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Heizlast berechnen nach DIN EN 12831 – Rechner, Anleitung und Beispiel

Heizlastberechnung DIN EN 12831 v7.36.1
v20261013h

📐 Gebäudegeometrie

📊 Berechnete Flächen

120 m²
Grundfläche
240 m²
Nutzfläche
648 m³
Volumen
238 m²
Außenwand
59 m²
Fenster
478 m²
Hüllfläche

🏡 Energiestandard & Standort

Effizienter Neubau nach GModG

U-Werte (W/m²K)

🔥 Geplantes Heizsystem

⏰ Nachtabsenkung

⏳ Noch nicht berechnet
-- kW
Heizlast
-- W/m²
Spezifisch
-- W
Transmission
-- W
Lüftung

🚪 Raum hinzufügen

📐 Raumgeometrie

🧱 Außenwände auswählen

Welche Wände grenzen an die Außenluft? Klicken Sie auf die Checkboxen.

⬆ Nord
4.0 m × 2.7 m
10.8 m²
⬅ West
5.0 m × 2.7 m
13.5 m²
🏠
5.0 × 4.0 m
Ost ➡
5.0 m × 2.7 m
13.5 m²
⬇ Süd
4.0 m × 2.7 m
10.8 m²

✏️ Oder Flächen direkt eingeben:

Diese Werte überschreiben die Berechnung aus der Wandauswahl.

🪟 Fenster je Himmelsrichtung [m²]

Optional je Richtung eingeben (z. B. ohne CAD-Daten). Summe = Fensterfläche des Raums (überschreibt den 20 %-Standard). Für die Heizlast zählt die Fläche; die Richtung wird mitgespeichert und steht der Kühllast zur Verfügung.

📊 Flächen für Berechnung

20.0 m²
Grundfläche
54.0 m³
Volumen
19.4 m²
Außenwand
4.9 m²
Fenster
0 m²
Dach/Decke
0 m²
Boden

Raumliste

Noch keine Räume angelegt.
⏳ Noch nicht berechnet
-- kW
Σ Heizlast
-- W/m²
Ø Spezifisch
-- m²
Fläche
--
Räume
⏳ Noch nicht berechnet
-- kW
Heizlast
-- W/m²
Spezifisch
-- m²
Fläche
-- W
Aufheizzuschlag

🚿 Brauchwasser & Schwimmbad — separate Auflistung

🚿 Brauchwasser (TWW) — aus Brauchwasserberechnung

–
Personen
–
Bedarf (l/Tag)
–
TWW-Wärmebedarf (kWh/a)
–
Speicherverlust (W)

🏊 Schwimmbad (Länge × Breite × Tiefe)

–
Wasservolumen (m³)
–
Wärmeverlust (kWh/Tag)
–
Nachheizleistung (kW)

🔥 Erzeuger-Auslegung (Heizlast + TWW + Schwimmbad)

–
Gebäude-/Raumheizlast (kW)
–
+ Brauchwasser (kW)
–
+ Schwimmbad (kW)
–
Erzeuger gesamt (kW)

Heizlast pro Raum

Aufteilung

Detailtabelle

Raum Typ m² θᵢ Φ_T Φ_V Φ_WB Φ_RH Φ_HL W/m²
Klicken Sie auf "Berechnen"

