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iSFP: Ablauf, Kosten, Förderung — der individuelle Sanierungsfahrplan Schritt für Schritt

Vom Erstgespräch bis zum fertigen Fahrplan: Wie ein individueller Sanierungsfahrplan entsteht, welche Unterlagen Sie brauchen, wie lange es dauert, was es kostet — und wie das Bonus-Prinzip die spätere Förderung verbessert.

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist eine staatlich geförderte Energieberatung für Wohngebäude: Ein zugelassener Energieeffizienz-Experte nimmt Ihr Haus vor Ort auf, bilanziert den energetischen Ist-Zustand und entwickelt daraus aufeinander abgestimmte Maßnahmenpakete — vom heutigen Zustand bis zum sinnvollen Zielzustand, in einer wirtschaftlich und bauphysikalisch stimmigen Reihenfolge. Das Ergebnis ist ein standardisiertes, bebildertes Dokument, das 15 Jahre als Planungsgrundlage dient und bei der späteren Umsetzung von Einzelmaßnahmen die Förderung verbessern kann (iSFP-Bonus-Prinzip). Der gesamte Prozess dauert typischerweise vier bis acht Wochen.

Wie läuft ein iSFP Schritt für Schritt ab?

Schritt 1 — Erstgespräch und Beauftragung: Sie klären mit dem Energieberater Ziel und Umfang: Geht es um eine Komplettsanierung in Etappen, um die Heizungsfrage, um einen konkreten Anlass wie einen Eigentümerwechsel? Der Berater prüft, ob Ihr Gebäude für die geförderte Beratung infrage kommt, und stellt den Förderantrag — dieser muss vor Beginn der Beratung gestellt sein.

Schritt 2 — Unterlagen zusammenstellen: Sie liefern die vorhandenen Dokumente (Liste siehe unten). Je vollständiger die Unterlagen, desto weniger Aufmaß vor Ort — das spart Zeit und Honorar.

Schritt 3 — Vor-Ort-Termin: Der Berater begeht das gesamte Gebäude — vom Keller bis zum Dach. Aufgenommen werden Bauteilaufbauten, Fenster, Wärmebrücken-Situationen, die Anlagentechnik samt Baujahr und Zustand, sichtbare Feuchteschäden und die Nutzungssituation. Planen Sie für ein Einfamilienhaus etwa zwei bis drei Stunden ein.

Schritt 4 — Bilanzierung und Maßnahmenentwicklung: Im Büro wird das Gebäude energetisch modelliert. Aus dem Ist-Zustand entwickelt der Berater Maßnahmenpakete: welche Bauteile wann, welche Heizung, welche Reihenfolge — inklusive der bauphysikalischen Abhängigkeiten (etwa: erst Dach und Fenster, dann die kleinere Wärmepumpe).

Schritt 5 — Abschlussgespräch: Der fertige Fahrplan wird Ihnen persönlich erläutert — Maßnahme für Maßnahme, mit Kostenrahmen, Energieeinsparung und Förderhinweisen. Dieses Gespräch ist Pflichtbestandteil der geförderten Beratung und aus gutem Grund: Ein Fahrplan, den niemand versteht, wird nicht umgesetzt.

Schritt 6 — Verwendungsnachweis und Auszahlung: Der Berater reicht die Nachweise ein; der Zuschuss wird in der Regel direkt mit dem Honorar verrechnet, sodass Sie nur den Eigenanteil zahlen.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Ideal ist dieser Satz an Unterlagen — vollständig muss er nicht sein, aber jedes vorhandene Dokument hilft:

• Grundrisse, Schnitte, Ansichten (Baupläne, auch ältere)
• Baubeschreibung oder Bauakte, soweit vorhanden
• Wohnflächenberechnung
• Energieverbräuche der letzten drei Jahre (Heizung und Strom)
• Daten zur Heizungsanlage: Typ, Baujahr, Schornsteinfeger-Protokolle
• Unterlagen zu bereits durchgeführten Sanierungen (Rechnungen, Fachunternehmererklärungen)
• Vorhandene Energieausweise oder frühere Beratungsberichte
• Fotos von Problemstellen (Feuchtigkeit, Zugluft, kalte Räume)

Fehlen Pläne komplett, ist das kein Ausschlusskriterium — dann wird vor Ort aufgemessen, was den Aufwand erhöht.

Wie lange dauert es und was kostet es?

Dauer: Vom Erstgespräch bis zum Abschlussgespräch vergehen typischerweise vier bis acht Wochen — abhängig von Terminlage, Datenlage und Rückfragen. Der reine Vor-Ort-Termin dauert bei einem Einfamilienhaus wenige Stunden.

Kosten: Als Orientierungswert (Stand 2026) liegt das Honorar für einen iSFP beim Einfamilienhaus grob im vierstelligen Bereich — häufig zwischen etwa 1.300 und 2.500 Euro brutto, abhängig von Gebäudegröße, Datenlage und Region. Bei Mehrfamilienhäusern steigt der Aufwand mit der Zahl der Wohneinheiten. Entscheidend ist: Das ist der Betrag vor Förderung — der tatsächliche Eigenanteil liegt deutlich darunter.

Wie funktioniert die Förderung — und das Bonus-Prinzip?

