Teil 5 — Energieausweise
§ 83 GModG Ermittlung und Bereitstellung von Daten
Erläuterung aus der Praxis
Wer einen Energieausweis ausstellt, trägt die Verantwortung für die Datengrundlage, gleich ob er Flächen, Bauteilaufbauten und Anlagendaten selbst aufnimmt oder vom Eigentümer übernimmt. Stellen Sie als Eigentümer Unterlagen wie Pläne, Verbrauchsabrechnungen oder Angaben zur Heizungsanlage bereit, stehen Sie für deren Richtigkeit ein. Der Aussteller darf diese Angaben dennoch nicht ungeprüft übernehmen und muss sie verwerfen, sobald Zweifel bestehen. In der Praxis hakt es häufig an veralteten Bauplänen, nicht dokumentierten Sanierungen oder lückenhaften Verbrauchsdaten, etwa wenn Leerstand oder ein Wechsel des Energieträgers nicht angegeben wird. Liegen bereits Berechnungen vor, etwa aus dem Nachweis beim Neubau, muss der Aussteller sie einsehen oder sich aushändigen lassen, statt nur deren Ergebnisse abzuschreiben.
Ein Energieberater gleicht die gelieferten Angaben deshalb mit Plänen, Fotos und Abrechnungen ab, klärt Unstimmigkeiten mit dem Eigentümer und dokumentiert, woher jeder verwendete Wert stammt. Ab dem 1. Januar 2027 muss der Aussteller ein bestehendes Gebäude zudem vor Ort begehen oder sich geeignete Bildaufnahmen zur Beurteilung der energetischen Eigenschaften vorlegen lassen, und zweifelhafte Eigentümerdaten dürfen dann ausdrücklich auch bei der Ausstellung des Ausweises nicht verwendet werden.
Einordnung von Dipl.-Ing. Rolf Krause, Energieberater und Bauphysiker. Keine Rechtsberatung — maßgeblich ist allein der Wortlaut.
Geltender Wortlaut
(1) Der Aussteller ermittelt die Daten, die in den Fällen des § 80 Absatz 3 Satz 3 benötigt werden, sowie die Daten, die nach § 81 Absatz 1 und 2 in Verbindung mit den §§ 20 bis 33 und § 38 oder nach § 82 Absatz 1, 2 Satz 1 oder Satz 5 und Absatz 4 Satz 1 Grundlage für die Ausstellung des Energieausweises sind, selbst oder verwendet die entsprechenden vom Eigentümer des Gebäudes bereitgestellten Daten. Der Aussteller hat dafür Sorge zu tragen, dass die von ihm ermittelten Daten richtig sind.
(2) Wird ein Energiebedarfsausweis ausgestellt und stellt der Aussteller keine eigenen Berechnungen, die nach den §§ 15 und 16, nach den §§ 18 und 19 oder nach § 38 Absatz 3 erforderlich sind, an, hat er die Berechnungen einzusehen oder sich vom Eigentümer zur Verfügung stellen zu lassen. Wird ein Energieverbrauchsausweis ausgestellt und stellt der Aussteller keine eigenen Berechnungen nach § 82 Absatz 1 an, hat er die Berechnungen einzusehen oder sich vom Eigentümer zur Verfügung stellen zu lassen.
(3) Stellt der Eigentümer des Gebäudes die Daten bereit, hat er dafür Sorge zu tragen, dass die Daten richtig sind. Der Aussteller muss die vom Eigentümer bereitgestellten Daten sorgfältig prüfen und darf die Daten seinen Berechnungen nicht zugrunde legen, wenn Zweifel an deren Richtigkeit bestehen.
Ab 01.01.2027 — Änderung durch Artikel 2 des Änderungsgesetzes
tritt am 1. Januar 2027 in Kraft (Artikel 9 Absatz 2). Nachstehend der amtliche Änderungstext aus dem Bundesgesetzblatt.
(1) Der Aussteller ermittelt die Daten, die nach § 81 in Verbindung mit den §§ 20 bis 33 und 38 oder nach § 82 Absatz 1, 2 Satz 1 und Absatz 4 Satz 1 die Grundlage für die Ausstellung des Energieausweises sind, selbst oder verwendet die entsprechenden vom Eigentümer des Gebäudes bereitgestellten Daten. Der Aussteller hat dafür Sorge zu tragen, dass die von ihm ermittelten Daten richtig sind. Der Aussteller hat ein bestehendes Gebäude, für das er einen Energieausweis erstellt, vor Ort zu begehen oder sich für eine Beurteilung der energetischen Eigenschaften geeignete Bildaufnahmen des Gebäudes zur Verfügung stellen zu lassen.
(2) Wird ein Energieausweis auf der Grundlage einer energetischen Bilanzierung nach § 81 Absatz 1 ausgestellt und stellt der Aussteller keine eigenen Berechnungen, die nach den §§ 15 und 16 beziehungsweise nach den §§ 18 und 19 oder nach § 38 Absatz 3 erforderlich sind, an, hat er die Berechnungen einzusehen oder sich vom Eigentümer zur Verfügung stellen zu lassen.
(3) Stellt der Eigentümer des Gebäudes die Daten bereit, hat er dafür Sorge zu tragen, dass die Daten richtig sind. Der Aussteller muss die vom Eigentümer bereitgestellten Daten sorgfältig prüfen und darf die Daten seinen Berechnungen und bei der Ausstellung des Energieausweises nicht zugrunde legen, wenn Zweifel an deren Richtigkeit bestehen.“
Amtlicher Text zum Nachschlagen: gesetze-im-internet.de · Im Gesetzes-Browser öffnen (Suche über den gesamten Text) · Europäischer Ursprung: EPBD