Häufige Fragen

Was ist die Norm-Heizlast?
Die Norm-Heizlast nach DIN EN 12831 ist die Wärmeleistung in Watt, die ein Heizsystem bei der tiefsten Norm-Außentemperatur aufbringen muss, um die gewünschte Innentemperatur (i. d. R. 20 °C) zu halten. Sie setzt sich aus Transmissions- und Lüftungswärmeverlusten zusammen.
Wofür brauche ich die Heizlastberechnung?
Die Heizlast ist die Grundlage für die Dimensionierung der Heizungsanlage: Kesselleistung, Wärmepumpengröße, Heizkörperauslegung und Rohrdimensionierung. Ohne korrekte Heizlast wird die Heizung über- oder unterdimensioniert.
Was sind Transmissionswärmeverluste?
Transmissionswärmeverluste entstehen durch den Wärmefluss durch die Gebäudehülle (Wände, Fenster, Dach, Boden). Sie berechnen sich als Φ_T = Σ(A × U × ΔT), also Fläche × U-Wert × Temperaturdifferenz für jedes Bauteil.
Was sind Lüftungswärmeverluste?
Lüftungswärmeverluste entstehen durch den Austausch warmer Raumluft gegen kalte Außenluft. Sie berechnen sich als Φ_V = V × n × 0,34 × ΔT, wobei V das Raumvolumen, n die Luftwechselrate und 0,34 Wh/(m³·K) die volumetrische Wärmekapazität der Luft ist.
Welche Norm-Außentemperatur gilt für meinen Standort?
Deutschland ist in Klimazonen eingeteilt: mild (−10 °C, z. B. Niederrhein), mittel (−12 °C, z. B. Ruhrgebiet), kalt (−14 °C, z. B. Mittelgebirge) und sehr kalt (−16 °C, z. B. Alpenvorland). Die genaue Norm-Außentemperatur richtet sich nach dem Standort gemäß DIN EN 12831 Beiblatt 1.
Wie groß sollte meine Heizung sein?
Die Heizungsleistung sollte der berechneten Norm-Heizlast entsprechen — nicht mehr und nicht weniger. Ein häufiger Fehler ist die Überdimensionierung: Eine zu große Heizung taktet häufig, arbeitet im ineffizienten Teillastbereich und verschleißt schneller.
Was ist der Unterschied zwischen Heizlast und Energiebedarf?
Die Heizlast (kW) ist die momentane Spitzenleistung bei der tiefsten Außentemperatur. Der Energiebedarf (kWh/a) ist die über das ganze Jahr benötigte Wärmemenge. Für die Anlagendimensionierung brauchen Sie die Heizlast, für den Energieausweis den Energiebedarf.
Werden innere Wärmequellen berücksichtigt?
In der vereinfachten Berechnung nach DIN EN 12831 werden innere Wärmequellen (Personen, Geräte, Beleuchtung) im Normalfall nicht angerechnet — die Heizlast wird konservativ berechnet, damit die Heizung auch ohne diese Gewinne ausreicht.
Wie wirkt sich eine Wärmepumpe auf die Heizlast aus?
Die Heizlast ändert sich nicht durch den Wärmeerzeuger — sie ist eine Gebäudeeigenschaft. Allerdings sollte bei Wärmepumpen die Heizlast besonders genau berechnet werden, da eine Überdimensionierung den COP verschlechtert und die Investitionskosten steigert.
Was bedeutet die spezifische Heizlast in W/m²?
Die spezifische Heizlast (Heizlast / Nutzfläche) gibt einen schnellen Überblick: Passivhaus ≈ 10 W/m², Neubau nach GModG ≈ 25–40 W/m², sanierter Altbau ≈ 40–60 W/m², unsanierter Altbau ≈ 80–120 W/m². Werte über 100 W/m² deuten auf schlechte Dämmung hin.

Was ist eine Heizlastberechnung?

Die Heizlast ist die Wärmeleistung in Watt oder Kilowatt, die ein Gebäude am kältesten Auslegungstag braucht, damit die Räume ihre Soll-Temperatur halten. Berechnet wird sie nach DIN EN 12831-1 als Norm-Heizlast: Das Gebäude steht bei der Norm-Außentemperatur seines Standorts, innen gelten die Norm-Innentemperaturen der Räume, und gefragt ist die Leistung, die die Verluste in diesem Moment ausgleicht.

Die Norm zerlegt diese Verluste in zwei Anteile. Der Transmissionswärmeverlust ΦT fließt durch die Bauteile der Hülle: Außenwände, Fenster, Dach, Bodenplatte und die Wärmebrücken dazwischen. Der Lüftungswärmeverlust ΦV entsteht, weil warme Raumluft gegen kalte Außenluft getauscht wird, planmäßig über Fensterlüftung oder Lüftungsanlage und unplanmäßig über Undichtheiten.

Dazu kann ein Wiederaufheizzuschlag ΦRH kommen, wenn die Heizung nachts abgesenkt wird und morgens in kurzer Zeit wieder auf Soll-Temperatur bringen muss.

Die Heizlast ist eine Eigenschaft des Gebäudes, nicht des Wärmeerzeugers. Ob eine Wärmepumpe, ein Pelletkessel oder Fernwärme die Leistung liefert, ändert an der Zahl nichts, nur daran, wie genau man sie kennen muss.

Wann brauche ich eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831?

