Erkrath ist zwei Städte in einer: das gewachsene Alt-Erkrath im Düsseltal mit Beständen aus Gründerzeit und Nachkriegsjahrzehnten — und Hochdahl auf der Höhe, eine der großen geplanten Trabantenstädte der 1960er- bis 1980er-Jahre in Nordrhein-Westfalen. Energieberatung muss hier zwei völlig verschiedene Baulogiken beherrschen: das individuell gewachsene Einzelhaus mit seiner eigenen Geschichte und die seriell errichtete Großsiedlung, in der eine Entscheidung gleich Dutzende Wohnungen betrifft. Das ingenieurbüro rolf krause aus Brüggen begleitet Eigentümer und Eigentümergemeinschaften in beiden Welten — digital im Regelfall, mit Ortsterminen nach Absprache.
Zwischen Neandertal und Trabantenstadt: wie Erkrath gebaut ist
Weltweit bekannt ist Erkrath durch einen Fund von 1856: Im Neandertal an der Düssel, auf halbem Weg nach Mettmann, kamen die Knochen zutage, die einer ganzen Menschenform den Namen gaben — heute erzählt das Neanderthal Museum diese Geschichte. Die Baugeschichte der Stadt selbst ist jünger und zweigeteilt. Alt-Erkrath wuchs entlang von Düssel und Bahnlinie: Gründerzeithäuser am Bahnhofsviertel, Siedlungshäuser der 1930er, Ein- und Zweifamilienhäuser der Nachkriegszeit. Ab Ende der 1960er-Jahre entstand dann auf der Hochfläche Hochdahl als planmäßig entwickelte Entlastungsstadt für den Düsseldorfer Raum: Nachbarschaften wie Sandheide, Millrath-West oder Trills mit Geschosswohnungsbau, Reihenhauszeilen und späteren Neubausiedlungen — errichtet in wenigen Jahrzehnten, und deshalb heute auch im Gleichschritt sanierungsreif.
Die Großsiedlung saniert anders: Technik im Gleichschritt
Wenn Gebäude einer Nachbarschaft im selben Jahrfünft errichtet wurden, altern auch ihre Anlagen gemeinsam: Kessel und Übergabestationen erreichen zeitgleich das Lebensdauerende, Rohrnetze und Strangventile stammen aus derselben Generation, Flachdächer und Betonfassaden zeigen dieselben Schwachstellen. Für Eigentümergemeinschaften und Vermieter in Hochdahl ist das eine Chance: Wer die Erneuerung der Zentralheizung als geplantes Projekt angeht statt als Notfalltausch im Januar, kann die Anlage auf die tatsächliche Heizlast auslegen, den hydraulischen Abgleich über alle Stränge gleich mitnehmen und die Warmwasserbereitung neu ordnen. Typisch für die Bauzeit sind überdimensionierte Kessel, ungeregelte Zirkulation und Einrohrheizungen, deren hohe Rücklauftemperaturen jeden späteren Wärmepumpen-Plan belasten — genau diese Punkte gehören vor der Investitionsentscheidung auf den Tisch. Grundlage ist immer die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 für das gesamte Gebäude; das Vorgehen beschreibt die Seite Heizlast und Wärmepumpen-Auslegung.
Der Beschluss braucht eine belastbare Zahl
In der Eigentümerversammlung entscheidet nicht das beste Argument, sondern die nachvollziehbarste Rechnung. Wir bereiten Sanierungsentscheidungen so auf, dass sie beschlussfähig sind: Ist-Zustand mit Verbrauchsabgleich, zwei bis drei durchgerechnete Varianten mit Investitions- und Betriebskosten, klare Aussage zur GEG-Konformität nach dem Gebäudeenergiegesetz. Für die langfristige Ordnung der Maßnahmen — erst Dach und Kellerdecke, dann Anlage, dann Fassade nach Zustand — sorgt der individuelle Sanierungsfahrplan; Aufbau und Ablauf erklärt die Seite Sanierungsfahrplan (iSFP). Konditionen der Förderprogramme nennen wir grundsätzlich nicht im Text, sondern verweisen auf die laufend aktualisierte KfW-Übersicht und BAFA-Übersicht.
