekten schreiben Flächen, Geschosse, Räume, Öffnungen und Bauteile; TGA-Planer die Anlagen, Wartung und Heizlast; der Energieberater den Gebäudedatensatz insgesamt, ausgenommen Versicherungs-, Eigentümer- und Mieterdaten. Jede Rolle hat nur die Schreibrechte, die sie für ihre Aufgabe braucht. Die Bestandsaufnahme für iSFP, Wärmeschutznachweis oder Förderbestätigung beginnt nicht bei null.
Mieter
Mieter erhalten einen eigenen Zugang, wie ihn Artikel 16 der EU-Gebäuderichtlinie vorsieht: Sie sehen die freigegebenen Gebäudedaten, können einen Mangel oder eine abgelesene Zahl melden und ihre Daten mitnehmen. Was sie melden, wird erst durch den Eigentümer wirksam.
Was der Pass enthält
- Identität und Stammdaten: Gebäude-ID, Adresse, Baujahr, Nutzung, Flächen und Geschosse, getrennt von den Eigentümerdaten.
- Gebäudehülle und Anlagentechnik: Bauteile mit U-Werten und Aufbauten, Fenster, Heizung, Warmwasser, Lüftung, Photovoltaik.
- Energieausweis als Datensatz: Bedarfs- oder Verbrauchsausweis nach DIN V 18599 mit Kennwerten, Effizienzklasse und Gültigkeit; die amtliche Registrierung erfolgt über die DIBt-Schnittstelle, ohne Registriernummer ist der Ausweis als vorläufig gekennzeichnet.
- Building Trust Index: sieben Säulen (Dokumentation, Technik, Energie, Datenqualität, Wartung, Sanierung, Zukunftsfähigkeit), unterteilt in Status und Potenzial.
- Nachweise aus dem Gebäudedatensatz: Wärmeschutznachweis (U-Werte gegen GModG Anlage 7, Primärenergie gegen das Referenzgebäude), Heizlast, Ökobilanz (LCA) und ESG-Kurzbilanz.
- Renovierungspass nach EPBD Art. 12 und Anhang VIII: ein Fahrplan in Etappen, je Schritt mit Maßnahmen, Energie- und CO2-Einsparung, Kostenersparnis mit offengelegten Preisannahmen und Zielklasse.
- Chronik und Dokumente: Sanierungen, Anlagentausch, Wartungen und Ausweise mit Datum, Kosten- und Wirkungsbilanz; Dokumente mit Versionshistorie, nur für den Eigentümer.
- Signatur und Versionsverlauf: jede Veröffentlichung erzeugt eine unveränderliche Version mit fortgeschrittener elektronischer Signatur, Hash-Kette und Zeitstempel; eine öffentliche Prüfseite bestätigt die Unversehrtheit, ohne Gebäudedaten zu zeigen.
- Export: PDF, JSON, kanonische XML, amtliche DIBt-Kontrolldatei, IFC4-Modell und ein maschinenlesbares Meldepaket für die Gebäudedatenbank nach EPBD Art. 22.
So starten Sie
- Gebäudeprofil anlegen. Der Steckbrief nimmt Adresse, Baujahr, Flächen, Bauteile, Fenster und Anlagen auf; Grundrisse lassen sich im CAD-Editor zeichnen oder aus Plänen übernehmen.
- Berechnungen laufen lassen. Aus dem Profil entstehen Energiebilanz, Heizlast, Wärmeschutznachweis, Ökobilanz und Renovierungspass. Jeder Bericht wird mit dem Knopf „Im Pass ablegen" Bestandteil des Passes.
- Dokumente hochladen und Werte freigeben. Aus Rechnungen, Ausweisen und Nachweisen ausgelesene Werte gelten zunächst als Vorschlag. Erst Ihre Freigabe macht sie zum offiziellen Wert des Gebäudes (Vier-Augen-Prinzip); jeder Wert trägt Herkunft und Vertrauensstufe.
- Pass veröffentlichen. Die Veröffentlichung legt eine signierte Version an und erzeugt Passkarte, QR-Code und Kurzlink. Die PIN wird getrennt mitgeteilt und steht nicht auf der Karte.