Bei jedem Heizungstausch und bei jedem Neubau. Der Wärmeerzeuger wird nach der Gebäudeheizlast dimensioniert; Heizkörper, Flächenheizung, Rohrnetz und Pumpe werden nach den raumweisen Heizlasten ausgelegt.

Für die Heizungsförderung ist die Heizlastberechnung die Grundlage der Wärmepumpen-Auslegung und des hydraulischen Abgleichs nach Verfahren B. Der Heizungstausch und der hydraulische Abgleich sind förderfähig; die aktuellen Bedingungen stehen unter /kfw/programme/ und /bafa/zuschuesse/.

Das GModG selbst schreibt keine Heizlastberechnung vor, sondern setzt sie voraus: Wer eine Anlage plant, muss sie nach den anerkannten Regeln der Technik auslegen, und diese Regel ist die DIN EN 12831-1 mit ihrem nationalen Beiblatt 1.

Zwei Verfahren im Rechner unten. Das vereinfachte Gebäudeverfahren liefert aus Abmessungen, Energiestandard und Klimazone die Gebäudeheizlast für eine Erstbewertung und die Größenordnung des Wärmeerzeugers. Die raumweise Berechnung ordnet jedem Raum seine Wände, Fenster und Soll-Temperatur zu und liefert die Werte, die Heizflächen und hydraulischer Abgleich brauchen. Zum Rechner.

Heizlast vs. Energiebedarf: kW ist nicht kWh

Das ist die häufigste Verwechslung. Die Heizlast ist eine Leistung in Kilowatt, ein Momentanwert für den kältesten Tag. Der Heizwärmebedarf ist eine Energiemenge in Kilowattstunden je Jahr, aufsummiert über alle Heiztage mit ihren jeweils milderen Temperaturen, solaren Gewinnen und inneren Wärmequellen.

Der Energieausweis rechnet nach DIN V 18599:2018-09 und weist Endenergie und Primärenergie in kWh/(m²·a) aus; über die Leistung im Januar sagt er nichts, so wie die Heizlast nichts über den Jahresverbrauch sagt.

GrößeEinheitNormWozu
Norm-HeizlastkWDIN EN 12831-1Größe von Wärmeerzeuger, Heizflächen, Pumpe
HeizwärmebedarfkWh/aDIN V 18599Bilanz, Effizienzhaus-Stufe, Nachweis nach GModG
Endenergie / PrimärenergiekWh/(m²·a)DIN V 18599Energieausweis, Förderstufe

Die spezifische Heizlast in W/m², die der Rechner mit ausgibt, zeigt, ob das Ergebnis zum Standard des Gebäudes passt. Für einen Energiebedarf brauchen Sie den Energieausweis oder den Wärmeschutznachweis.

Heizlast für die Wärmepumpe

Bei einem Kessel war eine zu große Leistung ein Schönheitsfehler. Bei der Wärmepumpe wird sie zum Betriebsproblem: Ein überdimensioniertes Gerät erreicht in der langen Übergangszeit seine Mindestleistung nicht, taktet, verschleißt und arbeitet mit schlechterer Jahresarbeitszahl. Ein zu kleines Gerät heizt an den wenigen sehr kalten Tagen mit dem Heizstab nach. Die Heizlast legt den Auslegungspunkt fest: Norm-Außentemperatur und benötigte Leistung.

Zwischen diesen beiden Fehlern liegt der Bivalenzpunkt, die Außentemperatur, unterhalb derer die Wärmepumpe nicht mehr allein deckt. Diesen Punkt und die Vorlauftemperatur legen Sie im Wärmepumpen-Rechner fest; die Heizlast aus dem Rechner unten ist dort die Eingangsgröße.

Zwei Zuschläge gehören zur Erzeugerauslegung und werden im Rechner getrennt ausgewiesen. Erstens der Zuschlag für Sperrzeiten des Netzbetreibers: Läuft die Wärmepumpe über einen unterbrechbaren Zähler, muss sie die in der Sperrzeit fehlende Wärme in den Freigabezeiten nachholen; der Rechner setzt dafür pauschal 10 Prozent auf die Norm-Heizlast an. Zweitens der Warmwasserzuschlag: Der Rechner übernimmt den Trinkwarmwasserbedarf aus der Brauchwasserberechnung und rechnet mit einem Leistungszuschlag je Person, den Sie anpassen können. Für ein Schwimmbad kommt die Nachheizleistung aus Beckenvolumen und täglicher Auskühlung hinzu.