Alt-Erkrath: das gewachsene Haus im Düsseltal
Im alten Ortskern und am Bahnhofsviertel gilt die umgekehrte Logik: Kein Haus gleicht dem anderen, und jede Empfehlung beginnt mit der Aufnahme des Einzelfalls. Gründerzeithäuser mit Vollziegelwand vertragen Innendämmung nur mit Feuchtenachweis, die Siedlungshäuser der 1930er haben oft ungedämmte Drempel und Kriechkeller, die Nachkriegshäuser zweischaliges Mauerwerk, das sich für eine Einblas-Kerndämmung eignet. Die Tallage an der Düssel bringt zudem manche feuchte Kellerwand mit sich — die von der energetischen Frage sauber zu trennen ist, bevor gedämmt wird. Hier zahlt sich die klassische Vollberatung aus, wie sie die Seite Energieberatung für Wohngebäude beschreibt.
Neubausiedlungen: nachjustieren statt neu erfinden
Die jüngeren Baugebiete in Hochdahl und Unterfeldhaus sind energetisch besser gestellt, aber selten ausgereizt: Gasbrennwertkessel vor dem Austauschalter, Photovoltaik noch nicht belegt, Fußbodenheizung vorhanden — beste Voraussetzungen für einen Wechsel auf die Wärmepumpe mit geringem Umbauaufwand. Hier lohnt die schlanke Beratung: Heizlast prüfen, Vorlauftemperatur messen, PV-Belegung rechnen, umsetzen.
Zusammenarbeit über rund 50 Kilometer
Von Brüggen nach Erkrath sind es rund 50 Kilometer — die Stadt gehört zu unserem erweiterten Einzugsgebiet im Kreis Mettmann. Der Regelfall ist die digitale Zusammenarbeit mit vollständiger Berechnung und Berichtslegung; Ortstermine, etwa zur Begehung einer Heizzentrale in Hochdahl oder zur Aufnahme eines Altbaus im Düsseltal, vereinbaren wir nach Absprache und bündeln sie. Alle betreuten Städte und Gemeinden zeigt die Übersicht Energieberatung nach Regionen.
Selbst rechnen — frei verfügbare Werkzeuge
- Heizlast-Rechner — ermittelt nach DIN EN 12831, welche Leistung Gebäude oder Wohnung wirklich brauchen; Pflichtzahl vor jedem Kesseltausch.
- Wärmepumpen-Rechner — prüft, ob Ihr Bestand mit welcher Vorlauftemperatur wärmepumpentauglich ist.
- Brauchwasser-Rechner — dimensioniert zentrale Warmwasserbereitung und Zirkulation, im Geschosswohnungsbau oft der größte stille Verbraucher.
- U-Wert-Rechner — bewertet Betonfassaden, zweischaliges Mauerwerk und geplante Dämmvarianten.
- Sanierungs-Wirtschaftlichkeit — stellt Varianten mit Investitions- und Betriebskosten gegenüber, aufbereitet für die Eigentümerversammlung.
Alle Werkzeuge laufen direkt im Browser und sind ohne Registrierung nutzbar. Für die regelmäßige Nutzung bitten wir um eine kurze Anmeldung.
Was Sie sich sparen
Heizlast für ein Mehrfamilienhaus, Warmwasser-Dimensionierung und Variantenvergleiche sind sonst die Domäne kommerzieller TGA- und Bauphysik-Software mit Jahreskosten von mehreren hundert bis über tausend Euro. Die Werkzeuge dieser Website rechnen dieselben Aufgaben frei verfügbar im Browser — damit können Beiräte und Eigentümer in Hochdahl Angebote für die neue Zentralheizung selbst auf Plausibilität prüfen, bevor die Versammlung entscheidet.
Häufige Fragen
Unsere WEG in Hochdahl muss die Zentralheizung erneuern — womit fangen wir an?