- Zugänge vergeben. Unter „Rechte" vergeben Sie Rollen-Codes für Käufer, Makler, Bank, Hausverwaltung, Planer oder Mieter, befristet nach Vorgabe der Rolle, verlängerbar und widerrufbar. Jeder Abruf wird mit Zeitpunkt, Rolle und Aktion protokolliert; bei Bedarf sperren Sie den gesamten Zugang bis zur Entsperrung.
Beispiel aus der Praxis
Das folgende Beispiel ist fiktiv und dient der Veranschaulichung; es enthält keine Daten realer Kunden. Eine Doppelhaushälfte, Baujahr 1974, 140 m² Wohnfläche, soll verkauft werden. Die Eigentümerin hat 2009 das Dach gedämmt, 2016 Fenster und Gasbrennwertkessel erneuert; die Rechnungen liegen vor, der Energieausweis des Vorbesitzers ist abgelaufen.
| Schritt | Was im Pass geschieht | Wer sieht es |
|---|---|---|
| Profil und Chronik | Steckbrief mit Bauteilen und Anlagen; drei Chronik-Einträge (Dach 2009, Fenster 2016, Kessel 2016) mit Rechnungen als Beleg | Chronik ab Stufe Interessent, Belege nur Eigentümerin |
| Energieausweis | Bedarfsausweis nach DIN V 18599 aus dem Profil, Registrierung über die DIBt-Schnittstelle | Klasse öffentlich, Kennwerte ab Interessent |
| Renovierungspass | zwei Etappen: Kellerdecke und oberste Geschossdecke, danach Wärmepumpe mit Heizflächenprüfung | ab Makler (Passkarte), Kosten und Förderung ab Bank |
| Freigaben | Makler-Code 30 Tage, Code für die Bank des Käufers 90 Tage; sieben protokollierte Abrufe | Eigentümerin sieht Zweck, Gültigkeit und Zugriffe je Code |
| Verkauf | Eigentümerwechsel: Gebäude-ID, Chronik, Ausweis und Renovierungspass bleiben; Kontaktdaten der Verkäuferin wandern nicht mit | neuer Eigentümer mit eigener PIN |
Der BTI dieser Doppelhaushälfte liegt nach der Freigabe der Belege im mittleren Bereich: Die Säule Dokumentation ist gut gefüllt, die Säulen Energie und Zukunftsfähigkeit nicht. Das Potenzial zeigt dem Käufer, welche Etappe des Renovierungspasses die meisten Punkte bringt, und seine Bank liest die Ausgangsklasse, den Sanierungsbedarf und die Historie aus derselben Quelle wie das Exposé.
Warum der Gebäudepass glaubwürdig ist
Fachliche Verantwortung. Verfasser und Betreiber ist Dipl.-Ing. Rolf Krause, Bauingenieur (RWTH Aachen, Bauphysik an der TU Darmstadt), seit 1999 als Energieberater tätig, in der Energieeffizienz-Expertenliste der dena unter der Nummer EB473095 geführt und für BAFA- und KfW-Vorhaben zugelassen. Jede fachliche Freigabe im Pass trägt einen Namen.
Geprüfte Rechenkerne. Energiebilanz, Ausweis und Referenzgebäude werden nach DIN V 18599:2018-09 gerechnet. Die Rechenkerne sind gegen die 34 veröffentlichten Vergleichsfälle der 18599 Gütegemeinschaft e. V. für den Wohnbau auf 1 % je Einzelgröße geprüft; die Prüfung ist wiederholbar und läuft täglich mit weiteren Testgebäuden.
Beweiswert. Jede veröffentlichte Version wird mit einer fortgeschrittenen elektronischen Signatur (Ed25519) gesichert, in eine Hash-Kette eingebunden und täglich mit einem Zeitstempel nach RFC 3161 der DFN-Zeitstempelstelle übersiegelt. Ein QR-Code auf Ausweis und Passkarte führt zur Prüfseite, die bestätigt, ob eine Fassung unverändert ist und was sich seither geändert hat, ohne selbst Gebäudedaten preiszugeben. Es handelt sich nicht um eine qualifizierte Signatur nach eIDAS.