Ob die vorhandenen Heizkörper bei abgesenkter Vorlauftemperatur die Raumheizlast noch liefern, zeigt erst die raumweise Ebene. Hintergrund zur Technik unter /verstehen/waermepumpe/.

Raumweise Heizlast: wofür die Detailebene gebraucht wird

Die Gebäudeheizlast sagt, wie groß der Erzeuger sein muss. Ein Eckzimmer im Dachgeschoss hat eine ganz andere Heizlast je Quadratmeter als ein innenliegender Flur. Der Rechner ordnet deshalb jedem Raum seine Lage im Gebäude, seine Außenwände nach Himmelsrichtung und seine Fensterflächen zu.

Aus der Raumheizlast folgt die Heizflächenauslegung: Welcher Heizkörper oder welcher Heizkreis liefert bei der geplanten Vorlauftemperatur diese Leistung? Und aus der Raumheizlast folgt der hydraulische Abgleich nach Verfahren B: Volumenstrom je Heizfläche bei gewählter Spreizung, daraus Ventilvoreinstellung, Pumpenförderhöhe und Heizkurve. Die Raumwerte des Rechners werden dafür in die Abgleich-Tabelle übernommen. Ablauf und Nachweis beschreibt die Seite Hydraulischer Abgleich.

Für die Norm-Innentemperaturen bringt jedes Nutzungsprofil einen Vorschlag mit, etwa 20 °C für Wohnräume, 24 °C für das Bad und 15 °C für Flure und unbeheizte Nebenräume; Sie können den Wert je Raum überschreiben. Räume ohne Nachtabsenkung, etwa Schlafzimmer und Flure, erhalten keinen Wiederaufheizzuschlag.

Welche Eingaben der Rechner braucht

Gebäudeverfahren

  • Länge, Breite, Geschosshöhe, beheizte Ebenen: Außenmaße aus Bauzeichnung oder Aufmaß. Der Rechner bildet daraus Grundfläche, Umfang, Wandfläche, Dach und Bodenplatte. Liegt ein Gebäudeprofil mit CAD-Hüllflächen vor, nutzt er dessen Werte.
  • Fensteranteil der Fassade in Prozent: Fensterflächen geteilt durch Bruttowandfläche; typisch 15 bis 30 Prozent.
  • Gebäudetyp: Energiestandard von EH 40 bis Bestand unsaniert. Jeder Standard setzt U-Werte, Wärmebrückenzuschlag und Luftwechsel als Voreinstellung.
  • U-Werte für Wand, Dach, Boden, Fenster in W/(m²·K), ΔUWB als pauschaler Wärmebrückenzuschlag, Luftwechsel n in 1/h: mit „Anpassen" frei editierbar. U-Werte aus Bauakte, Energieausweis oder dem U-Wert-Rechner, Fenster über den U-Wert-Rechner Fenster.
  • Klimazone: vier Stufen von mild bis sehr kalt, hinterlegt mit Norm-Außentemperaturen von −10 bis −16 °C. Die verbindliche Norm-Außentemperatur Ihres Ortes steht in DIN EN 12831-1 Beiblatt 1.
  • Geplantes Heizsystem: steuert Hinweise und Erzeugerempfehlung.
  • Nachtabsenkung: Absenkung in K, Dauer in h, Aufheizzeit in h. Daraus bildet der Rechner den Wiederaufheizzuschlag in W/m².

Raumweise Berechnung

  • Raumname, Nutzungsprofil, Soll-Temperatur: Profil setzt Temperatur und Absenkverhalten.
  • Lage im Gebäude: Mittelgeschoss, Erdgeschoss (Boden gegen Erdreich) oder Dachgeschoss (Decke gegen Außen).
  • Länge, Breite, Höhe des Raums, dazu die Außenwände je Himmelsrichtung per Häkchen; alternativ Außenwand netto und Fensterfläche direkt in m².
  • Fenster je Himmelsrichtung in m² aus der Fensterliste oder dem Aufmaß.

Erzeugerauslegung

  • Leistungszuschlag Trinkwarmwasser in kW je Person, Schwimmbad mit Länge, Breite, Wassertiefe, Lage und Auskühlung in °C je Tag.