Die Energieberatung für Wohngebäude wird über das BAFA anteilig bezuschusst. Der Antrag läuft über den Energieberater; der Zuschuss wird üblicherweise direkt vom Honorar abgezogen. Konkrete Fördersätze nennen wir hier bewusst nicht, weil sich Konditionen ändern — die jeweils aktuellen Konditionen finden Sie in unserer Förderübersicht unter <a href="/bafa/">/bafa/</a>.

Dazu kommt das Bonus-Prinzip: Wer eine Einzelmaßnahme umsetzt, die in einem gültigen iSFP als Teil eines Maßnahmenpakets enthalten ist, kann bei der Förderung dieser Maßnahme einen zusätzlichen Bonus erhalten. Der Fahrplan wirkt also doppelt — als Planungsdokument und als Förderhebel für die spätere Umsetzung. Auch hier gilt: Die aktuellen Konditionen und die Frage, für welche Maßnahmen der Bonus greift, stehen in den Förderübersichten unter <a href="/bafa/">/bafa/</a> und <a href="/kfw/">/kfw/</a>.

Wie lange ist der iSFP gültig — und wann sollte er aktualisiert werden?

Der iSFP ist als Grundlage für das Bonus-Prinzip 15 Jahre nutzbar. Das heißt aber nicht, dass er 15 Jahre lang unverändert sinnvoll bleibt. Eine Aktualisierung ist ratsam, wenn:

• sich das Gebäude wesentlich verändert hat (Anbau, Teilsanierung, Heizungstausch außerhalb des Fahrplans),
• sich die rechtlichen Rahmenbedingungen deutlich verschieben — etwa durch die im GModG-Entwurf vorgesehenen Änderungen am Energieausweis und an den Berechnungsnormen,
• die Kostenschätzungen im Fahrplan durch die Baupreisentwicklung überholt sind,
• oder sich Ihre Lebenssituation ändert (Verkauf, Vermietung, altersgerechter Umbau).

Ein Fahrplan von 2020 ist 2026 nicht wertlos — aber vor größeren Investitionen sollte ein Fachmann prüfen, ob Reihenfolge und Kostenansätze noch tragen.

Worin unterscheidet sich der iSFP von der Verbraucherzentrale-Beratung?

Beide Angebote haben ihre Berechtigung — aber unterschiedliche Flughöhen.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale ist eine Orientierungsberatung: Sie beantwortet Einstiegsfragen, ordnet Angebote ein und hilft bei ersten Entscheidungen — telefonisch, in Beratungsstellen oder als Basis-Check zu Hause. Sie ist niedrigschwellig und für den Einstieg sehr sinnvoll.

Der iSFP ist dagegen ein vollständiges Ingenieurdokument: individuelle energetische Bilanzierung Ihres konkreten Gebäudes, abgestimmte Maßnahmenpakete mit Kostenrahmen und Einsparprognosen, bauphysikalische Prüfung der Abhängigkeiten — und als einziges der beiden Formate die Grundlage für das iSFP-Bonus-Prinzip bei der späteren Einzelmaßnahmen-Förderung.

Eine bewährte Reihenfolge: erst die Orientierungsberatung für die Grundsatzfragen, dann der iSFP, sobald eine Sanierung ernsthaft ansteht.

Ist ein iSFP Pflicht — und verpflichtet er zur Umsetzung?

Nein, zweimal nein. Der iSFP ist keine gesetzliche Pflicht — er ist ein freiwilliges Planungsinstrument. Und er verpflichtet Sie auch nicht, die vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen: Der Fahrplan ist eine Entscheidungsgrundlage, kein Vertrag. Sie können einzelne Pakete umsetzen, die Reihenfolge anpassen oder Maßnahmen ganz weglassen — nur der Bonus bei der Einzelmaßnahmen-Förderung setzt eben voraus, dass die geförderte Maßnahme im Fahrplan enthalten ist. Für bestimmte geförderte Vorhaben kann eine Energieberatung Voraussetzung sein; welche das sind, steht in den jeweils aktuellen Programmbedingungen der Förderübersichten.

Wie bereiten Sie sich am besten vor?

Sie können den Nutzen des Beratungstermins deutlich erhöhen, wenn Sie vorab selbst rechnen: Mit dem frei verfügbaren <a href="/leistungen/sanierungsfahrplan/">Sanierungsfahrplan-Werkzeug</a> dieser Website können Sie Maßnahmen, Reihenfolgen und Größenordnungen durchspielen, bevor der Profi kommt. Details zur Beratungsleistung selbst — Ablauf, Inhalte, Beauftragung — finden Sie auf der Leistungsseite <a href="/leistungen/sanierungsfahrplan-isfp/">Sanierungsfahrplan (iSFP)</a>.

Wer mit konkreten Fragen und einer eigenen Vorstellung ins Gespräch geht, bekommt einen besseren Fahrplan — weil der Berater dort vertiefen kann, wo es für Sie wirklich zählt.

Ein guter Sanierungsfahrplan beantwortet nicht die Frage, ob Sie sanieren sollen — sondern in welcher Reihenfolge es sich rechnet und bauphysikalisch funktioniert.

— Kurzfazit der Redaktion

Hinweis zu den Zahlen

Alle Honorarangaben sind Orientierungswerte (Stand 2026) und ersetzen kein Angebot. Förderkonditionen nennen wir grundsätzlich nicht als feste Zahlen — die jeweils aktuellen Konditionen finden Sie unter <a href="/bafa/">/bafa/</a> und <a href="/kfw/">/kfw/</a>.