Datenschutz. Gebäude- und Personendaten sind getrennt geführt. Zugriff gibt es nur nach Rolle und Zweck, befristet und widerrufbar; jeder Abruf wird protokolliert. Werte durchlaufen die Zustände Entwurf, Gemeldet, Geprüft und Freigegeben; Änderungen werden versioniert. Ihre Daten bleiben exportierbar, ohne Bindung an diese Plattform.
Abgrenzung zum Energieausweis und zum Renovierungspass
Der Energieausweis ist eine standardisierte Momentaufnahme mit gesetzlich geregelten Anlässen und höchstens zehn Jahren Gültigkeit. Er ist nur mit DIBt-Registriernummer rechtsgültig und wird durch den Gebäudepass nicht ersetzt. Der Pass speichert die Eingangsgrößen des Ausweises und bindet den registrierten Ausweis als Datensatz ein; eine spätere Aktualisierung nach einer Einzelmaßnahme entsteht aus dem fortgeschriebenen Gebäudedatensatz statt aus einer neuen Erhebung. Beim Neubau stammen die Eingangsgrößen aus dem Wärmeschutznachweis; nach Fertigstellung wird daraus der Energiebedarfsausweis, und beide liegen im Pass nebeneinander.
Der Renovierungspass blickt nach vorn: Er beschreibt in Etappen, wohin das Gebäude entwickelt werden soll. Der Gebäudepass beantwortet zusätzlich, wo das Gebäude heute steht, woher es kommt und welche Etappen tatsächlich umgesetzt wurden. Der Renovierungspass ist deshalb eine Sicht innerhalb des Gebäudepasses, gespeist aus demselben Datenbestand.
Gesetzlich vorgeschrieben ist der Gebäudepass nicht. Das GModG verlangt den elektronischen Energieausweis und stufenweise den Lebenszyklusbericht; der Pass bündelt diese Pflichtdokumente an einer Stelle und legt die Daten dort ab, wo Behörde, Bank oder Käufer sie später erwarten.
Gebäudepass beauftragen
Sie erhalten einen veröffentlichten, signierten Gebäudepass mit Gebäude-ID, Passkarte, PIN und QR-Zugang, dazu die Ersteinrichtung des Gebäudeprofils aus Ihren Unterlagen, die fachliche Freigabe der Werte und auf Wunsch den registrierten Energieausweis sowie den Renovierungspass. Der Aufwand hängt von der Unterlagenlage ab: Ein Gebäude mit Plänen, Bauteilaufbauten und belegten Maßnahmen ist schnell erfasst, ein Bestand ohne Unterlagen braucht eine Aufnahme vor Ort oder aus Fotos und Aufmaß.
Anfrage über /ueber-uns/kontakt/; wir arbeiten deutschlandweit auf Basis Ihrer Unterlagen. Sanierungsmaßnahmen aus dem Renovierungspass sind förderfähig, Details auf /kfw/programme/ und /bafa/zuschuesse/.
Normen und Rechtsgrundlagen
- Richtlinie (EU) 2024/1275 (EPBD): Art. 12 und Anhang VIII Renovierungspass, Art. 16 Datenaustausch und Zugangsrechte von Eigentümern, Mietern und Verwaltern, Art. 19 Energieausweis, Art. 22 Gebäudedatenbanken, Art. 2 Nr. 41 digitales Gebäudelogbuch; Erläuterung unter /wissen/epbd/
- Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), §§ 79 ff.: Energieausweise, Ausstellung, Registrierung und Pflichtangaben; Hintergrund unter /wissen/geg/
- DIN V 18599:2018-09: Energetische Bewertung von Gebäuden, Rechennorm für Energiebilanz, Ausweis und Referenzgebäude
- DIN 4108 Beiblatt 2: Wärmebrücken, Planungs- und Ausführungsbeispiele (Grundlage des Wärmebrückenansatzes im Wärmeschutznachweis)
- DIN EN 12831-1: Norm-Heizlast (Grundlage der Heizlast im Pass)
- Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) und Ökobilanz: Nachweisführung unter /leistungen/qng/
- RFC 3161 (Zeitstempelprotokoll) für die Übersiegelung der Pass-Versionen
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