Ergebnis sind Gebäude- oder Raumheizlast in kW, die spezifische Heizlast in W/m², die Aufteilung in Transmission, Lüftung, Wärmebrücken und Wiederaufheizung, eine Detailtabelle je Bauteil und Raum sowie die Summe für den Erzeuger einschließlich Warmwasser und Schwimmbad. Der Bericht lässt sich als PDF ausgeben und im Gebäudepass ablegen.

Berechnen Sie die Norm-Heizlast Ihres Gebäudes nach DIN EN 12831. Der Rechner ermittelt Transmissions- und Lüftungswärmeverluste bei der Norm-Außentemperatur Ihres Standorts. Grundlage für die Dimensionierung von Heizkessel, Wärmepumpe, Heizkörpern und Fußbodenheizung. Berücksichtigt vier Klimazonen (−10 bis −16 °C) und verschiedene Gebäudetypen.

Beispielrechnung

Ein zweigeschossiges Einfamilienhaus am Niederrhein, teilsaniert. Außenmaße 10 m × 8 m, Geschosshöhe 2,5 m, zwei beheizte Ebenen, Fensteranteil 25 Prozent. Klimazone mild: Norm-Außentemperatur −10 °C, Norm-Innentemperatur 20 °C, also ΔT = 30 K. Die U-Werte sind unter „Anpassen" eingetragen; keine Nachtabsenkung.

Zuerst die Flächen. Grundfläche 10 × 8 = 80 m², Umfang 36 m. Wandfläche brutto 36 m × 2,5 m × 2 Geschosse = 180 m², davon 25 Prozent Fenster = 45 m², Außenwand netto 135 m². Dach und Bodenplatte je 80 m², Hüllfläche gesamt 340 m². Nutzfläche 2 × 80 = 160 m², beheiztes Volumen 160 m² × 2,5 m = 400 m³.

Transmission je Bauteil nach Φ = A · U · ΔT. Für die Bodenplatte gegen Erdreich setzt der Rechner vereinfachend den halben Temperaturunterschied an, weil das Erdreich deutlich wärmer ist als die Außenluft.

BauteilFlächeU-WertRechnungVerlust
Außenwand135 m²0,30 W/(m²·K)135 · 0,30 · 301.215 W
Fenster45 m²1,30 W/(m²·K)45 · 1,30 · 301.755 W
Dach80 m²0,20 W/(m²·K)80 · 0,20 · 30480 W
Bodenplatte80 m²0,40 W/(m²·K)80 · 0,40 · 0,5 · 30480 W
Wärmebrücken340 m²ΔUWB 0,05340 · 0,05 · 30510 W
Transmission ΦT4.440 W

Lüftung nach ΦV = V · n · 0,34 · ΔT mit Luftwechsel 0,5 1/h und der volumenbezogenen Wärmekapazität der Luft von 0,34 Wh/(m³·K): 400 · 0,5 · 0,34 · 30 = 2.040 W.

Norm-Heizlast ΦHL = 4.440 W + 2.040 W = 6.480 W, gerundet 6,5 kW. Spezifisch: 6.480 W / 160 m² = 40,5 W/m². Das passt zu einem teilsanierten Bestand.

Für den Erzeuger, hier eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit unterbrechbarem Zähler: 6,5 kW + 10 Prozent Sperrzeitenzuschlag = 7,1 kW. Warmwasser für vier Personen mit 0,2 kW je Person = 0,8 kW, zusammen rund 7,9 kW. Wäre die Nachtabsenkung mit 4 K und 2 h Aufheizzeit aktiv, käme ein Wiederaufheizzuschlag von 11 W/m² × 160 m² = 1.760 W hinzu, und die Heizlast läge bei 8,2 kW. Bei Wärmepumpen wird meist ohne Absenkung geplant.