Mit der Heizlastberechnung für das ganze Gebäude und einem Abgleich mit den realen Verbräuchen der letzten Jahre. Erst daraus ergibt sich, welche Kesselleistung oder Wärmepumpengröße wirklich nötig ist — Anlagen der 70er sind fast immer deutlich überdimensioniert. Danach folgen Variantenvergleich und beschlussfähige Entscheidungsvorlage für die Versammlung.
Ist ein Haus aus der Hochdahler Bauzeit überhaupt wärmepumpentauglich?
Häufig ja, aber es hängt am Verteilsystem: Einrohrheizungen und knappe Heizflächen erzwingen hohe Vorlauftemperaturen, die eine Wärmepumpe ineffizient machen. Mit hydraulischem Abgleich, einzelnen größeren Heizkörpern und gedämmter oberster Geschossdecke sinkt die nötige Vorlauftemperatur oft genug. Ob das reicht, zeigt die Rechnung — nicht das Baujahr.
Was ist das Problem der Einrohrheizung, die bei uns verbaut ist?
Beim Einrohrsystem durchströmt das Heizwasser die Heizkörper nacheinander, die letzten im Strang bekommen nur noch abgekühltes Wasser. Das zwingt die Anlage zu hohen Temperaturen und macht den Abgleich schwieriger, aber nicht unmöglich: Spezialventile, Strangregulierung und angepasste Heizflächen verbessern das System deutlich — die Umstellung auf Zweirohr bleibt die gründlichste, aber aufwendigste Lösung.
Unsere ungeregelte Zirkulation läuft seit Jahrzehnten — lohnt eine Erneuerung vor dem Heizungstausch?
Ja, das ist im Geschosswohnungsbau einer der wirtschaftlichsten Einzelschritte überhaupt: Zeitsteuerung, bedarfsgeführte Pumpe und Leitungsdämmung senken die Verluste sofort und unabhängig vom künftigen Wärmeerzeuger. Zugleich liefern die Maßnahmen sauberere Messdaten für die Auslegung der neuen Anlage.
Wir besitzen ein Gründerzeithaus in Alt-Erkrath — gelten hier andere Empfehlungen als in Hochdahl?
Grundsätzlich ja: Statt Serienlösung zählt der Einzelfall. Vollziegelwände vertragen Innendämmung nur mit hygrothermischem Nachweis, Stuckfassaden bleiben besser unangetastet, und die Reihenfolge der Maßnahmen richtet sich nach Zustand und Nutzung des konkreten Hauses. Die Aufnahme vor Ort oder über Pläne und Fotos steht deshalb am Anfang.
Unser Keller im Düsseltal ist feucht — dürfen wir die Kellerdecke trotzdem dämmen?
Erst die Ursache klären, dann dämmen: Drückendes oder aufsteigendes Wasser ist ein Abdichtungsthema, kein Dämmthema. Ist die Feuchteursache behoben oder betrifft sie nur die Wände unterhalb der Dämmebene, spricht meist nichts gegen die Kellerdeckendämmung — sie gehört zu den günstigsten Maßnahmen mit spürbarer Wirkung auf die Fußkälte im Erdgeschoss.
Unser Neubau von 2005 in Unterfeldhaus hat Gasheizung und Fußbodenheizung — reicht das für die Wärmepumpe?
Das sind sehr gute Startbedingungen: Die Fußbodenheizung arbeitet mit niedrigen Vorlauftemperaturen, die Hülle ist ordentlich. Zu prüfen bleiben Heizlast, Warmwasserkonzept und die elektrische Anschlusssituation. Oft ist der Umbau hier ein überschaubares Projekt ohne begleitende Hüllmaßnahmen.
Wie arbeitet das Büro aus Brüggen mit einer Erkrather WEG zusammen?
Digital zuerst: Verwalter oder Beirat stellen Pläne, Verbräuche und Anlagenfotos bereit, wir rechnen und liefern eine Entscheidungsvorlage mit Varianten. Die Ergebnisse besprechen wir im Videotermin — auf Wunsch direkt in der Beirats- oder Eigentümerversammlung. Ortstermine zur Begehung der Heizzentrale vereinbaren wir nach Absprache; die rund 50 Kilometer von Brüggen sind gut planbar.
Fragen zum Thema? Kontakt zum Ingenieurbüro.