Typische Fehler

  1. Kesselleistung als Heizlast übernehmen. Folge: Wärmepumpe doppelt so groß wie nötig, Takten, schlechte Jahresarbeitszahl. Abhilfe: Heizlast rechnen, alten Verbrauch nur zur Plausibilisierung heranziehen.
  2. Nachtabsenkung mitrechnen, obwohl die Wärmepumpe durchläuft. Folge: Wiederaufheizzuschlag von 10 bis 30 Prozent auf die Heizlast ohne Grund. Abhilfe: Absenkung im Rechner nur aktivieren, wenn sie im Betrieb wirklich gefahren wird.
  3. Falsche Klimazone. Folge: Jedes Kelvin Norm-Außentemperatur verschiebt die Heizlast um rund 3 Prozent; sechs Kelvin Unterschied zwischen Niederrhein und Alpenvorland sind fast 20 Prozent. Abhilfe: Norm-Außentemperatur des Ortes nach DIN EN 12831-1 Beiblatt 1 nachschlagen.
  4. U-Werte geraten. Folge: Bei Altbauten liegen Wand-U-Werte zwischen 0,3 und 1,4 W/(m²·K). Abhilfe: Aufbau aufnehmen, Baualtersklasse prüfen, U-Wert-Rechner nutzen, gedämmte Bauteile mit dem Planwert ansetzen.
  5. Luftwechsel zu hoch oder zu niedrig. Folge: Bei 1,0 statt 0,5 1/h verdoppelt sich der Lüftungsanteil. Abhilfe: Bei dichter Hülle und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung den Mindestluftwechsel ansetzen, bei undichtem Altbau realistisch höher.
  6. Wärmebrücken vergessen oder pauschal überschätzen. Folge: Im Beispiel macht ΔUWB 0,05 rund 8 Prozent aus; bei 0,10 ohne Nachweis wird die Anlage zu groß. Abhilfe: Zuschlag passend zum Standard wählen, bei Neubau und Sanierung mit Gleichwertigkeitsnachweis den reduzierten Wert; siehe Wärmebrücken.
  7. Warmwasser in die Heizlast einrechnen. Folge: Die Raumheizlasten und der hydraulische Abgleich stimmen nicht mehr. Abhilfe: Trinkwarmwasser nur als getrennten Zuschlag beim Erzeuger führen, wie es der Rechner tut.
  8. Gebäudeverfahren für die Heizkörperauslegung nutzen. Folge: Die Leistung wird nach Fläche verteilt, Eck- und Dachräume bleiben kalt. Abhilfe: Für Heizflächen und Abgleich immer die raumweise Berechnung.

Was eine professionelle Berechnung kostet

Der Aufwand hängt weniger von der Rechnung ab als von der Datenlage. Ein Neubau mit vollständigen Planunterlagen, Bauteilaufbauten und Fensterliste ist schnell erfasst. Im Bestand entsteht der Aufwand bei der Aufnahme: Wandaufbauten ohne Unterlagen, nachträgliche Anbauten, ausgebaute Dachgeschosse, Teilkeller, gemischte Fensterqualitäten.

Weitere Treiber sind die Zahl der Räume und beheizten Ebenen, ob eine bestehende Heizflächenprüfung bei abgesenkter Vorlauftemperatur gewünscht ist, ob der hydraulische Abgleich nach Verfahren B mit Ventiltabelle dazugehört und ob die Berechnung in einen Förderantrag einfließt, der eine Bestätigung durch den Energieeffizienz-Experten verlangt.

Deshalb nennen wir den Preis nach einer kurzen Rückfrage zum Gebäude. Ein Ergebnis aus dem Rechner oben verkürzt dieses Gespräch.

Berechnung beauftragen

Sie erhalten eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1 mit dokumentierten Annahmen, die Gebäudeheizlast für die Erzeugerauslegung, auf Wunsch die Prüfung der vorhandenen Heizflächen bei abgesenkter Vorlauftemperatur und die Werte für den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B. Die Berechnung liegt im Gebäudepass für Förderantrag und Fachunternehmer bereit.

Leistung und Ablauf: Heizlast und Wärmepumpen-Auslegung. Anfrage über /ueber-uns/kontakt/; wir arbeiten deutschlandweit auf Basis Ihrer Unterlagen.

Normen und Quellen

  • DIN EN 12831-1: Energetische Bewertung von Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast – Teil 1: Raumheizlast
  • DIN EN 12831-1 Beiblatt 1: Nationale Ergänzungen (Norm-Außentemperaturen, Norm-Innentemperaturen, Mindestluftwechsel)
  • DIN EN ISO 13370: Wärmeübertragung über das Erdreich
  • DIN 4108 Beiblatt 2: Wärmebrücken – Planungs- und Ausführungsbeispiele
  • DIN V 18599:2018-09: Energetische Bewertung von Gebäuden (Energiebedarf, nicht Heizlast)
  • VdZ-Verfahren B für den hydraulischen Abgleich auf Basis der raumweisen Heizlast
  • Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) als Rechtsrahmen; Hintergrund unter /wissen/geg/
Dipl.-Ing. Rolf Krause

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